Vor Gericht

18 Monate für Sex mit Minderjähriger

Isen - Ein 18-Jähriger hatte mit einer 13-Jährigen mehrere Male einvernehmlich Sex. Weil der junge Mann außerdem noch mit Marihuana handelte, stand er jetzt vor Gericht.

Für 15-fachen schweren Missbrauch eines Kindes hat das Amtsgericht Erding einen Isener zu 18 Monaten Jugendstrafe verurteilt, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Vor dem Jugendschöffengericht Erding räumte der heute 20-jährige Mann die Taten unumwunden ein.

Über Bekannte hatte er im November 2014 seine 13-jährige Freundin kennengelernt. Bis Februar des darauffolgenden Jahres hatte er zehn Mal Geschlechtsverkehr mit ihr, hinzu kamen weiter sexuelle Spielereien. Das Mädchen hatte dagegen nichts einzuwenden, erklärte er. Im Gegenteil: Wenn zwar er den ersten Schritt machte, so strebte auch sie die Beziehung an. Hinzu kam, dass er nicht „der Erste“ war. Über ihr Alter sprach man zwar, für ihn sei es aber Okay gewesen, „so lange die Polizei nichts erfährt“.

„In den meisten Fällen spielte sich der Geschlechtsverkehr einvernehmlich ab“, sagte die Geschädigte vor Gericht. Wenn sie einmal nicht wollte, habe sie dies nicht deutlich zum Ausdruck gebracht, sondern eben über sich ergehen lassen.

Laut dem Angeklagten habe er sogar mit ihrer Mutter gesprochen. Ungeklärt ist, ob diese die Tragweite erkannte, doch habe sie geäußert: „Kommt mir ja nicht mit einem Kind nach Hause“. Den bislang ungeschützten Beischlaf habe man daraufhin mit Kondomen ausgeführt.

Ein Ende fand die Beziehung, weil die 13-Jährige herausfand, dass ihr Liebhaber ein Doppelleben führte, Marihuana rauchte und mit seiner ehemaligen Freundin nicht gerade sanft umgegangen war. Durch die polizeilichen Ermittlungen zum Drogenmissbrauch mit Telefonüberwachung kam auch der sexuelle Missbrauch ans Tageslicht. Zur Trennung hatte sich die 13-Jährige per SMS sinngemäß geäußert, dass sie wohl nur „sein Betthäschen“ gewesen sei.

Seine Vergangenheit hatte den Angeklagten bereits am 14. April vergangenen Jahres vor Gericht geführt. Er hatte seine Ex-Freundin, Vorgängerin der 13-Jährigen, mehrfach brutal geschlagen und bedroht, sowie Marihuana gehandelt und konsumiert. Eine Jugendstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, da aufgrund der Familiensituation eine leicht depressive Erkrankung vorlag. Die Bewährungsauflagen ging der Angeklagte nur zögerlich, letztlich aber doch mit Erfolg an. Er steht unter Betreuung und Bewährungshilfe und will sich eine Arbeit, beziehungsweise einen Ausbildungsplatz suchen.

Unter Einbeziehung dieser Vorahndung forderte der Staatsanwalt eine Jugendstrafe von 22 Monaten zur Bewährung, während der Verteidiger, Rechtsanwalt Jörg Kaiser aus Erding, auf ein Jahr plädierte. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Lefkaditis verurteilte den 20-Jährigen zu 18 Monaten, die auf Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt sind. Die Auflagen gelten weiterhin, das heißt Arbeitsplatzsuche nachweisen, Drogenverzicht, Aufnahme einer Psychotherapie. Auch Betreuung und Bewährungshilfe werden beibehalten.

Gert Seidel

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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