Eine Wahlempfehlung gab LOS-Kandidat Franz Obermeier (r.) ab: Seine Lebensgefährtin Michèle Forstmaier (FW) sei die Richtige für das Bürgermeisteramt.
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Eine Wahlempfehlung gab LOS-Kandidat Franz Obermeier (r.) ab: Seine Lebensgefährtin Michèle Forstmaier (FW) sei die Richtige für das Bürgermeisteramt.

Kritik der LOS-SPD-Kandidaten

Lengdorfer Gewerbegebiet „zu schade als Autobahn-Servicestation“

Zu viel Hinterzimmer-Politik, die falschen Ideen fürs Gewerbegebiet an der A94, lieber ein Dorfladen, statt ein Discounter: Die Liste der Kritikpunkte war auf der Wahlkampfveranstaltung der Lengdorfer Liste LOS-SPD lang.

Lengdorf – Ein Gesamtkonzept statt Einzellösungen wünscht sich die neue Lengdorfer Liste LOS-SPD für die Gemeinde. Schaffen will man das über mehr Sitze im Gemeinderat, um künftig die absolute Mehrheit von CSU-Bürgerblock zu verhindern. Da LOS-SPD keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellt, sprach Franz Obermeier (Platz 2) eine Wahlempfehlung für seine Lebenspartnerin Michèle Forstmaier aus, die sich für die Freien Wähler um das Amt bewirbt.

Verzichten mussten die Kandidaten bei der Vorstellung ihrer Ideen für Lengdorf auf den Spitzenkandiadten Bodo Lampe, der aus persönlichen Gründen nicht an der einzigen Wahlveranstaltung teilnehmen konnte. Zentrale Themen der Sozialökologen sind Klima, Wasser, Gewerbegebiet und Kinderbetreuung. Obermeier will gleich nach der Wahl einen Antrag stellen, damit ein öffentliches Gebäude mit einer Solaranlage ausgestattet wird. „Entweder stemmt es die Gemeinde, oder wir gründen eine Bürgergenossenschaft“, sagte er.

Auch die Wasserversorgung hat der studierte Elektrotechniker im Blick. Mit verbesserter Technik wie automatischen Umschaltvorgängen, Regenwasserzisternen und einem bewussteren Umgang der Bürger könne der Wasserverbrauch um zehn Prozent gesenkt werden. „Das würde bedeuten, dass weitere 300 Menschen mit dem bisherigen System mit Trinkwasser versorgt werden könnten“, prognostizierte er. Allerdings dürfe dabei kein stark wasserverbrauchendes Gewerbe wie eine Tankstelle oder ein Hostel an der Autobahn errichtet werden, sagte er mit Blick auf die Pläne der Gemeinde.

„Unser Gewerbegebiet ist zu schade, um zur Servicestation der Autobahn degradiert zu werden“, kritisierte auch Hermine Spiegl (Platz 6) Hostel und Tankstelle. Auch das Vorgehen stieß auf Unverständnis. „Die Verhandlungen mit einem Bauträger hinter verschlossenen Türen waren nicht richtig. Wir wünschen uns einen Bürgermeisterin, die die Menschen in Entscheidungen einbezieht“, sagte Spiegl.

Ein Dorn im Auge war ihr auch der Plan, einen Discountmarkt im Gewerbegebiet anzusiedeln, da dieser das Problem der Grundversorgung nicht löse. Stattdessen solle ein Dorfladen nach dem Wörther Vorbild geschaffen oder ein vernünftiger Supermarkt mit Vollsortiment gewonnen werden.

Wie Spiegl hatte auch Jens Gloede (Platz 3) die Lärmbelastung durch die Autobahn und Nachbesserungen für mehr Lärmschutz im Blick. „Nicht das gesetzliche Minimum, sondern das maximal technisch Machbare muss das Ziel sein“, forderte er.

Zentrales Thema Gloedes war die Kinderbetreuung und die Schulwegsicherheit. Negativ sei am aktuellen Planungsansatz, dass sich die Freispielfläche weiter verkleinere und die energetisch schlechte Situation des Hauptgebäudes bestehen bleibe. Gloede wünschte sich deshalb die Überprüfung, „ob ein kompletter Neubau an vielleicht anderer Stelle zukunftssicherer und damit sogar günstiger wäre“.

Mehr Verkehrssicherheit will Gloede auf Haupt- und Brückenstraße schaffen. Dabei dachte er an Bedarfsampel, Zebrastreifen und eventuell eine Einbahnstraßenregelung für die Brückenstraße. Mehr Transparenz wünschte sich der Unternehmer im Gemeinderat. „Die neue Öffentlichkeit findet im Netz statt“, forderte er die Kommune auf, Protokolle der Gemeinderatssitzungen online zu stellen.

Dorfmitte, Kultur und Radwege standen in der Rede von Albrecht Gribl (Platz 4) im Mittelpunkt. Da Gribl nicht anwesend sein konnte, verlas Gloede dessen Anliegen. Dorfladen und Arztpraxis schweben dem Historiker für die neue Dorfmitte vor. Außerdem könnte eine feste Ausstellung zur Lengdorfer Geschichte etabliert werden. Für den Radweg fordert er eine bessere Weiterführung Richtung neuer Friedhof und der Straße nach Bruck.

Der Wunsch eines Besuchers, über Konzepte der nachhaltigen Wärmeversorgung nachzudenken, wurde aufgegriffen. Möglich sei in bestimmten Bereichen eine Grundversorgung durch ansässige Biogasanlagen und die Unterstützung durch Hackschnitzel-, Stückholz- oder Pelletanlagen, war das Fazit der Anfrage.

Anne Huber

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