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AfD-Bundesvorsitzender Alexander Gauland (r.) sprach vor 350 Anhängern im Stangl-Saal in Eichenried.

Polizei nimmt zahlreiche Anzeigen auf

Gauland durch die Hintertür: 350 AfD-Fans treffen auf 250 Gegner - es kommt zu Ausschreitungen 

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Wie aufgeheizt das politische Klima ist, zeigte sich am Montagabend in der Kälte in Eichenried bei der AfD-Kundgebung mit Gegendemo. Es kam zu Zusammenstößen.

Eichenried - Die Gegner „begrüßten“ jeden Besucher der AfD-Kundgebung im Stangl-Saal mit Trillerpfeifen. Gauland selbst bekamen sie nicht zu Gesicht. Denn der gelangte auf Schleichwegen nach Eichenried und durch die Hintertür in den mit laut Veranstalter 350 Zuhörern übervollen Saal.

Zuvor war es entlang der B 388 zu einigen Reibereien zwischen Demonstranten und AfDlern gekommen. Erdings Polizei-Vize Harald Pataschitsch, der den Einsatz mit über 20 Beamten der Inspektion und des Staatsschutzes koordinierte, berichtete von einigen wechselseitigen Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung. Besonders gerne filmte und fotografierte man sich gegenseitig. Zu den Demonstranten gesellte sich Moosinnings Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU), die für das Engagement dankte.

Im Saal war Gauland dann unter Seinesgleichen. „Ich bin verblüfft über den Empfang. Das scheint hier ein reines AfD-Land zu sein“, sagte er unter tosendem Applaus. Stehende Ovationen und Jubelrufe prägten den gesamten Abend, den Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann organisiert hatte.

AfD-Chef Gauland kommt durch die Hintertür - und verweist auf Trump

Gauland bekannte, dass es sicherlich ein Widerspruch sei, „ein Parlament zu wählen, das nichts zu bestimmen hat und in dem eine deutsche Stimme viel weniger wert ist als etwa eine maltesische“. Dennoch appellierte er, am 26. Mai zur Wahl zu gehen. Ein Ziel der AfD sei, die Industriepolitik zu ändern. Denn etwa die Diesel-Grenzwerte träfen die deutsche Wirtschaft ins Herz. Die EU ruiniere den deutschen Autobau.

Gauland attestierte Deutschland und Europa, „islamischer und afrikanischer“ geworden zu sein. „Wir haben bereits eine muslimische Parallelgesellschaft. Deswegen müssen sich die muslimischen Zuwanderer auch gar nicht integrieren.“ Gleichzeitig werde die Meinungsfreiheit eingeschränkt. Er verwies auf Trump und die USA: „Dort findet wieder eine Entmischung statt.“ Die Europawahl müsse von einem „Identitätswahlkampf“ flankiert werden.

Dennoch riet er von der Auflösung der EU und von eine, Dexit, dem Austritt der Bundesrepublik, ab. „Wir müssen vielmehr Verbündete suchen, die mit uns die EU auf ihren Kern zurückführen.“ Damit meinte er eine Wirtschaftsunion ohne Euro.

Gauland begab sich auch in die Opferrolle, ein populäres AfD-Manöver: „Jeder der hüpft, wird gleich als Nazi beschimpft. Dieses Deutschland wollen wir nicht“, sagte er unter großem Applaus.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum AfD-Auftritt in Eichenried: Die billige Taktik der AfD

Gauland-Besuch: Auch AfD-Frau Ebner-Steiner spricht

Der oberbayerische AfD-Spitzenkandidat Bernhard Zimniok zeigte sich zuversichtlich, „dass die EU zerbrechen wird. Das ist nur eine Frage der Zeit“. Sollte er gewählt werden und in den Terrorismus-Ausschuss entsandt werden, „werde ich die Antifa auf die Terrorliste der EU setzen“. Dafür erhielt er stehende Ovationen.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio, der als rechter Scharfmacher gilt, verglich die EU mit einem Gefängnis. Man müsse sie von innen reformieren. Konkrete Vorschläge nannte er nicht, sondern sprach von einem „gefährlichen Möchtegern-Regime“ mit „einem Haufen schlecht ausgehandelter und oft gebrochener Verträge“. Die anderen Länder griffen Deutschland nur in die Tasche. Die Systemparteien unternähmen nichts dagegen. „Deutschland muss den aufrechten Gang wieder lernen.“

Wer von der bayerischen Landtags-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner eine Analyse des Streits und der Zerfallserscheinungen der AfD im Maximilianeum erwartet hatte, wurde enttäuscht. Nur ein Satz kam in diese Richtung: „Meine Aufgabe ist es, die Gemäßigten zu ermutigen, und die zu Mutigen zu mäßigen.“

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