Emlinger Maibaum: Klau aus dem Wald 

Die Diebe übernehmen das Hobeln und Schleifen

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Der Maibaum in Emling wurde in der Nacht auf Mittwoch gestohlen, während sich dieser noch im Wald befand. Ein Brauch von denen die Emlinger noch nichts gehört hatten. 

Emling – So manchem Emlinger Maibaumfreund wäre fast die Hutschnur gerissen: In der Nacht auf Mittwoch ist der Maibaum der Ortschaft gestohlen worden – und das, obwohl er sich noch im Wald befand. Das ist vielerorts ein Unding. Übler Diebstahl also?

Nein, geht es nach den Übeltätern vom Oisenbegga (Elsenbach) und vom Stoinkirchna (Stollnkirchen) Haisl aus Grüntegernbach. Andreas Tafelmeier vom Oisenbegga Haisl sagt: „Bei uns in Grüntegernbach ist der Brauch, dass du den Maibaum ab dem 1. April stehlen darfst.“ Ganz egal, ob der schon von seinen künftigen Aufstellern aus dem Wald abgeholt worden ist oder sich noch dort befindet.

Von einem solchen Brauch hatten sie in Emling noch nichts gehört. Dort wurde sauber geflucht, wie Sepp Nunberger berichtet. Die erhitzten Gemüter hätten sich aber abgekühlt. Die beiden Parteien haben in der Zwischenzeit fleißig verhandelt – und sich geeinigt: Am 26. April bringen die Diebe das Prachtstangerl nach Emling. Und zwar schon gehobelt und geschliffen. „Dann haben wir einen Tag weniger zu tun“, sagt Nunberger.

Die Auslöse: eine Brotzeit inklusive Bier und zusätzlich ein 30-Liter-Bierfass. „Die wollten eigentlich mehr“, erzählt der Emlinger. „Aber sie haben gesehen, dass wir kein Verein sind.“ Die kleine Ortschaft Emling stelle den Baum nämlich immer in Eigenregie auf. Diesmal ist es am Dienstag, 1. Mai, um 11 Uhr soweit.

In Grüntegernbach wird bereits am Sonntag, 29. April, gegen 13.30 Uhr aufgestellt. Doch auch dieser Maibaum ist gestohlen worden. Dort hat das Sowen-Haisl aus Untergebensbach mit dem Osenberger Haisl aus Dürneibach am 2. April zugeschlagen. Ebenfalls im Wald, wohlgemerkt. Über die Auslöse werde noch verhandelt, berichtet Tafelmeier.

Rubriklistenbild: © dpa

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