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Direkt an der herrlichen ländlich gelegenen Filialkirche St. Martin aus Lohkirchen Baujahr 1760 führt nun offiziell der St. Martins Pilgerweg  „Via Sancti Martini“ vorbei. 

Neue Pilgerroute 

Martinsweg führt nun auch durch Landkreis

Neben dem Jakobsweg tut sich ein neuer Pilgerpfad auf, die „Via Sancti Martini“. Die Route, die an den Heiligen Martin erinnert, führt auch durch den Landkreis – Langenpreising, Berglern, Lohkirchen, Altham, Langengeisling, Niederding und Reisen. In der Gemeinde Fraunberg fiel der offizielle Startschuss.

Lohkirchen Jeder kennt die Geschichte des Heiligen Martin: Als Soldat der römischen Armee teilte er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler am Tor von Amiens. Auch als Bischof blieb er dem einfachen, an Christus orientierten Leben treu.

Nach seinem Tod wurde Martin am 11. November 397 in Tours in Frankreich begraben. Rechtzeitig zu seinem 1700. Geburtstag vergangenen Herbst wurde der neue Martin-Wanderweg fertig. Er führt nun auch durch den Landkreis. Professor Dr. Rainer Roth als Vertreter des Organisationsteams übergab an der Filialkirche St. Martin in Lohkirchen (Fraunberg) ein Schild und dokumentierte damit die offizielle Aufnahme in den Pilgerweg.

Im Oktober 2016 war in einer historischen Feierstunde mit Bischof Fürst, Erzbischof Burger und dem apostolischen Nuntius Nikola Eterovic an der Grenze der Bistümer Rottenburg-Stuttgart und der Erzdiözese Freiburg die Mittelroute des Martinswegs durch Europa offiziell eröffnet worden. Der apostolische Gesandte des Papstes betonte dabei, dass Pilgern in Europa eine besondere Bedeutung habe: „Das Beispiel des Heiligen Martin lehrt Christen heute, sich für den Aufbau eines Europas einzusetzen, das tiefe christliche Wurzeln hat“, sagte Eterovic. Der Pilgerweg des Heiligen Martin sei Symbol für die Kirche im Aufbruch.

Europäische Identität fördern

Bereits 2005 hatte der Europarat die herausragende Bedeutung dieses Heiligen als ein Vorbild für Solidarität und Menschlichkeit als Person des Teilens und gemeinsamer Werte für Europa gewürdigt – und die bisher bestehenden Martinswege als Pilgerweg „Via Sancti Martini“ als zweite eingetragene Kulturstraße neben dem Jakobsweg in die Liste der Kulturwege aufgenommen.

Diese Wege verfolgen laut Roth zwei Ziele: Die gemeinsame Identität der europäischen Bürger sichtbarer und im täglichen Leben lebendiger zu machen sowie das europäische Kulturerbe zu erhalten.

Der deutsche Caritas-Verband hat in Zusammenarbeit mit der Martinus-Gesellschaft in der Diözese Rottenburg- Stuttgart ein Konzept entwickelt, damit neben der seit langem bestehenden Route südlich der Alpen nun auch der mittlere Abschnitt realisiert werden konnte.

Dieser führt vom Geburtsort Martins in Ungarn über Österreich und Bayern auf dem bestehenden Hauptweg im Bistum Rottenburg über Bruchsal, Worms und Trier nach Luxemburg und Frankreich bis nach Tours. Der Pilgerweg geht also quer durch Europa. Innerhalb Bayerns verläuft die Route von Passau über Landshut, Dachau, Augsburg und Kaufbeuren weiter nach Memmingen.

Der 75-jährige Ruheständler Roth kümmert sich ehrenamtlich um die Strecke zwischen Oberösterreich, Passau und Landshut bis nach Dachau. Immerhin verlaufen von den 2750 Kilometern 500 durch Bayern. Auf einer Länge von etwa 40 Kilometern quert der Weg von Landshut kommend nun auch den Landkreis Erding.

Roth erklärte eine Besonderheit der Via Sancti Martini: „Der Martinsweg will mehr sein als ein gewöhnlicher Pilgerweg. Überall am Wegesrand laden Orte des Teilens die Pilger dazu ein, im Sinne des heiligen Martin zu teilen.“

Wer auf Martins Spuren wandern will, muss nur immer den quadratisch gelbroten Schildern, beschriftet mit dem Lateinischen „Via Sancti Martini“ (Weg des Heiligen Martin), einem Schwert, Mantel und einem Fußabdruck, folgen. Von Martinskirche zu Martinskirche führt er quer durch Bayern.

300 Martinskirchen allein in Bayern

Allein im Freistaat gibt es etwa 300 Kirchen, die nach dem Heiligen benannt sind. Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier freute sich, dass dieser europaweite Pilgerweg auch durch die Gemeinde Fraunberg führt. „Es ist wichtig, in der Kultur, in der wir leben, den Glauben sichtbar zu machen. Kleine Orte mit Glaubenserfahrung sind besondere Plätze, um den Glauben mit Europa in Verbindung zu bringen. So können wir unsere abendländische Kultur zu erhalten.“

Der Pilgerweg

führt durchs Erdinger Land von Berglern kommend über Lohkirchen weiter nach Altham, Langengeisling über den Kronthaler Weiher zum Weißbräu nach Niederding, und von dort über Reisen und Eitting an die Isar zur Landkreisgrenze nach Freising.

Von Thomas Obermeier

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