Zwei, die sich freuen: Hans Preis (l.) und MdB Andreas Lenz, der den Lengdorfer für das PPP ausgewählt hat. Foto: Fkn

Parlamentarisches Patenschaftsprogramm

Mit der Lederhose nach Amerika

Bye Bye, Deutschland. Hans Preis aus der Gemeinde Lengdorf fliegt in den nächsten Wochen in die USA. Dort nimmt der 23-Jährige für ein Jahr an einem Parlamentarischen Patenschafts-Programm teil. Der CSU-Abgeordnete Andreas Lenz hat ihn dafür ausgewählt.

Lengdorf – „Die Oma mit ihren 93 Jahren hat mir heftig zugeredet“, hat Hans Preis Stefanie Ederer, der Pressereferentin des Bundestagsabgeordneten erzählt. Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) ist ein Stipendium des Deutschen Bundestages und des Kongresses der USA. „Es ermöglicht jedes Jahr 360 Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 17 Jahren oder auch jungen Berufstätigen und Auszubildenden bis 24 Jahren aus Deutschland ein Jahr Austausch in den Vereinigten Staaten. Sie leben dort in Gastfamilien und besuchen je nach Alter eine Schule oder absolvieren Praktika in Betrieben“, umschreibt Ederer das Programm.

Wo es hingeht weiß Preis noch nicht. Der Start ist erst einmal in New York. Dort findet das Einführungsseminar statt, freut sich der 23-Jährige, der aus Hundsöd stammt. Auch wann es genau los geht, steht noch nicht fest. „Hans sitzt aber schon auf gepackten Koffern“, berichtet die Pressereferentin von MdB Lenz.

Gelernt hat der junge Lengdorfer Fertigungsmechaniker. Damit ist er im Rahmen des PPP ein Kandidat mit „Handwerkerbonus“. Er wird während seines USA-Aufenthaltes ein berufsbezogenes Praktikum absolvieren. „Ich würde gerne meine Englischkenntnisse verfeinern“, sagt Preis, „denn ich möchte später in meinem Beruf mit unterschiedlichen Menschen und Kunden aus verschiedenen Kulturen und Ländern zu tun haben.“ Interessiert ist der junge Mann auch an der Politik auf dem anderen Kontinent. Auch freut er sich auf neue Kontakte und Erfahrungen im Zusammenleben.

Preis ist bewusst, dass es auch Schwierigkeiten geben kann. „Heimweh – klar wird das kommen“, sagt er, „aber das muss man einkalkulieren. Mit solchen Schwierigkeiten muss man dann lernen bestmöglich umzugehen und man kann daran reifen.“

Der CSU-Abgeordnete Lenz ist sich sicher, in Preis einen besonders guten Jugend-Botschafter gefunden zu haben: „Hans hat eine positive Ausstrahlung und vertritt seine Standpunkte souverän und besonnen.“

Preis will aber nicht nur nehmen, sondern auch geben: „Als Bayer kann man da auch kulturell sehr viel weitergeben.“ Die Lederhose muss mit ins Gepäck. Nicht im Koffer mitzunehmen ist „Mamas Schweinsbraten“, sagt der junge Mann mit einem Augenzwinkern, „der wird mir schon fehlen“. Und wohl auch seine Sportfreunde. Denn der 23-Jährige ist Jugendtrainer im FC Lengdorf und spielt auch selbst aktiv in der Fußballmannschaft.

Aber Amerika ist ein sportbegeistertes Land. Und daher ist sich MdB Lenz sicher, dass Hans auch dort schnell in einem Team neue Freunde finden wird. Generell erwartet er als „Pate“, dass sich Hans regelmäßig aus den USA meldet, mit Berichten, kleinen Videos oder Fotos. „Aber auch wenn es Probleme geben sollte, bin ich Ansprechpartner“ so der Abgeordnete.

Mit der heutigen Technik ist auch die Kommunikation auf die andere Seite des großen Teiches machbar. „Onkel und Tante habe ich Skype eingerichtet“, berichtet der zukünftige Stipendiat, „und meine Spezln wollen sowieso die Gelegenheit nützen und mich drüben besuchen“.

Die Bewerbungen für die nächste Runde des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms laufen noch. Für das Programmjahr 2016/17 ist eine Bewerbung auf der Homepage des Deutschen Bundestages unter www.bundestag.de/ppp möglich.

Anton Renner

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