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Fußballgeschichten und mehr: Schulleiterin Angeli Wittmann freut sich auf den sportlichen Vorlesetag.

Interview über den Wert des Vorlesens für Kinder

Lengdorfer Schulleiterin Angeli Wittmann: „Die Liebe zum Buch besteht bis heute“

Für Schulleiterin Angeli Wittmann ist es wichtig, dass Kinder Spaß am Lesen haben. Im Interview erzählt sie die Gründe dafür und was am Vorlesetag geplant ist.

Lengdorf Zum 16. Mal findet am Freitag der bundesweite Vorlesetag statt. Mit der Aktion soll Freude am Lesen vermittelt und die Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Auch im Landkreis nehmen zahlreiche Kindertagesstätten und Schulen an dem Tag teil, der heuer unter dem Motto „Sport und Bewegung“ steht. Wir wollten von Angeli Wittmann, der Schulleiterin der Grundschule Lengdorf, wissen, wie das Projekt umgesetzt wird und welchen Stellenwert Lesen an ihrer Schule hat.

Frau Wittmann, wurde Ihnen als Kind vorgelesen?

Meine Mutter hat mir oft vorgelesen, mein Vater hat mir regelmäßig Geschichten erzählt. Büchereibesuche sowie der Kauf von Kinderliteratur und später auch von Fachliteratur wurden von meinen Eltern unterstützt. Ich denke schon, dass mich das geprägt hat. Die Liebe zum Buch besteht bis heute. Auch habe ich meinen Kindern und später auch den Schulkindern gerne und oft vorgelesen.

Warum ist es wichtig, dass Kindern vorgelesen wird?

Das Medium „Buch“ sollte auch weiterhin seinen Platz haben. Vorlesen dient der Verbesserung der sprachlichen Entwicklung und der Erweiterung des Wortschatzes, der Förderung des aktiven Zuhörens und der Konzentration. Zudem unterstützt das Vorlesen das soziale Miteinander sowie die Schulung der Empathie. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Schüler das Vorlesen einer Geschichte genießen. Durch das Kennenlernen von Kinderliteratur wird auch die Fantasie angeregt.

Wie setzten Sie das Thema „Sport und Bewegung“ um?

In der Woche des Vorlesetags stimmen wir die Kinder auf das Motto mit Hilfe eines Parcours aus dem Programm „Voll in Form“ ein. Auftakt des Vorlesetags ist dann eine Bewegungsgeschichte für alle Kinder in der Turnhalle. Eine gesunde Pause rundet den Vorlesetag ab.

Wer liest heuer bei Ihnen an der Schule vor?

Die Vorleser sind Eltern, die in der Freizeit oder im Verein gerne Sport treiben sowie Personen, die im Sportverein tätig sind. Zudem haben Vertreter der Gemeindebücherei und unsere Bürgermeisterin, Gerlinde Sigl, die gerne wandert und Rad fährt, zugesagt.

Und was wird vorgelesen?

Es werden Geschichten, in denen sportliche Handlungen im Mittelpunkt stehen, vorgelesen. Vorweg werden die Bücher in Form eines kleinen Steckbriefs vorgestellt. So können sich die Schüler und Schülerinnen schon im Vorfeld Gedanken machen, welches Buch sie anspricht.

Wie wählen Sie die Vorleser aus?

Einige Vorleser waren schon im letzten Jahr dabei und haben sich auch in diesem Jahr wieder bereit erklärt mitzumachen. Zusätzlich haben wir, passend zum diesjährigen Motto, Personen angesprochen, die sportaffin sind.

Was macht einen guten Vorleser aus?

Ein Vorleser sollte die Geschichte, die er vorliest gut finden, um sie überzeugend vorlesen zu können, Zeit mitbringen, über schauspielerische Fähigkeiten verfügen, geeignete Passagen aussuchen, Spannung aufbauen, die Zuhörer mit einbeziehen und auf Blickkontakt achten.

Haben Bücher bei Kindern eine Chance gegen Tablet, CD und Smartphone?

Laut Umfragen verliert das Buch zugunsten der neuen Medien bei den Kindern und Jugendlichen immer mehr an Bedeutung, was mich nicht verwundert. Entsprechend unserer Zielgruppen werden meiner Meinung nach Bilderbücher, Bildbände und Kinderliteratur sicherlich auch weiterhin bestehen bleiben. Dass das Medium Buch auch Vorteile mit sich bringt, sollte man sich immer vergegenwärtigen – das konzentriertere Aufnehmen von Informationen, das Gefühl, ein Buch in Händen zu halten, darin zu blättern oder es bei Unterbrechungen schnell wieder griffbereit zu haben, Deshalb ist ein Vorlesetag so wichtig, um das Buch bewusst in den Mittelpunkt zu rücken und es als gleichwertiges Medium neben Tablets, CDs etc. darzustellen.

Der Vorlesetag findet nur einmal im Jahr statt. Wie schaut es sonst mit Leseerziehung aus?

In den Jahrgangsstufen eins und zwei werden vermehrt Bilderbücher als Sprach- und Schreibanlass im Unterricht eingesetzt. Das Vorlesen als Ausklang der Woche und als Ritual findet ebenfalls statt. In den Jahrgangsstufen drei und vier liegt der Schwerpunkt auf Buchpräsentationen und Lektüren, aus denen geeignete Passagen vorgelesen werden. In allen Jahrgangsstufen finden kontinuierlich Besuche in der Gemeindebücherei am Ort statt. Außerdem steht allen Schülern das Leselernprogramm „Antolin“ zur Verfügung. An unserer Schule legen wir Wert darauf, dass bei der Vorbereitung der Referate auch Sachbücher aus der Bücherei verwendet werden.

Das Gespräch führte Anne Huber.

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