Autobahneröffnung

A 94: Auf die Feuerwehren kommt viel zu

Durch die Autobahn kommen auf die Gemeinde Lengdorf teure Investitionen zu. Das mache der Feuerwehrbedarfsplan deutlich, so Kreisbrandinspektor Lorenz Huber.

Von Anne Huber

Lengdorf – In Lengdorf sei es für die beiden Feuerwehren bislang beschaulich, sagte er im Gemeinderat. „Aber das wird sich ganz gewaltig ändern, wenn die Autobahn kommt“, warnte er im Hinblick auf die für Oktober 2019 geplante Eröffnung des nächsten A 94-Abschnitts.

Lediglich mit drei Bränden und elf Technischen Hilfeleistungen hatte es die Feuerwehr im Jahr durchschnittlich zu tun. Bei ihren Matzbacher Kollegen waren es ein Brand und sieben Technische Hilfeleistungen. Gut dabei sind beide Wehren bei der Hilfsfrist. Alle Ortsteile können innerhalb von zehn Minuten erreicht werden. Zufrieden war der Fachmann auch mit der Personalstärke. Die durchschnittliche Antrittsstärke solle aber wegen der Autobahn-bedingten Einsätze verbessert werden, schlug Huber vor. Hier sei Aufklärungsarbeit bei den ortsansässigen Unternehmen notwendig.

Bei Einsätzen auf der A 94 werde Lengdorf auf umliegende Feuerwehren angewiesen sein. „Die Auffahrt kann von der Feuerwehr Isen mit einer Überschreitung von ein bis zwei Minuten erreicht werden, das ist akzeptabel“, sagte Huber.

Der Kreisbrandinspektor riet, das vorhandene LF 16/12 möglichst mit Ende der Nutzungsdauer im Jahr 2023 auszumustern und durch ein HLF 20 zu ersetzen. In ihm finden neben Löschwasser und Schaum sowohl Schläuche und Armaturen zur Brandbekämpfung als auch Materialien zur Technischen Hilfeleistung Platz.

Man wisse, dass die Baureihe des Lengdorfer Löschfahrzeugs deutliche Mängel aufweise, die oft einen früheren Austausch nötig machten, informierte Huber die Räte. Die Anschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs werde die Gemeinde 320 000 Euro kosten, sagte er.

Das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Matzbacher Feuerwehr hat seine Nutzungsdauer um gut zehn Jahre überschritten und soll mittelfristig durch ein TSF-L ersetzt werden, schlug Huber weiter vor. Es handelt sich um ein Logistikfahrzeug zum Transport von Ausrüstung.

Synergieeffekte könnten hergestellt werden, indem beispielsweise die einsatzbereit auf Paletten geladenen Tauchpumpen für den Hochwassereinsatz im neuen Gerätehaus in Lengdorf untergebracht werden. Für das Logistikfahrzeug müsse die Kommune mit Kosten von rund 150 000 Euro rechnen.

Während der Landkreis den benötigten Verkehrssicherungsanhänger stellt, solle die Gemeinde als Zugmaschine in naher Zukunft einen sogenannten Versorgungs-Lastkraftwagen anschaffen. Dieser Lkw sei auch ausreichend schwer, um bei Einsätzen auf der Autobahn bei Auffahrunfällen selbst Sattelschlepper auszubremsen und dadurch für die Sicherheit von Fahrzeugen und Mannschaft zu sorgen.

Huber schlug einen Lastwagen mit Hubbühne vor, um wechselhafte Module flexibel laden zu können. „Das ist langfristig die wirtschaftlichste Lösung“, sagte er. Wenn sich die Kommune mit einer anderen Gemeinde zusammentue, die ein baugleiches Fahrzeug anschafft, könne ein Preisnachlass erzielt werden. Ohne Nachlass kostet es 150 000 Euro, der Zuschuss beträgt 37 000 Euro.

Bürgermeisterin Gerlinde Sigl schlug vor, den Versorgungs-Lkw bald zu bestellen. Sollte er bis Autobahneröffnung noch nicht zur Verfügung stehen, werde die Leitstelle mit einem alten Fahrzeug aushelfen. Die Kommandanten sollen nun Stellungnahmen zum Bedarfsplan abgeben.

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