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Jetzt erst recht: Schon beim Aufbau zum „Finale dahoam“ herrscht in der Festhalle beste Stimmung. Die Festwirte Robert Eicher (r.), Peter Klotz (4. v. l.) und Ernst Hennel (4. v. r.) machten mit ihrem Aufbauteam einen auf Inder – mit Papier-La mpions auf dem Kopf. Getreu dem indischen Sprichwort „Nimm es als Vergnügen, und es ist Vergnügen! Nimm es als Qual, und es ist Qual!“

Letzte Volksfest als Festwirte

Mit gemischten Gefühlen ins „Finale dahoam“

Für die langjährigen Dorfener Festwirte Ernst Hennel, Robert Eicher sowie Peter und Ilse Klotz von der ProstMahlzeit GbR werden die zehn Tage Volksfest ab Freitag das „Finale dahoam“. Für die Stadt Dorfen wird das diesjährige Volksfest möglicherweise der Vorgriff auf ein kleines „Finale katastrophale“ 2020.

Dorfen – Auf die Stadt kommen mit dem Festwirtewechsel eine Menge an Arbeit und hohe Kosten zu, die bislang ohne großes Aufhebens von den ProstMahlzeit-Wirten getragen wurden. Ernst Hennel, Robert Eicher sowie Peter und Ilse Klotz bewirten seit 2005 das Dorfener Volksfest. In all den Jahren haben die vier Festwirte viel Geld und noch mehr Herzblut in das Volksfest gesteckt und die zuvor dahinplätschernde Dorfener Wiesn wieder nach oben gebracht. Der Schock kam bei der Angebotseröffnung der Ausschreibung für die Jahre ab 2020 Mitte Juli. Die Braugaststätte Zollhaus aus Landshut bot mit 70 000 Euro deutlich mehr als die ProstMahlzeit GbR mit 53 000 Euro. Die Folge: Zollhaus-Gastronom und Dult-Wirt Patrick Schmidt erhielt den Zuschlag für das Dorfener Volksfest 2020. Schmidt hatte zwei Angbote abgegeben. Das mit 70 000 Euro für ein Jahr und eines mit zwei Folgejahren mit dann noch 75 000 und 80 000 Euro. Die ProstMahlzeitler boten nur für drei Jahre und da pro Jahr jeweils 53 000 Euro. Während die eingesessenen Dorfener Festwirte den Bierpreis auf 8,10 Euro taxierten, verlangt Schmidt nur 7,80 Euro für die Mass Festbier. Und auch bei den übrigen Getränken blieb der Landshuter unter den Preisen der Dorfener Wirte.

Gute Arbeit nicht belohnt

Wumm. Das schockierte sogar die Mitglieder des Finanzausschusses des Stadtrates. Barbara Lanzinger (CSU) hatte vor der Vergabe an die Kollegen eindringlich appelliert, die Stadt dürfe nicht nur auf das Geld schauen. Die Dorfener Festwirte hätten das Isenstädter Volksfest „enorm aufgewertet“. Doch die Verwaltung wies darauf hin, dass es rechtswidrig sei, „dem Meistbietenden den Zuschlag zu verwehren“. Und so bekam Schmidt den Zuschlag für 2020 – eine Art „Testphase“, wie das SPD-Rat Ernst Giller ausdrückte und den entsprechenden Antrag dazu stellte.

Hohe Kosten schon vor dem Ozapfa

Doch sieht man nicht nur die reine Angebotssumme, sondern blickt hinter den Kulissen, dann hat sich die Stadt mit der bislang durchgeführten Ausschreibung möglicherweise einen Bärendienst erwiesen. Denn die bisherigen Festwirte haben viele freiwilligen, nicht in der Ausschreibung verankerten Leistungen erbracht, wie eine Nachfrage der Heimatzeitung jetzt ergeben hat. Alleine Marketing, Werbung und Erwerb von Bildrechten für Werbemaßnahmen in Print und Internet schlagen jährlich mit knapp 16 000 Euro zu Buche. Wiesmadl- und Bier-König-Wahl sowie Bierzeichen für die teilnehmenden Vereine zum Wiesneinzug kosten über 6000 Euro. In diesem Jahr lässt die ProstMahlzeit GbR eine eigene Beschallungsanlage installieren. Kostenpunkt: 11 500 Euro. Dadurch ist in der Festhalle wieder eine „normale Unterhaltung“ unter den Volksfestbesucher möglich, diese wird nicht durch die Lautstärke der Bands verhindert. All das sind Kosten, die künftig die Stadt großteils übernehmen muss.

Lesen Sie auch: Als das Volksfest noch Maßstäbe setzte

Festwirt Peter Klotz bringt auf den Punkt, was Außenstehende nicht wissen können: „Bis dies erste Maß Bier aus dem Zapfhahn läuft, haben wir schon über 140 000 Euro ausgegeben.“ Was für den Dorfener Gastronom auch feststeht: Die Ausschreibung sei viel zu allgemein gehalten. Was fehle, seien feste Kriterien, für die Bewerber Punkte erhalten könnten. Solche Punkte könnten etwa sein, ob der Festwirt in Dorfen eine Gastronomie unterhalte, hier wohne oder wie die Programmgestaltung auszusehen habe.

Doch der Zug ist abgefahren, Nachtarocken wollen die langjährigen Festwirte hier nicht. Für die ProstMahlzeit GbR zählt jetzt nur eines: Finale dahoam! Sie wollen den Dorfenern und den Gästen nochmal ein besonders schönes Volksfest bereiten. Was danach kommt, das liegt nicht mehr in der Hand von Hennel, Eichner und dem Ehepaar Klotz. Und darüber wollen sie sich auch nicht den Kopf zerbrechen.

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