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Einfahrt ins Lichtermeer: Thomas (l.) und Julian Wittmann in Las Vegas.

Wittmann-Brüder am Ziel

Zündapp-Buam erobern Las Vegas

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Wenn man mit dem Moped nach Amerika tuckert, muss man nicht unbedingt verrückt sein. Aber es hilft. Die Zündapp-Buam haben es tatsächlich geschafft: Julian und Thomas Wittmann sind in Las Vegas angekommen.

Las Vegas/Lengdorf – Mit ihren zwei uralten Zündapp-Mopeds aus den 60er-Jahren sind die Lengdorfer Brüder „ins Lichtermeer vo Vegas neigfahrn“, wie sie im Telefonat mit der Heimatzeitung hocherfreut berichten. Elf Wochen waren die Zündapp-Buam unterwegs, haben weit über 11 000 Kilometer auf der Straße und auf dem Schiff über den Ozean zurückgelegt. Die beiden Ausreißer sind soweit ok, nur die Mopeds, die sind von der verrückten Tour gezeichnet. „An Juli seins hat die letztn Kilometer immer mehr Probleme ghabt, ist halberts auseinandergfallen. Auspuff, Bowdenzug, ois mögliche hat den Geist aufgebn“, beschreibt Bruder Thomas die Situation.

Doch alte Liebe rostet nicht, und weil die Mopeds bei der Einreise in die USA im Pass eingetragen wurden, kommen „Alma“ und „Berta“, wie die beiden Stinker benannt sind, natürlich wieder zurück nach Deutschland. Allerdings nicht mehr auf dem Landweg: „Die nächstn 20 Jahr setzn wir uns auf koa Moped mehr“, beteuern Thomas und Julian. Kein Wunder: „Nicht nur der Arsch tut weh“, sondern vor allem auch die Hände „vom Schoitn und Kuppln“. Kommende Woche werden die Zündapps per Schiff zurück nach Deutschland verfrachtet. Die Brüder treten die Rückreise mit dem Flugzeug an.

Zu erzählen haben die verrückten Brüder viel. Ihr mit beeindruckendstes Erlebnis: Die Durchfahrt des Monument Valley, eine der bemerkenswertesten Landschaften der USA, ein Synonym für den „Wilden Westen“. „Das war unwahrscheinlich schön, ein Wahnsinn, durch diese Weite zu fahren“, schwärmen die Brüder.

Tief beeindruckt sind sie auch von den Begegnungen mit den vielen Menschen. Mit manchen Durchgeknallten, aber auch mit Prominenten wie dem international bekannten Country-Sänger Roger Alan Wade. Mit ihm wurde nicht nur umfangreich dem Cocktail-Klassiker Margarita zugesprochen, sondern auch musiziert. Julian Wittmann durfte mit Wade im Stage auftreten, einer der größten Bühnen Nashvilles.

Doch es gab auch nervige und gefährliche Begegnungen. Der Unfall auf der Manhattan-Bridge, bei dem der Anhänger arg lädiert wurde, und ein ungewolltes Tête-à-Tête mit einer Klapperschlange mitten in der Wüste. Hier blieb keine Zeit für ein „nice to meet you“ (Schön, dich kennenzulernen“). Und auch ein Zusammenreffen mit zwei Hells Angels gehörte nicht zu den bevorzugten Begegnungen der Brüder. „Es war schwer, die wieder loszubringen“, sagen sie über die Rocker.

500 Stunden Videomaterial hat das Kamerateam gedreht, dass die Zündapp-Buam in Amerika begleitet hat. Daraus entsteht nach dem Motto der Tour der Film „Ausgrissn“, der nächstes Jahr in die Kinos kommen soll. Doch wollen die Brüder überhaupt wieder zurück? „Wenn man so lang unterwegs ist, keinen festen Platz hat, kommt Heimweh auf.“ Auf was freuen sich Julian und Thomas: „Auf unsane Spezln – und auf wos Gscheids zum Essn!“

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