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Großes Interesse: Den Fragen der Zuhörer stellten sich (v. r.) Lukas Schmid, Andreas Lenz und Ewald Schurer (4. v. r.). Dominik Schott (3. v. r.) moderierte.

Podiumsdiskussion der Bundestags-Direktkandidaten

„Die soziale Kluft wächst“

Die Bundestags-Direktkandidaten von CSU, SPD und Die Linke diskutierten im Gasthof Menzinger mit den Zuhörern über soziale Gerechtigkeit und drohende Altersarmut.

Lengdorf„Soziale Spaltung stoppen“ heißt das Motto, das sich der VdK im Rahmen der Bundestagswahl am 24. September auf die Fahnen geschrieben hat. Der Sozialverband fordert mehr Gerechtigkeit bei den Themen Altersarmut, Rente und Pflege. Hinter dem Verband steht die starke Gemeinschaft von 1,8 Millionen Mitgliedern in Deutschland, allein im Landesverband Bayern sind 670 000 Menschen dabei. Der Verein vertritt vor allem die Interessen Behinderter, chronisch Kranker und alter Menschen. Wie die lokalen Direktkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien CSU, SPD, Grüne und Die Linke zu den Schwerpunktthemen des VdK stehen, wollte der Kreisverband am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion wissen.

„Wir setzen uns schon immer für die soziale Gerechtigkeit ein“, sagte Kreisvorsitzender Rudolf Ways in seiner kurzen Eröffnungsansprache. Derzeit wachse trotz der großen Wirtschaftskraft die soziale Kluft in Deutschland. „Mehr soziale Gerechtigkeit ist durchaus bezahlbar“, glaubt der Kreischef, „wir lassen es uns nicht einreden, dass das den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden würde“.

Der Einladung in den Lengdorfer Gasthof Menzinger waren weit über 100 Zuhörer gefolgt. Von den Kandidaten waren Andreas Lenz (CSU), Ewald Schurer (SPD) und Lukas Schmid (Die Linke) gekommen. Die eingeladene Grünen-Kandidatin Anna-Maria Lanzinger hatte aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen.

Durch die Diskussion führte Profi-Moderator Dominik Schott, der gleich zu Anfang betonte, man habe nicht die Sozialpolitiker der Parteien in Berlin, sondern deren Kandidaten aus der Region vor sich.

Die Themen, die dem VdK und den Zuhörern unter den Nägeln brannten, betrafen in erste Linie die Sorge, dass die Rente im Alter nicht mehr zum Leben reicht. CSU-Bundestagabgeordneter Lenz sieht dank der positiven Wirtschaftslage und gut gefüllter Sozialkassen eine gute Ausgangsposition. Dennoch gebe es vor allem bei der Mütterrente noch Erweiterungsbedarf, um besonders Frauen, die ihre Kinder erzogen haben, vor Altersarmut zu schützen. Zudem müsse es ein Auskommen für die Menschen geben, die ihr Leben lang zur Rentenkasse beigetragen haben. „Wer seine Beiträge bezahlt hat, soll auch ein auf seine Rente ausgerichtetes Dasein haben“, sagte Lenz. Die Politik sei gefordert, sich dieser Problematik anzunehmen, um vor Altersarmut zu schützen.

Sein SPD-Kontrahent Schurer verglich die Rente mit der „Arbeitsbiografie“ des Menschen. „Wer viel Beiträge einzahlt, bekommt auch viel heraus.“ Dafür sei es aber auch nötig, dass die Löhne zum Leben reichen und es ermöglichen, sich eine Rente aufzubauen, von der man auch einigermaßen leben könne. Für die Linken ist die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze „ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Lukas Schmid.

Zu den weiteren Themen, die in dieser Runde angeschnitten wurden, gehörte die Abschaffung des Soli ebenso wie das Thema Steuereinnahmen in Form von Reichen-, Energie- oder Erbschaftssteuer. Auch der soziale Wohnungsbau und die dritte Startbahn kamen ins Gespräch.

Für Moderator Schott war es „ein sehr lebendiger Abend“, der den Zuhörern die Positionen näher gebracht habe. Denn laut jüngsten Umfragen „ist noch jeder Zweite unentschieden, wen er wählen soll“.

Henry Dinger

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