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Wunderbare Welt von Tabaluga: Der Theaterverein Lengdorf inszenierte das Musical. 

Theaterverein Lengdorf

Tabaluga oder die Reise zur Vernunft: Botschaft von Freundschaft und Liebe

Lengdorf - Weder Aufwand noch Mühe hat der Theaterverein Lengdorf bei der Produktion von „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ gescheut. Herausgekommen ist eine Inszenierung, die durch ihre Poesie, ihren Witz und Farbigkeit die Kinder zum Staunen und die Erwachsenen zum Nachdenken bringt.

Warum sich der Lengdorfer Theaterverein des Musical-Klassikers von Peter Maffay angenommen hat, erklärte Theaterchefin Claudia Eichner bei der Begrüßung im ausverkauften Menzinger Saal. Seit sie ein Kind war, so gestand sie, habe sie der kleine sympathische Drache mit seiner Botschaft von Freundschaft und Liebe verzaubert. Am liebsten hätte sie bei der Aufführung an ihrer Schule selbst den Drachen gespielt. „Weil ich aber nicht so gut singen konnte, hat ein anderes Mädchen die Rolle bekommen. Dafür darf ich jetzt ,Tabaluga’ inszenieren“, freute sie sich. Und weil sie nach dem Motto lebt, „wenn ich etwas mache, dann mache ich es gescheit“, hat sie zusammen mit ihrem Team ins Zeug gelegt.

Dass jetzt die Fröschlein - das jüngste ist erst fünf Jahre alt - einen bezaubernden Tanz aufführen, silbern glänzende Delfine sich zu Lichteffekten tummeln oder sich Waldameisen akkurat zur Arbeit formieren, ist Johanna Seiler, bei der die tänzerische Gesamtleitung liegt, und Tanztrainerin Julia Zimmermann, die die teils aufwändigen Choreographien seit Juni mit den Kindern und Jugendlichen einstudiert hat, zu verdanken. Gut zu tun hatten auch die Bühnenbauer, spielt sich das Geschehen doch auf zwei Bühnen ab, die durch einen Steg verbunden sind. Ein zauberhaftes Bühnenbild sowie reizende Kostüme und Masken (wunderschön etwa Pyromella, der Baum und die Waldtiere) runden das überzeugende Gesamtbild ab.

„So ein Projekt geht nur im Team“, verrät Eichner in der Pause der Premierenvorstellung. Gerade werden die Kinder, die eben noch in der Baumszene Waldtiere verkörpert haben, zu Fröschen umgeschminkt. „Wir haben versucht, mit wenig Kosten auszukommen“, sagt sie zu den Fahrradhelmen, die gesammelt, grün bemalt sowie mit Froschaugen versehen wurden und jetzt den Fröschlein als Köpfe dienen.

Theaterverein Lengdorf spielt "Tabaluga": Bilder

Doch nicht nur mit tollen Ideen zu Bühnenbild und Ausstattung kann der Theaterverein punkten. Auch bei den Musikern hatte Eichner das richtige Händchen: Die Lehrer-Band des Korbinian-Aigner-Gymnasiums und der neue Lengdorfer Kinderchor zeigen, was in ihnen steckt. Erst im September haben die 20 Kinder unter der Leitung von Rosi Dahlmann mit den Proben begonnen. Inzwischen hat sich ein Ensemble gebildet, das mit viel Spaß bei der Sache ist. Neben Freude ist den Kindern, die zum Teil in Personalunion als Sänger, Tänzer und Schauspieler auftreten, große Disziplin anzumerken. „Unsere Kinder müssen richtige Allrounder sein“, sagt Eichner, die zusammen mit Ellen Barnersoi und Andrea Taggruber Regie führt.

Über 60 Kinder sind bei „Tabaluga“ dabei, alle Hauptrollen sind doppelt besetzt, um zum einem zu verhindern, dass, sollte ein Kind krank werden, die Aufführung ausfallen muss. Zum anderen sollen die kleinen Schauspieler, Tänzer und Sänger, die jeweils zwei Aufführungen pro Nachmittag meistern müssen, nicht müde werden. Und so macht sich Tabaluga, der bei der Premiere von Jonas Wittmann gespielt wird, auf die Reise, auf die ihn sein Vater geschickt hat. Er begegnet dabei dem Mond, die als zauberhafte Möndin für die Zeit verantwortlich ist, den Ameisen, die ihm erzählen, dass Arbeit und Ordnung das Wichtigste im Leben sind, kommt zum Baum des Lebens und begegnet dem Riesen Grykolos. Daneben verliebt er sich in Feuersalamander Pyromella, bekommt einen Rat von den Fröschen und trifft auf Storch Arafron, der ihm den Weg zur uralten und weisen Schildkröte Nessaja weist.

Während Tabaluga sich auf seinem Weg auf die Tiere verlassen kann, werden die kleinen Zuschauer, um den Faden nicht zu verlieren, vom Magier (Andrea Taggruber) an die Hand genommen. Zum Schluss wird als Zugabe nicht nur Nessajas Botschaft wiederholt, dass sich jeder, unabhängig von seinem Alter, das Kind in sich bewahren kann. Eine schöne Geste ist, dass jedes Kind namentlich genannt wird und Einzelapplaus einheimsen kann, bevor eine strahlende Spielleiterin mit Tabaluga über die Bühne tanzt.

„Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ wird am Samstag, 16. Januar, um 16 und 19 Uhr, um am Sonntag, 17. Januar, um 14 und 17 Uhr aufgeführt. Karten gibt es vor allem noch für die zweite Nachmittagsvorstellung.

Anne Huber

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