Das Erbe ist gesichert: der Altenerdinger Bauunternehmer Harald Irl mit seiner Gattin Silvia und den Kindern Moritz (18) und Madita (21). Links im Bild: Vorarbeiter Moritz Schubert.
+
Das Erbe ist gesichert: der Altenerdinger Bauunternehmer Harald Irl mit seiner Gattin Silvia und den Kindern Moritz (18) und Madita (21). Links im Bild: Vorarbeiter Moritz Schubert.

18-Jähriger ist jahrgangsbester Maurer – Auch seine Schwester steigt in elterlichen Betrieb ein

Moritz Irl: Mit Traumnote 1 in die vierte Generation

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
    schließen

Altenerding - Familie Irl ist das Bauen in die Wiege gelegt: Jetzt steht mit Moritz Irl (18) die vierte Generation im Betrieb bereit. Er ist gerade als jahrgangsbester Maurer ausgezeichnet worden.

In der Grundschule war Fleiß für ihn ein Fremdwort, vor der Mittleren Reife war alles wichtiger als die Prüfung. Jetzt hat Moritz Irl als jahrgangsbester Maurer die Berufsschule verlassen und strebt den Meisterbrief an. Nicht nur deswegen wird eines Tages die Übernahme des elterlichen Baugeschäfts Irl in Altenerding so flüssig über die Bühne gehen wie frischer Beton.

Denn da ist auch noch die Schwester des 18-Jährigen. Madita Irl (21) wird ebenfalls in den Traditionsbetrieb einsteigen und ihn gemeinsam mit ihrem Bruder in vierter Generation weiterführen – ein Musterbeispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge.

Zu normalen Zeiten wären Moritz Irls Leistungen groß gewürdigt worden. Doch wegen Corona kamen der Staatspreis und die Urkunde der städtischen Franz-Eisenreich-Stiftung per Post. Mit der Traumnote 1,0 schloss er seine Maurer-Ausbildung ab. „Ich hab’ schon viel lernen müssen, vor allem aber bin ich im Betrieb sehr gut vorbereitet worden, von meinem Vater, unserem Vorarbeiter Moritz Schubert, aber auch Jakob Stimmer, der 50 Jahre unser Vorarbeiter war“, erzählt Irl. Als Gesellenstück hatte er sich für eine stumpfwinklige Mauer entschieden.

Irls nächstes Ziel ist ambitioniert: Er möchte auf die Fachschule für Bautechnik in München, um dort Betonbau- und Maurermeister sowie Bautechniker zu werden.

Seine Mutter Silvia erzählt, dass Moritz schon immer auf den Bau wollte. „Bereits in der ersten Klasse in der Grundschule am Ludwig-Simmet-Anger hat er gesagt, dass er Maurer werden will“, erinnert sich die 52-Jährige.

In der Realschule, die Irl 2018 mit der Mittleren Reife verließ, hatte er so gute Noten, dass nach der Erinnerung der Mutter ein Lehrer gemeint habe, so ein talentierter junger Kerl solle doch bitte nicht Bauarbeiter werden, sondern auf ein Studium hinarbeiten. Und der 18-Jährige weiß noch, wie ein Berufsberater gemeint habe, schon rein äußerlich tauge er nicht für einen harten Beruf im Freien. „Damals war ich noch 20 Kilo leichter“, meint Irl jun. mit einem Schmunzeln.

Mutter Silvia ärgern solche Aussagen. „Ich verstehe nicht, warum allen geraten wird zu studieren, warum das Handwerk immer schlechtgeredet wird.“ Die Handwerksberufe seien mit am besten durch die Corona-Krise gekommen. In den meisten Betrieben, vor allem inder Baubranche, wurde durchgearbeitet. Die Auftragsbücher sind voll.

Den Irls ist das Bauen in die Wiege gelegt worden. 1947 gründete Moritz’ Urgroßvater Josef an der Semptgasse das Unternehmen, das auf den Großvater, ebenfalls ein Josef, überging. 1999 übernahm Harald Irl (46) die Leitung. Sein älterer Bruder Werner ist Architekt, dessen Zwillingsbruder Markus staatlich geprüfter Bautechniker mit eigenem Unternehmen.

Harald und Silvia Irls – sie arbeitet im Büro – Tochter Madita schien zunächst aus der Linie auszuscheren und machte nach der Mittleren Reife an der Mädchenrealschule Heilig Blut zunächst eine kaufmännische Ausbildung. „Aber dann wollte sie sich doch verändern und hat ebenfalls eine Maurerausbildung begonnen“, erzählt die Mutter. Mittlerweile ist die 21-Jährige im zweiten Lehrjahr. Auch sie strebt die Meisterprüfung an, um dann Restauratorin im Handwerk zu werden – und ebenfalls in den Betrieb einzusteigen. Zudem engagiert sich die 21-Jährige in der Lehrlingsvertretung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) in Oberbayern. In dieser Rolle war sie unlängst sogar Teil einer Werbekampagne.

Um die Zukunft des bald 74-jährigen Familienbetriebs braucht sich Harald Irl also keine Sorgen zu machen. „Das freut mich sehr und macht mich ein bisserl stolz“, verrät der 46-Jährige. Das Bauunternehmen hat sich auf Sanierungen spezialisiert, bietet darüber hinaus aber auch alle Leistungen des Bauhauptgewerbes an. Gerade erst hat man ein schmuckes Reihenhaus in Langengeisling fertiggestellt. Das Erfolgsrezept: „Wir sind einfach ein gutes Team und haben fleißige und hoch motivierte Mitarbeiter. Im Moment verjüngen wir uns sehr stark“, erklärt Silvia Irl.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare