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Stolz brachten Leni Huber, Magdalena Huber und Resi Pichler (Bild oben, v. l.) die Fahne der Frauengemeinschaft zur Weihe. Das Foto entstand im Jahr 1982.

100-Jähriges Bestehen in Moosinning 

Vom Mütterverein zur Frauengemeinschaft

Seit 100 Jahren setzt sich die Gemeinschaft Katholischer Frauen Moosinning für den Erhalt des Brauchtums in der Gemeinde ein. Ein Jubiläum, das am kommenden Sonntag gefeiert wird.

Moosinning– Die Gemeinschaft Katholischer Frauen Moosinning wurde im Jahr 1918 eigentlich als christlicher Mütterverein gegründet – und das mit ernstem Hintergrund. Der Zusammenhalt hatte den Frauen in der schweren Nachkriegszeit Halt und Geborgenheit gegeben. Besonders das wöchentliche Gebet lag der ersten Vereinsvorsitzenden Therese Weber, die die Gemeinschaft bis 1931 geführt hat, und dem Präses Pfarrer Eckel am Herzen. „Die Frauen sind ja damals nirgends hingekommen, außer in die Kirche, und hatten auch noch nicht viel zu sagen“, blickt Heidi Görl zurück.

Das hat sich in den vergangenen 100 Jahren gehörig geändert. „Das ist eine Entwicklung, die unsere Gemeinschaft zum Glück mitgemacht hat. Frauen haben immer mehr Rechte bekommen“, erklärt Görl, die sich inzwischen seit 1996 als Vorsitzende der Gemeinschaft engagiert.

Rund 300 Mitglieder

1968 hat sich der Mütterverein dem Diözesanverband angeschlossen und wurde 1970 in Katholische Frauengemeinschaft Moosinning umbenannt. Da man sich aber vom Dachverband löste, musste nach einem neuen Namen gesucht werden. Seit 2012 dürfen sich die aktuell rund 300 Mitglieder deshalb Teil der Gemeinschaft Katholischer Frauen Moosinning nennen.

Deren Hauptanliegen ist nach wie vor der Erhalt des Brauchtums. „Wenn wir das nicht hochhalten, geht’s verloren“, befürchtet die Vorsitzende und ergänzt: „Wer soll dann den Kreuzweg oder den Rosenkranz beten, und wer würde dann schon das Faschingskranzl veranstalten?“ Denn nicht nur im Rahmen der Kirche bei Kreuzwegen, Maiandachten oder dem Pfarrfest sind die Moosinninger Frauen aktiv. Neben Ausflügen, Vorträgen und Kursen wie zum Beispiel dem in diesem Jahr angebotenen Dirndlnähkurs oder dem Backkurs für Schmalzgebäck, sorgt die Gemeinschaft seit nunmehr rund 30 Jahren für ein jährliches Highlight in der Gemeinde – das Faschingskranzl. Das Erfolgsrezept: das große Engagement der Mitglieder, moderne, lustige Einlagen und der Ausschluss der Männer aus der Veranstaltung. „Eine Gemeinschaft nur mit Frauen ist etwas ganz anderes. Die Frauen brauchen das mal. Sie sind dann ganz anders lustig“, erzählt Görl.

Heute sorgt der aktuelle Vorstand gemeinsam für den Erhalt der Gemeinschaft katholischer Frauen Moosinning (Bild links, vorne, v. l.): Gerlinde Eschbaumer, Maria Kressierer, Vorsitzende Heidi Görl, 2. Vorsitzende Maria Baumgärtel, Sabine Penzenstadler; (hinten, v. l.) Maria Gunderlach, Elke Pichler, Anneliese Ways, Marianne Auerweck, Petra Priebe, Karin Neumayr, Ingrid Killi, Andrea Vieregg und Bärbel Humplmair.

Und auch die Frauen, die ihre Männer bereits verloren haben, fühlen sich innerhalb der Gemeinschaft wohl, wie die Vorsitzende erklärt: „Sie freuen sich über die Gesellschaft.“ Vor allem auch für neue Einwohnerinnen Moosinnings biete die Frauengemeinschaft immer wieder die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. „So kommt man mit den Einheimischen in Kontakt. Nichtmitglieder sind bei uns immer willkommen, um sich das anzusehen“, sagt Görl.

Neuwahlen 2020

Die Offenheit, die sich die Frauen über die Jahre hinweg bewahrt haben, zahlt sich aus. Von einem kleinen Zusammenschluss hat sich die Gemeinschaft zu einem der stärksten Vereine in der Gemeinde entwickelt. „Wir hoffen natürlich, dass die Frauen weiterhin so gerne zu uns kommen“, sagt die Vorsitzende. Acht Euro kostet die Mitgliedschaft pro Jahr. „Mir liegt es am Herzen, dass dieser Verein erhalten bleibt. Es wäre schade, wenn es ihn nicht mehr gibt.“

2020 stehen die nächsten Vorstandswahlen an, für die die Vorsitzende hofft, problemlos Kandidaten zu finden. „Das ist ja leider bei den meisten Vereinen immer das Problem“, bedauert die 72-Jährige.

Jetzt soll das Jubiläum jedoch erst einmal gebührend gefeiert werden – auch wenn sich die Frauen hinsichtlich des genauen Gründungsdatums nicht ganz sicher sind. „Wahrscheinlich war es der 21. Februar, allerdings liegen uns bis 1970 nur lose Unterlagen vor“, erklärt die Vorsitzende.

Gefeiert wird das Jubiläum

am Sonntag, 18. Februar. Nach dem Festgottesdienst um 10.30 Uhr in der Moosinninger Kirche wird beim gemeinsamen Mittagessen mit den Ortsvereinen im Gasthof Oberwirt gefeiert. Dann wollen die Frauen den Gästen in Form einer Diashow einen Blick in die Vergangenheit der Gemeinschaft ermöglichen.

Julia Adam

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