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Volles Haus im Gasthaus Menzinger in Lengdorf: Der Landfrauentag ist seit Jahrzehnten eine beliebte Veranstaltung.

Veranstaltung in Lengdorf

Beim Landfrauentag tanken die Bäuerinnen Kraft 

Der Landfrauentag in Lengdorf bot eine willkommene Auszeit  von der Arbeit und wichtiges Miteinander.

Lengdorf – Für Kreisbäuerin Anneliese Posch soll der Landfrauentag zweierlei sein: unterhaltsam und informativ. Deswegen gab es auch heuer statt langer Grußworte von Politikern viel Musik und Zeit zum Ratschen sowie einen Vortrag, der sich mit der bedeutsamen Frage beschäftigte, wie man die Welt satt bekommt.

Noch eine Neuerung hat Posch eingeführt, die sich seit zwei Jahren auf Kreisebene für den Bayerischen Bauernverband engagiert. Jedes Jahr darf sich eine Gemeinde vorstellen. Heuer fiel die Wahl auf Taufkirchen.

Landfrauen seien nicht nur in seiner Heimatgemeinde ein Paradebeispiel für gesellschaftlichen Zusammenhalt, lobte Bürgermeister Franz Hofstetter. Aus der Vils-Gemeinde und aus Moosen kamen auch die Landfrauen, die unter der Leitung der Ortsbäuerinnen Steffi Hörmann und Anni Mangstl für den vorweihnachtlichen Saalschmuck gesorgt hatten.

Dass der Landfrauentag auch Jahrzehnte nach seiner Einführung eine wichtige Einrichtung ist, erfuhr man aus erster Hand von den Besucherinnen. Katharina Nagler, Elisabeth Dreiseitl, Anneliese Schimpf und Martina Scheckenhofer hatten es sich an einem Vierer-Tisch gemütlich gemacht. „Wir kommen, praktisch, seit es den Landfrauentag gibt“, sagten die Bäuerinnen aus Eichenried und Moosinning. „Der Landfrauentag ist eine schöne Auszeit“, meinte Schimpf. „Und man trifft Leute“, ergänzte Scheckenhofer.

Seit sie vor 28 Jahren Ortsbäuerin in Eichenried wurde, besucht Schimpf am Tag des katholischen Hochfestes „Ohne Erbsünde empfangene Jungfrau und Gottesmutter Maria“ das Treffen der Bäuerinnen. „Wir gehen auch jedes Mal in die Heilige Messe“, erzählten die vier Frauen und lobten Pater Dominik Sobolewski aus Taufkirchen für dessen gehaltvolle Predigt.

„Der Landfrauentag ist Abschluss des Bauernjahres, von dem, was man mit den Landfrauen macht, jetzt kommt die Familie dran“, freute sich Schimpf auf die Weihnachtsvorbereitungen.

Auch für Kreisbäuerin Posch ist der Tag eine Art Kraftspender, eine Möglichkeit, „ein paar Stunden innezuhalten und durchzuschnaufen“. Denn Bäuerinnen stünden in Familie und Öffentlichkeit ständig vor neuen Herausforderungen, und müssten mit Anfeindungen und Missverstandenwerden umgehen.

Vor dem Festvortrag sprach Bezirksrätin Maria Grasser das einzige Grußwort des Nachmittags. Wenig bekannt sei, dass Erding trotz der Bezirksumlage von über 40 Millionen Euro ein „Nehmerlandkreis“ sei, berichtete sie. Sie sei froh, sich auf Bezirksebene engagieren zu können, wo es um „Soziales und Arbeiten“ gehe, nicht um Machtkämpfe.

Um Soziales ging es auch Rita Gabler, pflegerische Leiterin des Palliativ Teams Erding. Da man gerade ein Hospiz für die stationäre Betreuung Sterbender in Erding plane, könne man jeden Euro brauchen. Denn es gebe auch im Landkreis immer mehr allein lebende und einsame Menschen. Ans Palliativ Team geht auch die Spende der Landfrauen, die aus dem Kuchenverkauf erwirtschaftet wurde.

Viel Applaus gab es für Christine Gangkofer, frischgebackene Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft aus Karlsdorf (Gemeinde Forstern). Für die 21-Jährige, die aus einem Nebenerwerbshof stammt, war die Berufswahl ein Volltreffer: „Ich bin durch die Ausbildung persönlich enorm gewachsen.“ Mit Liedern und Geschichten, vorgetragen von Maria Galler und dem Moosener Dreiklang, klang der Nachmittag aus. Sie unterstützten den Landfrauenchor, der auch heuer den Tag begleitet hat.

Anne Huber

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