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Mit dem Moped von Lengdorf nach Las Vegas

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Lederhose und Zündapp-Gespann: Julian (l.) und Thomas Wittmann fahren von Lengdorf nach Las Vegas.
Lederhose und Zündapp-Gespann: Julian (l.) und Thomas Wittmann fahren von Lengdorf nach Las Vegas. © Anne Huber

So leben Bayern die Freiheit – zumindest Julian und Thomas Wittmann aus Lengdorf. Sie wollen mit zwei Zündapps von zuhause bis nach Las Vergas fahren. Über den Trip drehen sie einen Film. Start ist am Freitag.

Lengdorf – Mit dem Fahrrad durch Grönland, barfuß über die Alpen: Es gibt nahezu nichts, was Menschen nicht machen, um ein Abenteuer zu erleben. Die Lengdorfer Brüder Julian und Thomas Wittmann stehen da nicht zurück. Sie wollen mit dem Moped vom Münchner Hofbräuhaus zur „Famous german beer hall“ in Las Vegas. Das Besondere an der Reise ist, die Ende des Monats in Lengdorf beginnt, dass sie darüber ein Roadmovie drehen wollen.

Die beiden Lengdorfer sind nicht nur von Kindheit an Schauspieler. Julian Wittman, der auch als Musikkabarettist bekannt ist, hat zudem eine Drehbauchausbildung absolviert und arbeitet beispielsweise bei der Serie „Dahoam ist dahoam“ mit.

Die Reisevehikel, zwei Zündapp-Mopeds C50 Super, Baujahr 1968 und 1969, Spitzengeschwidigkeit 40 km/h, stehen schon bereit. Beide sind mit einer Anhängerkupplung versehen, damit der von Spezl Richard Mittermaier gefertigte Anhänger abwechselnd von beiden Mopeds gezogen werden kann.

Die Idee der Reise von Hofbräuhaus zu Hofbräuhaus hatte der mit 25 Jahren ältere Bruder, Julian. Er hatte das Projekt, bei dem ein Eicher-Bulldog als Reisegefährt dienen sollte, ursprünglich mit Freunden im Biergarten entwickelt. Als die absprangen – unter anderem, weil es zu teuer ist, einen Traktor zu verschiffen – stieg Bruder Thomas (22) ein.

„Bürokratie-Wust“ vor dem Start

Der gelernte Immobilienkaufmann ist bei der Aktion für Marketing und Sponsoring verantwortlich. Unter den Unterstützern, die er für das Projekt begeistern konnte, sind ein Bergschuh- und Trachtenhersteller aus Kirchanschöring im Landkreis Traunstein von dem die Fahrerkluft stammt: zwei Lederhosen. Wie es Mitte November – so lange soll die Reise dauern – beruflich für ihn weitergeht, weiß Thomas Wittmann noch nicht.

Nach der Reise steht die Realisierung des Films an. „Es wird eine Reisedokumentation, die zeigt, wie zwei Bayern ihren Traum von Freiheit leben“, sagt Julian. Dass es dabei nicht bierernst zugehen wird, weiß, wer den Gaudiburschen von seinen Auftritten her kennt. Leben wird die Doku vom Kontrast zwischen der beschaulichen Thann-Matzbacher Straße in Lengdorf, mit seinen Einfamilienhäusern und gepflegten Vorgärten, und dem Strip in Las Vegas mit Casinos, Hotels und Restaurants. Oder wie Julian sagt „vom kleinen bayerischen Dorf und der Metropole der Dekadenz“.

Bevor die beiden in Lengdorf starten, wo der Jüngere noch bei den Eltern wohnt, um über einen Umweg über das Münchner Hochbräuhaus nach Antwerpen zu fahren, gab und gibt es noch viel zu erledigen. Ein richtiger „Bürokratie-Wust“ sei es gewesen, um die für die Einfuhr nötige eVB-Nummer zu bekommen, die für Mofas normalerweise nicht nötig ist.

Jetzt laufen beiden Mopeds mit großen Nummernschildern, aber ohne TÜV-Wapperl. Eine Kuriosität, wie Thomas meint. „Ich wart schon drauf, dass uns die Polizei aufhält und wir das erklären müssen“, sagt er grinsend. Nur ein Spaß, denn selbstverständlich hoffen die beiden Filmemacher, dass sie ungehindert bis nach Antwerpen kommen. Dort geht es für Mopeds und Fahrer auf das Schiff nach New York.

„Wir haben lang nach einem Containerschiff gesucht, wo wir mit der Crew leben können“, erzählen die Wittmann-Brüder. In der italienischen Reederei Grimaldi wurden sie schließlich fündig. Nach zwei Wochen wird New York erreicht sein. Einige Tage werden sie allein in in der Weltmetropole verbringen, dann stößt eine kleine Filmcrew zu ihnen. 6000 Kilometer der Reise liegen dann bereits hinter und weitere 4000 vor ihnen, bis sie die Mojave-Wüste erreicht haben werden.

Online-Tagebuch auf www.ausgrissn.de

Bis zum Start müssen die Kontakte zu Sponsoren und anderen Unterstützern gepflegt und die Fans auf dem Laufenden gehalten werden. Auf www.ausgrissn.de erfährt man zum Beispiel, dass Julians Mokick den Namen Alma trägt und aus Einzelteilen zusammengeschraubt worden ist. Die Mopeds wurden in der Werkstatt von Helmut Schlecht in Steinhöring auf Vordermann gebracht. „Mia san nämlich koane Profi-Schrauber“, geben die beiden zu. Was sie da abgeschaut haben, soll auf der Tour reichen. Immerhin sei die Technik der „Fahrräder mit Motor“ überschaubar, aber qualitativ hochwertig und zuverlässig. Ihre Englischkenntnisse bezeichnen die Wittmann-Brüder als ausreichend. „Hochkarätige Interviews können wir nicht führen, aber solange wir uns Bier und was zum Essen bestellen können, passt’s scho“, sagen sie.

Start mit Zündapp-Konvoi

Die Wittmann-Brüder starten am Samstag, 25. August. Unterstützt werden sie auf der ersten Etappe mit einem Zündapp-Konvoi. Abfahrt ist um 10.30 Uhr am Rathaus Lengdorf (Treffen 10 Uhr). Dazu gibt es Live-Musik von Dreibauf und Überraschungsästen.

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