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Alte Schule als neuer Kita-Standort

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Von: Wolfgang Krzizok

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Anbau an den Bestand? Das ist noch nicht klar. Allerdings sprach sich der Rat schon mal für das Gelände am alten Schulhaus in Eichenried als Standort fürs Kinderhaus aus.
Anbau an den Bestand? Das ist noch nicht klar. Allerdings sprach sich der Rat schon mal für das Gelände am alten Schulhaus in Eichenried als Standort fürs Kinderhaus aus. © Wolfgang Krzizok

Die Gemeinde Moosinning möchte ein neues Kinderhaus errichten.

Moosinning – In der Gemeinderatssitzung wurde darüber diskutiert, ob man es am ehemaligen Schulhaus in Eichenried bauen solle oder an einem separaten Standort im Gemeindegebiet. Sechs Gruppen, also etwas mehr als 120 Kinder, sollen im neuen Haus untergebracht werden.

Geschäftsleiterin Silvia Hermansdorfer listete zunächst den Flächenbedarf auf und stellte die Kosten gegenüber. Ein Neubau am alten Schulhaus würde rund 4,5 Millionen Euro kosten. Dabei würden die Baukosten rund 4,3 Millionen Euro betragen, dazu kämen etwa 200 000 Euro Abbruchkosten und gut 50 000 Euro Kosten für eine neue Dacheindeckung.

Teurer würde ein Neubau auf einem separaten Grundstück, das außerdem erst erworben werden müsste. Hier veranschlagt Hermansdorfer rund 7,7 Millionen Euro. Wenn man das Baugrundstück am alten Schulhaus, das die Gemeinde für rund 2,2 Millionen Euro verkaufen könnte, dagegen rechne, käme ein Neubau auf etwa 5,3 Millionen Euro, erklärte die Geschäftsleiterin.

„Gibt es irgendwo im Gemeindegebiet Flächen, die dafür in Frage kommen?“, fragte Josef Romir (SPD). Als „zeitlichen Horizont“ für einen Neubau veranschlagte er rund zehn Jahre. „Es könnte natürlich schneller gehen, aber dafür bräuchten wir jemanden, der ein Grundstück verkauft“, merkte Hermansdorfer an. Ganz klar für einen Neubau sprach sich Manfred Lex aus. Rund 46 Prozent der Fläche am ehemaligen Schulhaus seien Altbestand. „Alte Heizung, alte Rohre, schlechte Isolierung – der Altbau ist nicht mehr viel wert“, bemängelte der CSU-Gemeinderat. „Die Rechnung ist gut, aber ich glaube, dass der Aufwand größer ist.“ Er sehe, dass der Zeitfaktor ein Problem sei. „Aber Qualität ist wichtiger.“ Anneliese Ways war auf einer Linie mit Lex und brachte das Grundstück an der Neuchinger Straße ins Spiel, wo jetzt noch das Feuerwehrhaus steht.

Das Problem Zeitdruck sah auch Christian Nagler (BB). Er findet allerdings die bisherige Lage „super“. Das Geld für eine neue Dämmung sei da. „Schön wäre, draußen was zu bauen, aber wir haben kein Grundstück“, betonte er. Richard Döllel meinte, dass das alte Lehrerhaus „sowieso weg muss“. Eine Isolierung könne man jederzeit drauf machen. „Die Lage ist super“, stellte der SPD-Gemeinderat fest. „Wenn wir dann noch mal einen Kindergarten brauchen, dann sollten wir ihn am Ortsrand von Moosinning oder Eichenried bauen. Wer weiß, ob die Orte nicht sowieso irgendwann mal zusammenwachsen.“

Sabine Stangl (BE) empfindet es als „Rückschritt“, wenn nach einem neuen Grundstück gesucht werden würde, wenn man doch ein bestehendes Gebäude habe. „Dann wären wir dort, wo wir vor einem Jahr waren.“ Und Lex mahnte: „Egal, ob der Kindergarten in Moosinning oder Eichenried steht: Wir brauchen die beste Lösung.“

Bürgermeister Georg Nagler (SPD) erinnerte daran, als damals die Eichenrieder Schule aufgelöst worden war. „Das war die richtige Entscheidung, jetzt haben wir in der Schule in Moosinning eine Einheit.“ Eine solche Einheit würde er sich beim Kinderhaus auch wünschen. Hier habe man schöne Räumlichkeiten. „Hier könnten wir erweitern.“

Das sah auch Romir so und gab die momentane Lage am Immobilienmarkt zu bedenken. „Ich als Gemeinde Moosinning würde in der jetzigen Situation keinen Quadratmeter Grund verkaufen.“ Folglich sehe er auf der anderen Seite das Problem, „jemanden zu finden, der was verkauft“. Man habe in das alte Schulhaus viel Geld hineingesteckt – und ein saniertes Gebäude.

„Warum sollte man das Kinderhaus nicht hier lassen?“, fragte Hermansdorfer. Dem widersprach Lex, der das Gebäude als „nicht so gut“ sieht. Für Sebastian Weinzierl (SPD/parteifrei) war die Sache klar: „Wir können uns die Grundstücke nicht aussuchen. Wenn wir kurzfristig einen Kindergarten brauchen, kann es nur auf das Bestandsgebäude hinauslaufen.“ Andreas Eschbaumer (CSU) stimmte ihm zu und meinte: „Der Bedarf ist da.“

Bei zwei Gegenstimmen von Lex und Ways beschlossen die Gemeinderäte schließlich, das neue Kinderhaus auf dem Gelände des ehemaligen Schulgebäudes in Eichenried zu errichten beziehungsweise an den bisherigen Bestand anzubauen. Dazu soll das ehemalige Lehrerwohnhaus abgerissen und ein Ersatzneubau errichtet werden. Demnächst soll ein Wettbewerb nach dem so genannten VGV-Verfahren gestartet werden, der vom Planungsverband begleitet wird. Dabei können Büros aus ganz Europa ihr Angebot abgeben. „Aus dem Pool der Bewerber werden drei bis fünf Büros gebeten, Entwürfe einzureichen“, erklärte Hermansdorfer. „Diese werden im Gemeinderat präsentiert, der dann über den Sieger entscheidet.“

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