Das Interesse der Bürger war groß, als es im Lengdorfer Gemeinderat um das Gewerbegebiet ging. Foto: Anne HUber
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Das Interesse der Bürger war groß, als es im Lengdorfer Gemeinderat um das Gewerbegebiet ging.

Kein Lebensmitteleinzelhandel an der Autobahn – Tankstelle und Hotel in der Schwebe

Regierung kippt Penny-Planungen

Im geplanten Gewerbegebiet an der Autobahn wird es keinen Penny-Markt geben. Die Regierung von Oberbayern hat das Projekt gekippt

Lengdorf – Im geplanten Gewerbegebiet an der Autobahn wird es keinen Penny-Markt geben. Mit dem Verweis auf Ziele des Landesentwicklungsprogramms (LEP) hat die Regierung von Oberbayern das Projekt gekippt. Wie es mit dem Gewerbegebiet weitergeht, in dem neben kleinerer Flächen für einheimische Gewerbetreibende auch Tankstelle und Hotel vorgesehen sind, und ob ein ortsnaher Standort für den Discounter gefunden werden kann, steht noch nicht fest.

Zwei Gründe sprechen laut Regierung von Oberbayern gegen den Lebensmitteleinzelhandel, der eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter besitzen sollte. Um Zersiedlung zu vermeiden, sollen neue Siedlungen möglichst in Anbindung an geeignete Siedlungseinheiten ausgewiesen werden, heißt es dazu im LEP. Ausnahmen gelten für Gewerbe- und Industriegebiete, wenn kein angebundener Standort im Gemeindegebiet vorhanden ist oder wenn die Fläche etwa – wie in Lengdorf – an einer Autobahnanschlussstelle liegt. Ausgenommen von dieser Zielfestsetzung ist allerdings die Einzelhandelsnutzung.

Anderer Standort? Bürgermeisterin Forstmaier ist skeptisch

Als zweiten Grund führt die Regierung die fehlende städtebauliche Integration ins Feld: Das bedeutet, dass das Projekt mit geschätzt 500 bis 800 Metern zu weit von der nächsten Wohnbebauung entfernt ist.

Warum die Regierung von Oberbayern ihre Einwände erst jetzt vorgebracht hat, könnte – so Bürgermeisterin Michèle Forstmaier auf Nachfrage des Dorfener Anzeiger – mit der schriftlichen Anfrage von Gemeinde und Planungsverband (PV) zu tun haben. In einem Vorgespräch, das noch zwischen alter Bürgermeisterin, PV, Landratsamt und Regierung stattgefunden hat, waren die Bedenken nicht zur Sprache gekommen.

Obwohl die Regierung von Oberbayern versprochen hat, bei der Suche nach einem Alternativstandort für den Lebensmitteleinzelhandel behilflich zu sein, ist Forstmaier skeptisch, ob sich geeigneter Baugrund finden lässt. „Selbstverständlich fallen mir Grundstücke ein, aber es ist fraglich, ob sich da etwas realisieren lässt“, sagt sie. Die Kommune jedenfalls verfüge über kein Grundstück, das die Kriterien erfüllt.

Wie es mit dem neuen Gewerbegebiet weitergeht, ist offen

Wie es mit dem neuen Gewerbegebiet weitergeht, ist ebenfalls noch offen. „Wir werden mit dem Investor, der CDP GmbH, weitere Gespräche führen“, kündigt Forstmaier an. Dieser wisse zwar, dass es Probleme gebe, jetzt müsse er entscheiden, ob er seine Projekte (Tankstelle und Hotel) weiter verfolgen will. In dem Vertrag, der seit 2018 zwischen Gemeinde und Investor besteht, sind die Projekte Einkaufsmarkt sowie Tankstelle und Hotel aneinander gekoppelt. Da das Gesamtkonzept nicht aufgeht, ergibt sich unter Umständen für beide Vertragsparteien die Option, vom Vertrag zurückzutreten.

Um den Gewerbetreibenden im alten Gewerbegebiet Isental die Möglichkeit zu Erweiterungen und Veränderungen zu geben, wurde der Aufstellungsbeschluss für die vierte Änderung des Bebauungsplans eingezogen und durch die fünfte Änderung ersetzt. Dieser Schritt war notwendig geworden, da der Aufstellungsbeschluss für das alte und das neue Gewerbegebiet gilt.

Da keine zeitnahe Umsetzung der Planung in Sicht sei, könne das bedeuten, dass der gesamte Bebauungsplan nicht erforderlich und damit nichtig ist. Mit dem neuen Bebauungsplan will die Kommune den ansässigen Gewerbetreibenden die Möglichkeit geben, ihren Standort zu sichern und eine weitere Änderung der Planung durchzuführen.

Anne Huber

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