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Gerlinde Sigl (CSU): Die 55-Jährige istseit 2009 Bürgermeisterin von Lengdorf.

Serie: Halbzeit zwischen den Kommunalwahlen

„Man wird härter im Nehmen“

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2014 waren die Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Lengdorf – Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen. Heute: Gerlinde Sigl (55), Bürgermeisterin von Lengdorf.

-Rückblick auf Ihr Wahlprogramm: Was wurde bereits umgesetzt, was noch nicht?

Gerlinde Sigl:Es soll nicht den Anschein haben, dass nur Dinge aus dem Wahlprogramm gemacht werden. Es werden viele Aufgaben umgesetzt, welche nicht im Wahlprogramm genannt sind. Der Breitbandausbau ist uns für die Gemeindebürger sehr wichtig und konnte bereits durchs Förderprogramm verbessert werden. Zugleich versucht man schon, übers neue Förderprogramm auch noch die restlichen weißen Flecken zu erschließen. Zum Neubau Feuerwehrhaus: Dies waren nicht immer leichte Entscheidungen, aber wir sind auf einem gutem Weg und wollen noch in diesem Jahr die Rohbauarbeiten durchführen – ich glaube auch, wenn das Gebäude steht und der Bereich als Ortsmittelpunkt weiter genutzt werden kann, wird auch die große Bevölkerung unsere Entscheidung mittragen können.

Zur Neuaufstellung Flächennutzungsplan:Durch die Neuaufstellung wurden auch in weiser Voraussicht Flächen als mögliches Bauland für ein Wachstum der Gemeinde mit aufgenommen. Ausweisung neues Baugebiet:Ich konnte noch vor Jahresende bekannt geben, dass der Start fürs neue Baugebiet erfolgen kann. Derzeit sind wir bereits in der zweiten Auslegung vom Bebauungsplan und könnten bereits im Herbst mit den ersten Erschließungsmaßnahmen beginnen.

Kinderspielplätze: Es wurde ein neuer großer Spielplatz geschaffen, und die bereits vorhandenen e wurden sicherheitstechnisch ertüchtigt und teilweise mit neuen Geräten ausgestattet.

Unterhalt und Ertüchtigung gemeindlicher Einrichtungen: Wasserversorgung, Abwasserentsorgung – Sanierung in Teilbereichen des alten Kanalnetzes – Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule mit Mittagsbetreuung, Turnhalle, gemeindlicher Friedhof.

Erhalt alter Bahndamm: Dieser soll als Geh- und Radweg zur Anbindung zum Radwegenetz Lengdorf-Isen dienen – derzeit sind wir in Eigenregie damit beschäftigt.

-Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gemeinderat?

Sigl: Zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger ist mir ein Miteinander und Füreinander immer besonders wichtig. Ich habe das Gefühl, dass ich fair und respektvoll das Vertrauen habe. Eine gute und vertrauensvolle Arbeit mit dem Gemeinderat ist sehr wichtig, sonst könnten viele Maßnahmen und Entscheidungen nicht erfolgen. Allein ohne Gemeinderat geht gar nicht, lieber ausführlich über Entscheidungen diskutieren und gemeinsam eine vernünftige Lösung suchen.

-Was war in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeisterin Ihr schönstes Erlebnis?

Sigl:Es gibt das ganze Jahr hindurch schöne Erlebnisse, egal ob bei Eheschließungen, Gratulationen, Vereinsfeierlichkeiten, kirchlichen Veranstaltungen, Landfrauentag, Seniorennachmittag und so weiter. Besonders zu erwähnen ist die Gemeinschaft aller Landkreis-Bürgermeisterinnen und -Bürgermeister. Bei vielen dienstlichen Terminen und gesellschaftlichen Ereignissen kann man viel durch den Erfahrungsaustausch mit nach Hause nehmen. Viel zu wenig nutze ich die wöchentliche Gelegenheit „Treffen der Bürgermeister und Altbürgermeister“ – und wenn es mal auch nur für eine Tasse Kaffee reicht. Humorvoll ausgedrückt: Man kann mal den Alltag für kurze Zeit hinter sich lassen.

-Welches war besonders ernüchternd?

Sigl:Die Ernüchterung kommt immer dann, wenn man spürt und weiß, dass einem dein Gegenüber freundlich die Hand drückt, dir ins Gesicht lächelt, und gleichzeitig haut er dir die Schienbeine blau. Macht aber nix – man lernt nie aus und wird härter im Nehmen.

-Gibt es etwas, das Sie in den nächsten drei Jahren anders machen wollen?

Sigl: Was soll ich schon anders machen? Ich werde mich nicht ändern und gehe den Weg weiter. Das Wichtigste ist und bleibt miteinander zu reden, auf die Leute zuzugehen und immer das Gespräch zu suchen. Für alle, die unsere Arbeit als Bürgermeisterinnen und Bürgermeister nicht schätzen, hätte ich einen Vorschlag: Ich gebe jedem die Möglichkeit, dass man mich mal eine Woche lang dienstlich begleitet, aber ich warne schon vorher: Bringt viel Zeit und Ausdauer mit.

-Vorausschau auf 2020: Machen Sie’s noch einmal?

Sigl:So Gott will und mir meine Familie weiter den Rücken frei hält, habe ich vor, dass ich mich nochmal zur Wahl stelle.

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