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Stets präsent , wenn es um Lengdorfs Senioren geht: Alois Jaworek.

Nach dem Seniorenfasching ist Schluss

Seniorenbeauftragter Alois Jaworek gib Referentenamt in Lengdorf ab

Der Lengdorfer Seniorenfasching heuer wird die letzte Veranstaltung sein, die Alois Jaworek in offizieller Funktion besucht.

LengdorfDer Lengdorfer Seniorenfasching heuer wird die letzte Veranstaltung sein, die Alois Jaworek in offizieller Funktion besucht. „Nach der Kommunalwahl komme ich nur noch als Privatmann“, kündigte der Seniorenbeauftragte in der Adventsfeier an, die die Gemeinde für ihre älteren Bürger veranstaltet.

Sein eigenes Alter gibt der 71-Jährige als Grund dafür an, warum er nicht für eine Kandidatur als Gemeinderat zur Verfügung steht. Den schrittweisen Abschied hat er bereits vor längerer Zeit von seinem Ehrenamt als Kassier des FC Lengdorf eingeleitet. „Jetzt ist es Zeit für Jüngere“, hat er seinem Verein gesagt. Das gelte auch für den Gemeinderat und das damit verbundene Amt als Seniorenbeauftragter, sagt Jaworek.

Seit sechs Jahren ist der gelernte Buchhalter, der zuletzt als Leiter des Rechnungs- und Finanzwesens in einem mittelständischen Unternehmen gearbeitet hatte, für die Senioren der Gemeinde da. Dazu gehört nicht nur, dass er die Veranstaltungen besucht, die oft im Zusammenarbeit mit der Pfarrei angeboten werden. Schließlich weiß er, dass es wichtig ist, präsent zu sein, um mit den Lengdorfer Senioren in Kontakt zu kommen, zu erfahren, was sie sich von der Kommunalpolitik wünschen.

Alois Jaworek: Kämpfer für Barrierefreiheit

Jaworek weiß auch, was zu tun ist, um die Teilhabe der älteren Generation am öffentlichen Leben zu verbessern. Froh ist er beispielsweise über den Beschluss des Gemeinderates, bei Baumaßnahmen die Möglichkeit zu überprüfen, Gehwege zu errichten oder auszubauen.

Andere Dinge, wie der barrierefrei Zugang zum Rathaus, bereiten ihm allerdings Kopfzerbrechen. „Leider ist es nicht möglich, den ersten Stock barrierefrei zu erreichen“, sagt er. Ein Aufzug sei vom Architekten nämlich abgelehnt worden. „Eine weitere Schwachstelle ist die Tür. Sie ist so schwer, dass sie für ältere oder behinderte Besucher ein Hindernis darstellt.“ Dazu stünden die Wartenden noch im Regen, weil auch ein Vordach über dem Rathauseingang vom Architekten abgelehnt worden sei.

Umso erfreulicher findet es Jaworek, dass die Barrierefreiheit im neuen Feuerwehrgerätehaus gut gelöst und der Aufgang zum Pfarrhaus, wo die monatlichen Treffen der Pfarrei für Senioren stattfinden, so umgestaltet wurde, dass keine Treppen mehr zu bewältigen sind. Das barrierefreie Pfarrhaus sei besonders wichtig, weil Kernpunkt der Lengdorfer Seniorenarbeit die von Patrizia Brambring und Werner Schroll durchgeführten Treffen seien, die jeden dritten Mittwoch im Pfarrheim stattfinden.

Zu wenig Männer bei Veranstaltungen

„Ich versuche, immer bei den Treffen dabei zu sein, um den Leuten als Kontaktperson der Gemeinde zur Verfügung zu stehen“, sagt Jaworek. Drei regelmäßige Veranstaltungen, von der Kommune angeboten, sollen zusätzlich dafür sorgen, dass die älteren Bürger zusammenkommen. So wird am Mittwoch, 19. Februar, gemeinsam Fasching gefeiert.

„Leider wissen viele nicht, dass diese Veranstaltungen für die ganze Gemeinde vorgesehen sind, offensichtlich werden sie von vielen als Veranstaltung der Pfarrei gesehen“, bedauert der 71-Jährige. Auch dass wenige Männer die Veranstaltungen besuchen, findet Jaworek schade. Beim Seniorenadvent waren Männer ebenfalls rar. „Da könnten ruhig ein paar mehr kommen“, sagt Jaworek.

Nächster Ausflug ohne Jaworek-Planung

Immerhin sind knapp 400 der 2800 Einwohner Lengdorfs 66 Jahre und älter. Selbst, wenn man bedenkt, dass der Frauenanteil mit steigendem Alter wächst, gibt es also viele Männer in Lengdorf, die die Angebote nicht wahrnehmen.

Ein volles Haus herrscht dagegen beim Seniorennachmittag von Gemeinde oder Landkreis. „Das tangiert mich allerdings nur am Rande, weil das von den Verwaltern organisiert wird“, erklärt Jaworek. Für die Ausflüge, bei denen sich die Senioren meist in Richtung Berge auf den Weg machen, war er verantwortlich. Bis jetzt. Beim nächsten Ausflug braucht sich Jaworek nicht mehr darum kümmern, ob die Sehenswürdigkeiten gut zu erreichen sind und das Essen beim Wirt schmeckt. Dann hat er Amt und Verantwortung bereits an seinen Nachfolger übergeben.

Anne Huber

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