Gute Aussichten: Zufrieden mit der Milchpreisentwicklung ist der Leiter der Meggle-Rohstoffbeschaffung, Franz Mayer (r.). Foto: Weingartner

Milcherzeuger zufrieden: "Erfreuliche Marktentwicklung"

Taufkirchen - Die bayerischen Milcherzeuger sind ein Auf und Ab beim Milchpreis gewohnt. Beim Milchwirtschaftlichen Frühschoppen der Wasserburger Molkerei Meggle im Rahmen des Taufkirchener Volksfestes gab es gestern Vormittag gute Nachrichten.

Die erste Jahreshälfte zeige eine „erfreuliche Marktentwicklung“, betonte Franz Mayer, Leiter der Meggle-Rohstoffbeschaffung. Deutschlands Fußballhelden hatten ihm mit dem WM-Sieg einen Steilpass gegeben. „Wir dürfen uns über den WM-Titel freuen. Wir dürfen uns auch freuen über den Verlauf des Milchmarktes in diesem Jahr“. Selten zuvor sei eine stabile Marktlage so lange anhaltend wie heuer. Und nie zuvor habe sich der Milchpreis so lang auf einem so hohen Niveau von etwas über 40 Cent je Liter (4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne Mehrwertsteuer) halten können.

Die positive Milchpreisentwicklung habe im Herbst 2013 begonnen und hatte zur Jahresmitte 2014 etwas nachgegeben, berichtete Mayer. „Wir sind aber definitiv immer noch auf einem sehr hohen Niveau“. Das drücke ein durchschnittlicher Preis von „etwas über 40 Cent“ aus. Der Durchschnitt der letzten fünf bis sieben Jahre habe bei 33,5 Cent gelegen. Die erfreuliche Entwicklung hätten nur wenige vorhergesehen. Mut dürfte Mayers Einschätzung gemacht haben, dass aus heutiger Sicht die gute Nachfrage am Weltmarkt bleiben werde.

Es habe eine enorme Steigerung bei der Milchanlieferung gegeben. In Europa um plus sechs Prozent, Deutschland 4,5 Prozent und 16 Prozent in Neuseeland, dem wichtigsten Weltmarktanbieter. Exportiert werde vor allem in Länder außerhalb der EU und ganz besonders viel nach China. Der heimische Markt sei dagegen gesättigt.

Der Vorsitzende der Taufkirchener Milchverwertungsgenossenschaft, Korbinian Empl, stimmte Mayer zu, dass es im letzten Jahr einen steigenden Milchpreis gegeben habe: „Das ist sehr erfreulich für uns.“ Es seien aber auch die Produktionskosten gestiegen, und die letzten Jahre seien bei weitem nicht so gut gewesen, mit Milchpreisen deutlich unter 40 Cent.

Auf die Milchbauern komme 2015 der Auslauf der Milchquotenregelung zu, sagte Empl. Dafür müssten sich die Bauern rüsten, um dann für den Markt gewappnet zu sein. Es gelte, die Preise stabil zu halten oder zu verbessern. Die Zukunft werde einige weitere Herausforderungen bringen, wie die Einschränkung bei der Gülleausbringung. Das verursache in der Milchproduktion „enorme Kosten“, etwa bei der Güllelagerung oder der Technik. Die Milchbauern seien fordern gewohnt, 365 Tage im Jahr, betonte Empl. Deutschland ist Fußballweltmeister geworden, aber die Landwirte, die täglich ihre Kühe melken, „sind mindestens Weltmeister - im Arbeiten. Das muss entsprechend honoriert werden“.

„Wir sind Weltmeister, weil wir eine Mannschaft waren“, griff auch Bürgermeister Franz Hofstetter die WM auf. Übertragen bedeute das, man sei gut beraten „als Mannschaft, als Milchgenossenschaft“ die Partnerschaft von Meggle zu suchen. Das Markenzeichen der hiesigen Milchbauern sei beste Qualität, lobte er. Dies sei auch wichtig, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

Hermann Weingartner

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