Die Besten: Friseurin Lea Hofmaier (M.), Metzger Franz Prostmeier (3. v. l.) und Zimmerer Stefan Knauer (5. v. l.) wurden in Lengdorf als Innungssieger ausgezeichnet. Mit ihnen freuten sich (v. l.) Landrat Martin Bayerstorfer, Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl und Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger (2. v. r.)

56 junge Handwerker erhalten Gesellenbrief

„Tragt euren Abschluss mit erhobenem Kopf“

56 junge Frauen und Männer haben ihre Handwerksausbildung beendet und erhielten ihren Gesellenbrief.

Lengdorf – Auf diesen Tag werden sich die 56 Azubis und ihre Eltern lange gefreut haben: Am Samstagabend fand im Gasthaus Menzinger in Lengdorf die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Erding statt.

Mit 18 neuen Gesellen – darunter drei junge Damen – stellten die Schreiner die größte Gruppe, gefolgt von 16 Zimmerern. Ihre Gesellenbriefe erhielten auch acht junge Friseure. Bei ihnen waren die Frauen mit sechs Friseurinnen deutlich in der Mehrheit. Auch fünf Bäcker sowie drei Bäckerei-Fachverkäuferinnen haben ihre Lehrzeit erfolgreich abgeschlossen, ebenso vier Metzger und zwei Metzgerei-Fachverkäuferinnen.

Gesellen mit Entertainer-Qualitäten

Besonders freuen konnten sich die drei Innungssieger, die bei der Veranstaltung besonders geehrt wurden: Lea Hofmaier (Friseure) aus Kirchberg, Stefan Knauer (Zimmerer) aus Forstern sowie Metzger Franz Prostmeier aus Walpertskirchen. Dieser hatte dazu noch einen besonderen Grund: Prostmeier wurde nicht nur Gesamtsieger aller Innungen, sondern darf auch ein Jahr lang ein Auto benutzen, ohne für das Tanken bezahlen zu müssen.

Neben der musikalischen Gestaltung des Abends durch das Duo California sorgte auch ein Auftritt des Magiers Jörg Antonius für Unterhaltung. Dabei konnten einige Junggesellen bei Kurzauftritten auf der Bühne beweisen, dass sie nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern auch Entertainer-Qualitäten aufweisen.

Handwerker können vom Beruf gut leben

In seiner Ansprache im voll besetzten Menzinger-Saal bedankte sich Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger bei den Eltern dafür, dass sie ihren Kindern eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb ermöglicht hätten. „Die Lehrjahre waren sicher auch für die Eltern lehrreich“, sagte der Bauunternehmer. Während Handwerker händeringend gesucht würden, gebe es in Deutschland zu viele Akademiker.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) erweise sich als „realitätsfremd“, wenn sie auch in Deutschland eine ebenso hohe Akademikerquote wie in den wirtschaftlich schwachen Ländern Südeuropas anstrebe, kritisierte er. Während Akademiker oft keine ihrer Ausbildung entsprechende Stelle fänden, könnten Handwerker von ihrem Beruf gut leben, betonte Waxenberger.

„Setzt euch für die Demokratie ein“

Der Landkreis Erding sei stark vom Handwerk geprägt, freute sich der Kreishandwerksmeister. So gebe es hier 2535 Handwerksbetriebe mit rund 9800 Beschäftigten, die zur Zeit 783 Lehrlinge ausbilden. Trotzdem fehlten immer mehr junge Leute, die eine Ausbildung im Handwerk machen wollten und dazu auch fähig seien. „Tragt euren Gesellenabschluss mit erhobenem Kopf“, forderte Waxenberger die Absolventen auf. Ebenso sollten sie sich bei den nächsten Wahlen für die Demokratie einsetzen.

Das Handwerk sei die wichtigste Säule des Mittelstandes, betonte Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl. Gerade Bäcker oder Metzger brauche man täglich. „Ich freue mich, dass es heuer wieder mehr Gesellen gibt.“

Niedrigste Arbeitslosenquote und jüngste Bevölkerung

Seine Anerkennung dafür, dass sie die Ausbildung durchgehalten haben, drückte Landrat Martin Bayerstorfer den ehemaligen Azubis aus. 41 Prozent der Lehrlinge würden im Landkreis in Handwerksbetrieben ausgebildet. Diese würden somit einen wichtigen gesellschaftspolitischen Beitrag leisten. Auch mit Hilfe des Handwerks habe der Landkreis in den vergangenen zehn Jahren große wirtschaftliche Erfolge erzielt.

„Wir haben eine der niedrigsten Arbeitslosenraten sowie die jüngste Bevölkerung und mit 60 Prozent die größte wirtschaftliche Steigerungsrate in ganz Deutschland“, betonte Bayerstorfer. Der Zuwachs bei den Einnahmen durch die Gewerbesteuer habe 120 Prozent betragen, freute er sich. Allein mit Akademikern könne man solche Erfolge nicht erreichen, sagte der Landrat.

Günter Wirnhier

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