KATWARN löst für ganz Nürnberg aus - deutliche Warnung - Rauchsäule über Stadt

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Bewährter Vorstand: Christian Huber (vorne, Mitte) und Peter Schachtl (vorne, r.) wurden als Obermeister und Stellvertreter der Metzger-Innung wiedergewählt. Mit auf dem Bild sind Lars Bubnick, Geschäftsführer des Fleischerverbands Bayern (vorne, l.) sowie Rudolf Waxenberger, Andreas Menzinger, Manfred Rampf und Manfred Wiest (hinten, v. l.)

Christian Huber wird als Obermeister der Innung im Amt bestätigt

Metzger beklagen „schikanöse Kontrollen“

Die Kontrolle der Metzger durch die Regierung von Oberbayern wird stark kritisiert.

Lengdorf Der alte Obermeister ist auch der neue: Bei der Herbstversammlung am Dienstag in Lengdorf haben die Metzger aus dem Landkreis Christian Huber einstimmig für drei Jahre zum Chef der Metzger-Innung gewählt. Der Metzgermeister aus Walpertskirchen übt dieses Ehrenamt bereits seit neun Jahren aus. Sein Stellvertreter ist erneut Peter Schachtl. Weitere Vorstandsmitglieder sind Franz Feckl (Dorfen), Philipp Gantner (Wifling), Andreas Menzinger (Lengdorf), Manfred Rampf (Maria Thalheim) und Manfred Wiest (Eitting).

In seinem Jahresbericht übte Huber scharfe Kritik an „schikanösen“ Kontrollen der Metzger durch die Regierung von Oberbayern. Die Politiker im Landtag würden „fern von der Realität“ leben und keine Ahnung von der Praxis haben, schimpfte der Obermeister. „Man braucht sich nicht zu wundern, wenn immer mehr Betriebe aufgeben oder keinen Nachfolger finden“, sagte er. „Ständig ist von Tierschutz und Verbraucherschutz die Rede, wo bleibt der Inhaberschutz?“ Diese Kontrollen seien eine „Demütigung der Handwerker“, stimmte ihm ein Metzger zu. „Da stelle ich lieber das Gepäck auf das Fließband auf dem Flughafen als Metzger zu bleiben!“

Auf einige Neuerungen für die Metzger im nächsten Jahr wies Lars Bubnick, Geschäftsführer des Fleischerverbands Bayern (Augsburg), in seinem Vortrag hin. So müsse künftig jeder Kunde einen Kassenzettel erhalten. Außerdem müssten bis spätestens Ende September 2020 alle Kassendaten gespeichert werden, beispielsweise mit einem USB-Stick. Die von Verbänden wie Foodwatch oder Peta geforderte Videoüberwachung bei der Schlachtung lehnte Bubnick entschieden ab. Ebenso attackierte er Verbraucherschutzportale im Internet wie „top secret“. „Wir brauchen keine Organisationen, die die Bäcker, Metzger und Gastwirte an den Pranger stellen“, betonte der Geschäftsführer.

Ziel seines Verbandes sei es, das Metzgerhandwerk stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. So habe man Käppis, Rucksäcke und Kondome für Job-Messen entwickelt, die bei den Jugendlichen stark gefragt seien. Außerdem seien Videos und Kinospots zu Werbezwecken vorgesehen. Da manche Metzger nicht Mitglied in ihrer Innung werden wollten, solle künftig auch eine Einzelmitgliedschaft beim Fleischerverband möglich sein. Bubnick hofft, dadurch den Verlust von 40 bis 50 Betrieben, die jährlich in Bayern schließen, auszugleichen und die Mitgliedsbeiträge stabil zu halten.

Eine längere Diskussion unter den elf Metzgermeistern löste die Wahl des Gesellenprüfungsausschusses aus. Bei dieser Prüfung zahlten die Metzger bis zu 150 Euro pro Geselle drauf, da es zu wenige Prüflinge gebe, erläuterte Obermeister Huber. Deshalb sollte die Veranstaltung bei der Innung Dachau stattfinden. Trotzdem wurden ein Prüfungs- und ein Berufsbildungsausschuss bestimmt, mit jeweils Franz Simeth aus Wartenberg als Vorsitzenden und Josef Bachmaier (Pastetten) und Manfred Rampf (Maria Thalheim) als Stellvertreter. Da er seit Jahren keine Beiträge bezahlt hat, soll Hans Faltermaier (St. Wolfgang) aus der Innung ausgeschlossen werden.

Positive Akzente setzte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger in seinem Schlusswort. Im Landkreis Erding gebe es zurzeit 2574 Handwerksbetriebe mit rund 10 000 Beschäftigten, die Zahl der Lehrlinge verzeichne heuer mit 310 neuen Azubis die stärkste Steigerung seit sieben Jahren. Obwohl Erding rund 40 000 Einwohner weniger als der Landkreis Freising habe, hätten die Erdinger Handwerksbetriebe im vergangen Jahr 1,52 Milliarden Euro Umsatz gemacht – eine halbe Milliarde Euro mehr als die Nachbarn, die in etwa die gleiche Anzahl von Betrieben aufweisen würden.

Günter Wirnhier

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