Bringen den Hochaltar auf Vordermann: Restauratorin Kristina Schelinski und Kirchenmalerin Renate Pauli (v. o.) mit Kirchenpfleger Anton Huber. Foto: Macht

St. Martin: Goldener Glanz für den Hochaltar

Pastetten - Reinigen, Festigen und Retuschieren ist in der St. Martinskirche in Pastetten angesagt. Jetzt steht die letzte Maßnahme an: Die Experten arbeiten derzeit am Hochaltar.

Ein Gerüst verdeckt seit einigen Wochen den Hochaltar in der Pastettener Kirche St. Martin. Diplom-Restauratorin Kristina Schelinski und Kirchenmalerin Renate Pauli sind dort am Werkeln. Im Auftrag der Firma Engel & Paric, Experten für Kirchenmalerei und Restaurierungen, bringen sie den Altar wieder auf Vordermann.

Bereits im Jahr 2013 hatte eine Voruntersuchung stattgefunden. Der Zustand der Altäre wurde erfasst und ein Konzept zur Sanierung erstellt. Die West-Empore samt den Malereien hat man bereits 2014 hergerichtet, in diesem Jahr sind die Seitenaltäre fertig geworden. Auch die Heiligenfiguren und die Kreuzwegstationen sind schon gemacht. Die Arbeiten am Hochaltar sind nun die letzte Maßnahme.

In erster Linie gehe es dabei um die Reinigung und die Festigung der Fassungen. „Im Prinzip sind das rein konservatorische Maßnahmen. Es gibt zum Beispiel Stellen, an denen sich die Fassung vom Holz gelöst hat und wieder gekittet werden musste“, berichtet Schelinski. In Anlehnung an den ursprünglichen Zustand sind dann teilweise Nachvergoldungen fällig.

Vor allem seien es klimatische Schäden, die es zu beheben gilt. „Das ist leider ein grundsätzliches Problem in Kirchen“, sagt Schelinski - Schwankungen von Temperatur und Feuchte etwa setzen der Einrichtung zu. Ob man auch mit Wurmbefall zu kämpfen hat, sei noch nicht eindeutig geklärt. Fürs kommende Frühjahr ist eine Untersuchung geplant. Die Heiligenfiguren jedenfalls seien in einem sehr guten Zustand, so Schelinski. „Keine Figur ist substanzgefährdet.“

Nach der Restaurierung der Fassung soll das große Gemälde in der Mitte des Hochaltars gereinigt werden. Zumindest den obersten Bereich wollen die Expertinnen, die zeitweise mit weiterer Unterstützung am Werk sind, bis Weihnachten erledigen. Insgesamt soll die Maßnahme bis spätestens Mitte 2016 komplett abgeschlossen sein, teilt das Erzbischöfliche Ordinariat München auf Nachfrage mit.

Bei der Verwaltungsbehörde des Erzbistums München und Freising rechnet man mit Gesamtkosten von rund 69 000 Euro. Davon soll die Kirchenstiftung etwa 26 000 Euro tragen, die öffentlichen Zuschüsse betragen 8000 Euro, den Rest übernimmt das Erzbistum.

Den Betrieb in der Kirche stören die Arbeiten übrigens nicht. „Die Gottesdienste finden ganz normal statt“, heißt es aus dem Ordinariat.

Vroni Macht

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