Keine B 15 neu nirgendwo, forderte der Bürgerinitiativen-Sprecher Hermann Bachmaier (l.) am Mahnfeuer bei Lappach.

Protestaktion

Lodernde Flammen gegen eine B 15 neu

Dorfen - Eine autobahnähnliche B 15 neu soll in Nord-Süd-Richtung von Regensburg bis Rosenheim führen. Das Projekt ist heftig umstritten, Bürgerinitiativen in drei Landkreisen kämpfen dagegen. Am Samstag brannten wieder Mahnfeuer – auch bei Dorfen.

Überraschend hat das bayerische Innenministerium heuer für den Weiterbau der B15 neu südlich der A 92 bei Landshut jetzt doch zwei alternative Trassenkorridore für den Bundesverkehrswegeplan 2015 (BVWP) gemeldet. Neu betroffen ist damit auch der östliche Landkreis Erding. Bürgerinitiativen in den Landkreisen Landshut, Erding und Mühldorf lehnen jeglichen Weiterbau der B 15 neu südlich der A 92 strikt ab. Eine Veröffentlichung des BVWP-Entwurfs wird in Berlin im Oktober erwartet. Ein Kabinettbeschluss soll bis Ende des Jahres erfolgen.

Am Samstagabend brannten wieder zahlreiche Mahnfeuer zwischen Landshut und Rosenheim als „flammende Proteste“ Richtung Bundesregierung. Egal wo die B 15 neu gebaut würde, auf der seit 40 Jahren raumgeordneten Bestandstrasse (Mühldorf) oder bestandsnah an der B 15 alt (Erding), eine massive Zerstörung der Landschaft sowie der Verlust von landwirtschaftlichen Flächen wären überall die Folgen, kritisieren die Gegner. In Dorfen initiierte Hermann Bachmaier heuer die lokale BI „Stopp B 15 neu – hier nicht und nicht anderswo“. Am Mahnfeuer bei Lappach appellierte der EDV-Kaufmann aus Breitenweiher am Samstag an alle Gegner, dass sich der Widerstand gegen die B 15 neu „nicht auseinander dividieren lässt“. Entscheidend sei, „dass die B 15 neu an der A 92 bei Landshut stoppt“, betonte Bachmaier. Nur dann seien „wir hier alle sicher vor einer neuen Straße“. Daher sei auch die Solidarität zwischen den betroffenen Landkreisen Landshut, Erding und Mühldorf wichtig. „Alle müssen sagen: Stopp an der A 92.“ Es müsse ein Umdenken stattfinden, forderte Bachmaier. Es müssten die Ursachen des Verkehrs bekämpft werden und nicht die Symptome. Die B 15 neu sei verkehrsmäßig nicht nötig.

Die Finanzmittel sollten verkehrstechnisch lieber „sinnvoll“ eingesetzt werden, etwa für die Schienenanbindung des Brenner-Basistunnel. Auf der österreichischen Seite werde schon gebaut, während in Deutschland noch nicht mal die Planungen begonnen hätten.

Von Regensburg bis Ergoldsbach (Landkreis Landshut) ist die neue autobahnähnliche B 15 neu bereits fertig, der nächste Abschnitt bis Essenbach an der A 92 ist im Bau. Eine vierspurige Süd-Ost-Umfahrung Landshuts bis zur B 299 ist geplant, aber umstritten. Im BVWP wird entschieden, wie es von der B 299 weiter geht. Für die seit 40 Jahren raumgeordneten Trasse (Landkreis Mühldorf) bis zur A 94 bei Schwindegg gibt es im Landkreis Erding auch zahlreiche Befürworter. Die Alternative sieht den Weiterbau zur B 15 alt vor und von dort aus den Ausbau durch den Landkreis Erding, zwei-, oder vierspurig mit Ortsumfahrungen für Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang.

Hermann Weingartner

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