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Volles Haus: Der Landfrauentag im Gasthaus Menzinger in Lengdorf ist traditionell sehr gut besucht.

Landfrauentag

Pfarrer: Eine Heimat zu haben verpflichtet

Mehr Lob geht nicht. Für Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf sind die Bäuerinnen „die Seelen des ländlichen Raums“. Für die Teilnehmerinnen des Landfrauentages in Lengdorf war das aber heute Nachmittag nicht der einzige Grund zur Freude.

Von Anne Huber

Lengdorf – Der Hauptredner des Tages war allerdings Robert Greul, Diözesanjugendpfarrer des Erzbistums München und Freising. Er hielt aber die gefühlt kürzeste Rede unter den zahlreichen Rednern. Der Geistliche hat nach eigenen Worten seine Wurzeln in Langengeisling und seine Flügel in der ganzen Welt. Er referierte zum Thema mit persönlichen Erfahrungen. Zwar sei mit Heimat ein konkreter Ort gemeint, der Begriff sei aber stets auch mit Gefühlen verbunden. „Heimat ist dort, wo mein Herz ist, wo wichtige Menschen sind, wo ich sein kann, wie ich bin“, sagte er. Für Christen sei auch die Kirche Heimat. So habe er sich in Ecuador oder Tansania zu Hause fühlen können, weil ihm in den Gottesdiensten die Riten vertraut gewesen seien, „weil wir alle an den selben Gott glauben“.

Greul appellierte, die Verlautbarung von Papst Franziskus Laudato si’ als Sorge für eine Heimat für alle Menschen zu begreifen. „Nicht nur die Menschen im wunderschönen Bayern sollen eine Heimat haben, sondern die Menschen auf der ganzen Welt“. Doch Heimat sei nicht nur eine Gabe und ein Geschenk, sondern „auch eine Aufgabe, dieses Land mitzugestalten“.

Vergelt’s Gott: Gerhard Stock, Geschäftsführer des BBV Erding und Freising (l.), Kreisbäuerin Irmgard Posch (2. v. l) und Vizekreisbäuerin Lore Hermannsdorfer (r.) bedankten sich bei Diözesanjugendpfarrer Richard Greul (2. v. r.) mit regionalen Spezialitäten für seine Rede.

Dass an Mariä Empfängnis vor 40 Jahren der erste Landfrauentag stattfand, stellte Irmgard Posch in den Mittelpunkt ihrer Begrüßungsansprache. Für die Kreisbäuerin war die Organisation und die Moderation der gestrigen Veranstaltung eine – geglückte – Premiere. Weil Ehrenkreisbäuerin Marianne Rötzer maßgeblich an der Organisation der ersten Veranstaltung beteiligt war, zitierte Posch aus einem Gedicht Rötzers, in dem diese die Missgeschicke des ersten Landfrauentags humorvoll beschreibt. Aus dem Chaos der ersten Veranstaltung wurde in den folgenden vier Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte. Nicht nur prominente Politiker, Wissenschaftler und Geistliche – unter ihnen Alois Glück, Helmut Zöpfl oder die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler – traten dabei ans Rednerpult, auch die Politprominenz des Landkreises versammelt sich noch heute gerne, um den Landfrauen am „kleinen Frauentag“ Dank und Anerkennung zu zollen.

Für Ulrike Scharf, die bereits vor ihrer Zeit als bayerische Umweltministerin regelmäßige Besucherin des Landfrauentags war, sind die Bäuerinnen „die Seelen des ländlichen Raums“. Sie trügen durch Beruf und Ehrenamt Verantwortung für Mitmenschen, Natur und Land und beeinflussten dadurch in hohem Maße die Qualität des Zusammenlebens. Denn Lebensqualität werde nicht allein durch Bruttoinlandsprodukt und wirtschaftliche Kennziffern bestimmt, sondern sei „in erster Linie das Ergebnis beherzten menschlichen Handelns“.

Das Thema Heimat griff auch der Isener Bürgermeister Siegfried Fischer auf, der seine Heimatgemeinde liebevoll porträtierte. Fischer steuerte auch einen Vaterschaftswitz bei, mit dem er die Lacher auf seiner Seite hatte.

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