Die Hundesteuer soll in der VG Wartenberg in allen Gemeinden einheitlich werden – und teilweise stark ansteigen. Die ersten Proteste sind schon zu hören.
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Kampfhunde könnten für ihre Halter in Wartenberg deutlich teurer werden als bisher.

Bürgerprotest

Marktrat Wartenberg: Steigt die Hundesteuer drastisch an?

Die Hundesteuer soll in der VG Wartenberg in allen Gemeinden einheitlich werden – und teilweise stark ansteigen. Die ersten Proteste sind schon zu hören.

Wartenberg – Der Marktgemeinderat von Wartenberg sieht sich zu seiner Sitzung am heutigen Mittwoch um 19.30 Uhr im Trachtenstadel dem ersten massiv formulierten Bürgerprotest gegenüber. Die Hundesteuersatzung soll neu gefasst und vorliegenden Informationen zufolge VG-weit vereinheitlicht werden. Hundehalter haben eine drastische Steigerung der Beträge zu befürchten.

Plus 66 Prozent für den Ersthund hat Frank Hänsel ausgerechnet, der sich jetzt mit einem mehrseitigen Schreiben für die öffentliche Sitzung an Bürgermeister und Marktgemeinderäte gewandt hat. Rund zehn sogenannte Kampfhunde würden in Wartenberg gehalten, schreibt Hänsel. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass diese Hunde oft aus Tierheimen kommen.

1667-prozentiger Steueranstieg

Tatsächlich gibt es immer wieder die Formulierung in den Beschreibungen, dass das eine oder andere Tier „eine starke Hand“ brauche.

Weil die steuermindernde Wirkung des gebührenpflichtigen Wesenstests für Kampfhunde fallengelassen werden soll, droht eine Steigerung der Hundesteuer von derzeit 30 auf 500 Euro. Der Wesenstest bescheinigt die Ungefährlichkeit des Hundes. Das bringt Hänsel und mit ihm auch die anderen Hundehalter endgültig auf die Palme.

Diese Erhöhung um 1667 Prozent bezeichnet Hänsel als „unsittlich“ und gibt zu bedenken, dass diese Hunde dann für immer in den Tierheimen bleiben würden, weil sie völlig unvermittelbar seien. Etliche der Hundehalter seien Mitglied in Tierschutzorganisationen, schreibt Hänsel weiter. Und er macht den Marktgemeinderäten ein Angebot: „Machen Sie sich bitte ein Bild von den Tieren und ihren Haltern.“ Mögliche bestehende Vorurteile würden sich dann schnell verflüchtigen.

Will der Markt die Kasse füllen?

Drastisch formuliert der Hundehalter: „Wir haben hier keine Zuhälter oder Milieu-Klientel, die ihre wilden Träume ausleben wollen.“ Unter dem Strich, wittert Hänsel, gehe es nur um die möglicherweise coronabedingt klamme Kasse des Marktes Wartenberg. Die Kasse der Hundehalter aber sei aus den selben Gründen ebenfalls längst nicht mehr so gut gefüllt.

Er erinnert an Buch am Erlbach, wo der Rat ein völlig anderes Modell realisiert habe, indem er gar nicht mehr nach Hunden unterscheide, und an andere Gemeinden, die wegen des erheblichen Aufwandes der Steuererhebung die Hundesteuer sogar ganz abgeschafft hätten. 

Klaus Kuhn

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