28 Millionen Liter Saft vom Fließband

Aufhausen - Hochsaison bei Wolfra: Kurz vor dem Ende der Apfelernte laufen derzeit die Maschinen auf vollen Touren. Die Früchte werden gewaschen, gepresst und abgefüllt.

Von der bayerischen Streuobstwiese bis zum frischgepressten Saft und schließlich in die Geschäfte ist es ein weiter und vor allem aufwändiger Weg. „Auf diesem gibt es um die 50 Kontrollpunkte. Wir setzen auf Qualität“, erklärt Siegfried Bauer, Geschäftsführer des Fruchtsaftherstellers Wolfra in Aufhausen.

Über 30 verschiedene Säfte produziert das Unternehmen auf dem 45 000 Quadratmeter großen Betriebsgrundstück. 80 Mitarbeiter sind dort tätig und füllen pro Tag bis zu 150 000 Liter Saft ab. Den Schwerpunkt bildet seit 1930, dem Gründungsjahr von Wolfra, der Apfelsaft.

„Heuer war es für uns kein gutes Jahr. Im Frühjahr, während der Blüte, litten wir schon unter dem Starkregen, dann war der Sommer zu nass. Von den Kleinanliefern bekamen wir zur Erntezeit nur wenig Ware“, so Bauer.

Und nicht jeder Apfel, der angeliefert wurde, gefiel denstrengen Kontrolleuren. Händisch wird alles aussortiert, was auch nur die kleinsten Faulstellen aufzeigt. „Dadurch wird der Geschmack des Saftes beeinträchtigt. Ein fauler Apfel macht da schon viel aus“, berichtet Bauer.

Seit 1996 steht er an der Spitze des Unternehmens. Er selbst stammt aus einer kleinen Landwirtschaft in Bergham. Seine Mutter führte dort auch den Kramerladen, der allerdings geschlossen wurde, als der SemptPark öffnete.

„Da war für uns kein Geschäft mehr zu machen. Ich ging mit 28 Jahren zu Wolfra, war damals der jüngste Geschäftsführer“, so Bauer. Der Einstieg war hart. 1991 war der damalige Inhaber Heinrich Riemerschmid verstorben. Die Familie hatte das Unternehmen verkauft. Die Sparte Alkohol mit den Produkten Barsirup ging an Underberg und Wolfra wurde von Valensina gekauft.

„Riemerschmid und Wolfra standen kurz vor der Pleite. Nur der Einstieg von Valensina rettete das traditionsreiche Unternehmen. Ich stand vor einer Mammutaufgabe“, so Bauer. Er nahm die Herausforderung an - mit Erfolg. „Wir stehen wieder auf gesunden Beinen, schreiben seit Jahren Gewinn und haben einen Umsatz von knapp über 30 Millionen Euro pro Jahr. In Bayern haben wir bei den Fruchtsäften einen Marktanteil von 45 Prozent und sind Marktführer“, sagt Bauer.

Die Anlagen laufen auf vollen Touren. Neben den Wolfra-Säften werden in Aufhausen auch Säfte und Nektare für Valensina abgefüllt, außerdem stehen noch Lohnabfüllungen der Riemerschmid Sirupe, Sangrita, Limes und Donath auf dem Programm.

„28 Millionen Liter Saft produzieren wir pro Jahr. In den 100 riesigen Tanks können wir bis zu drei Millionen Liter einlagern, bis sie abgefüllt werden. zwei Drittel des Geländes wird von uns genutzt, ein Drittel der Hallen und Räume ist wieder vermietet an einen Metallverarbeiter, Logistik- und Verwaltungsfirmen. Die Probleme der Vergangenheit sind komplett gelöst“, freut sich Bauer.

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