Manuel Neuer operiert! Keeper fällt aus

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Das Duell: Lokalmatador Istvan Peni (l.) und Maximilian Dallinger liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das der Lengdorfer am Ende für sich entscheidet. Foto: Jürgen R. Heise

Zweiter bei der Sportschützen-Juniorenmeisterschaft

Das Meisterstück des Maxi Dallinger

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Göyr - Nach der Sensation von Moskau hat Maximilian Dallinger nun nachgelegt. Der Lengdorfer Luftgewehrschütze wurde zum zweiten Mal Europameister. Und den Titel diesmal schätzt er noch höher ein.

Ein wahres Meisterstück ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis von Fleiß, Klasse und Vertrauen auf das eigene Können. Maximilian Dallinger hat am Mittwoch mehrfach bewiesen, dass er ein Champion ist. Vor allem mit seinem letzten Schuss.

Er steht am Schießstand im ungarischen Györ, wo viele Leute jubeln. Nicht wegen ihm, sie freuen sich über die Leistung von Istvan Peni. Ihr Landsmann hat einen bärenstarken Wettkampf abgeliefert, den Vorkampf gewonnen und das Finale mit einer 10,7 abgeschlossen. Jetzt ist Dallinger unter Druck. Um seinen Vorsprung von 0,5 Ringen zu verteidigen, braucht er einen weiteren Supertreffer – einen Meisterschuss eben.

„Klar habe ich den Jubel mitbekommen“, wird der Lengdorfer später erzählen. Nervös habe ihn der Schuss des Konkurrenten aber nicht gemacht. Die volle Konzentration auf seine Aufgabe – das hat er sich angeeignet in seiner Trainingsgruppe Burning Eyes und im Schießstand bei seinem Arbeitgeber, der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau, den er für die guten Trainingsbedingungen dankt. Der Lärm hinter ihm stört ihn nicht. „Ich bin dann an einem Punkt, da lasse ich mich nicht mehr ablenken.“

Vermutlich sind seine Spezl weit nervöser. Einige davon weilen gerade bei der Preisverteilung des Sparkassenpokals in Mauggen, blicken immer wieder auf ihr Smartphone, wo der Wettbewerb per Livestream zu sehen ist. Und zuhause fiebert Hubert Dallinger mit, Vater und Trainer des Schützentalents.

540 Kilometer von zuhause drückt Maximilian Dallinger zum letzten Mal ab. Er kontert die 10.7 des Ungarn mit einer 10,8. Das ist die Entscheidung. Mit 205,8 Ringen im Finale hat Maximilian Dallinger seinen Junioren-Europameistertitel aus dem Jahr 2014 verteidigt.

Damals hatte er in Moskau sensationell triumphiert. Den Sieg in Ungarn schätzt nicht nur sein Vater höher ein („Weil eine Verteidigung immer schwerer ist“), sondern auch er selbst. „Der Titel hier in Ungarn ist für mich der intensivere der beiden“, sagt er. „Es war meine letzte Junioren-EM und die eigene Erwartung natürlich auch relativ hoch“, gibt Dallinger zu. Schließlich hatte er schon bei der Generalprobe in Garching die internationale Konkurrenz dominiert. „Und außerdem war das Vorkampfergebnis wesentlich besser als in Moskau“, sagt Dallinger.

Allerdings nicht gut genug für seinen ungarischen Konkurennten. Istvan Peni lag mit 628,4 Ringen noch vor dem Lengdorfer und hatte mit der Mannschaft gewonnen. „Er ist ein erfahrener Weltcup-Schütze und wollte nach Silber und Bronze bei den vergangenen Wettkämpfen diesmal unbedingt auch im Einzel Gold. Aber ich habe gesagt: ,Istvan, das wollen wir wohl beide‘“, erzählt Dallinger grinsend und ging als Vorkampfzweiter mit 624,7 Ringen ins Finale der acht Besten.

Mit seinen Mannschaftskameraden Gregor Stabel (618,7) und Lukas Fischer (612,5) hatte Dallinger zu diesem Zeitpunkt bereits Silber mit der Mannschaft in der Juniorenklasse sicher. Mit 1855,9 Ringen war das deutsche Trio hinter den Ungarn, das 1861,5 Ringe erzielte. Doch nun folgte die Einzelentscheidung. „So ein Finale ist schon noch eine ganz andere Nummer“, sagt Dallinger. Lange liefern sich er und Peni ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beim 13. Schuss trifft der Ungar nur eine 9,2, und der Titelverteidiger zieht mit einer 10,4 davon. Peni versucht mit seinem letzten Schuss nochmal alles. Aber Dallinger kontert, wie eben nur ein wahrer Meister kontern kann.

Empfang:

Der Europameister soll heute in der Heimat gebührend empfangen werden. Dazu laden die Isentalschützen Lengdorf alle Schießbegeisterten um 19.30 Uhr ins Gasthaus Menzinger ein.

Von Peter Stadler und Dieter Priglmeir

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