Kerzen und Wachsstöcke haben Lore Hermannsdorfer (im BBV-Kreisvorstand) und Elisabeth Mayr (v. l.) in ihren Körben. Sie werden an Lichtmess geweiht. foto. fkn

Lichtmess: Das Ende der dunklen Jahreszeit

Erding - Der 2. Februar ist traditionell der Tag, an dem die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt werden - und der Beginn des Bauernjahres.

„Menschen brauchen Rituale“, findet Kreisbäuerin Elisabeth Mayr. Rituale gehören zum bäuerlichen Alltag und geben Halt und Orientierung. Bräuche zu pflegen und Traditionen zu bewahren sind ihr wichtig, denn immer wiederkehrende Abläufe geben dem Leben Struktur, stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Morgen, am 2. Februar, dem Tag Mariä Lichtmess, beginnt unter anderem das Bauernjahr. Auch die Tage werden deutlich heller. Dazu spricht der Volksmund: „Zu Stephanie a Muckngahn, zu Neujahr a Hahnentritt, zu Heilig Drei König a Hirschensprung und zu Maria Lichtmess a ganze Stund.“

Bis 1912 war Maria Lichtmess noch ein Feiertag, erzählt Mayr. In Bayern nannte man ihn auch Schlenkerltag. Mägde und Knechte erhielten ihren Lohn ausbezahlt und einen Eintrag in ihr Wanderbuch. Mit einem Laib Brot als Ausstand begann für sie die Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Man hat sich nicht wie heute beworben, sondern am Lichtmesstag auf den Dorfplatz begeben, um sich von einem neuen Bauern anwerben zu lassen. Wer ein weiteres Jahr bei seinem Bauern blieb, erhielt neben dem Lohn einen Wachsstock.

„Wachsstöcke sind knäuelförmig aufgewickelte dünne Kerzenstränge, teils verziert mit christlichen Motiven“, erzählt die Kreisbäuerin. Die Wachsstöcke wurden in der Kirche gesegnet und angezündet. Diese Tradition findet sich bei den Kerzensegnungen in den Gottesdiensten zu Maria Lichtmess wieder. An diesem Tag werden in den Kirchen Kerzen oder Kerzenwachs geweiht. Sie werden zu Anlässen wie Geburt, Taufe, Erstkommunion, Hochzeit, Krankensalbung oder bei schweren Unwettern angezündet.

„Maria Lichtmess ist das Ende der dunklen Jahreszeit“, sagt Mayr. „Lichtmess - bei Tag ess“ heißt ein altes Sprichwort über die abendliche Brotzeit dann schon im Hellen. (zie)

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