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Appellierte an Solidarität und Miteinander: Günther Felßner (l.) verteidigte den Milchförderfonds.

Milchförderfonds

„Die Marke Bayern steht hoch im Kurs“

An Solidarität und Miteinander der Bauern hat Günther Felßner, Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbands, in Lengdorf appelliert. Landwirte dürften keine Opfer des Lebensmitteleinzelhandels werden.

Von Anne Huber

Lengdorf Der mittelfränkische Milchbauer Günther Felßner war einer Einladung des Kreisverbands des Bayerischen Bauernverbands gefolgt, um über die Zukunft des Bayerischen Milchförderfonds zu sprechen.

Bauern, die Anbindehaltung betreiben, dürften, so der Bauernfunktionär, nicht den Forderungen des Lebensmitteleinzelhandels geopfert werden. „Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen“, spielte Felßner auf Aldi Süd an, der für eine bestimmte Milch Anbindehaltung nicht erlaubt.

Felßners eigentliches Thema war die Zukunft des Bayerischen Milchförderfonds. In diesen zahlen 92 Prozent der bayerischen Milchviehbetriebe direkt und freiwillig 0,05 Cent pro angeliefertem Liter Milch ein; aktuell betragen die Einnahmen jährlich zwischen 3,5 und 3,9 Millionen Euro. Habe die 1969 ins Leben gerufene berufsständische Selbsthilfeorganisation früher der Stabilität und Verbesserung des Milchgeldeinkommens gedient, hätten sich Struktur und Aufgaben des Fonds inzwischen gewandelt. Kein Geld fließe beispielsweise mehr in die Exportsicherung, bei der die Molkereien ein Tausendstel des Werts der exportierten Ware erhalten haben.

„Die Exportförderung löst zu wenig aus“, sagte Felßner. „Das Geld setzen wir stattdessen ein, um Ertragsschadenausfälle möglichst gut abzusichern. Dabei kann es aber nicht die Idee sein, wir machen einen Fonds, der alles abdeckt.“ Zwar halte man an dem Prinzip fest, die beteiligten Bauern bei Schäden durch Tierseuchen abzusichern. Die 30 Millionen Euro, die sich im Topf befinden, sollen künftig vielmehr als Eigenbeteiligung dienen, „um die Prämie runter zu kriegen“.

Doch „die Versicherungsidee“ sei nur ein Minimalanteil, was der Fonds macht. Weitere Aufgabengebiete seien Werbung, Vermarktung und Beratung. Große Chancen für die Milchbauern sah Felßner in der „Marke Bayern“. Auch die Imagekampagne „Unsere bayerischen Bauern“ des BBV, die über die Stufen Kommunikation mit dem Verbraucher und Schaffung von Identität zusätzliche Wertschöpfung generiere, verfolge die richtige Strategie. Ganz hoch im Kurs, so ist sich Felßner sicher, stehe beim Verbraucher Regionalität. Daran ändere auch die Kennzeichnung der Anbindehaltung durch die Molkereien nichts. Wer im Supermarkt die Wahl zwischen einer Milch „aus der regionalen Anbindehaltung des Bauern Huber mit 20 Milchkühen oder einem Laufstallbetrieb aus Tschechien mit 2000 Kühen“ habe, der greife zur regionalen Milch, war er sich sicher.

Felßner verteidigte den Milchförderfonds gegen die Kritik, dass es an Transparenz fehle. Zu Wort kamen neben den Milcherzeugergemeinschaften Erding, Taufkirchen und Isen auch die Molkerei Jäger und die Besucher.

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