Musiker Andi Starek präsentiert Schüler-Song gegen Hass

Video-Premiere: „Kein Mensch wird als Rassist geboren“

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  • Andreas Sachse
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Musiker Andi Starek hat seinen Song gegen Rassismus präsentiert. Mit dabei war auch Schirmherr Kabarettist Christian Springer.

Eichenried/Oberschleißheim – „Wir stehen nicht auf Rassismus!“ – Vier Jahre nachdem Liedermacher und Bayern-Rocker Andi Starek aus Eichenried diesen Song im Rahmen einer Anti-Rassismus-Aktion der Grund- und Mittelschule Neustift in Freising geschrieben hat, mausert sich das Lied zur „Hymne für ein buntes Miteinander“. Neben der Schule in Freising ist die Grundschule Parksiedlung aus Oberschleißheim mit an Bord. Kabarettist Christian Springer ist Schirmherr. Am Donnerstag präsentierte Starek das Video zu dem Song, das er mit Schulkindern noch vor dem Corona-Lockdown gedreht hat.

Song aus dem Jahr 2016 derzeit hochaktuell 

Das Anti-Rassismus-Projekt war von Starek sowie der Rektorin der Grund- und Mittelschule in Freising im Jahr 2016 angestoßen worden. Befeuert durch den gewaltsamen Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd in Minneapolis, die anhaltenden Proteste in den USA und die 25 000-köpfige Demonstration am Münchner Königsplatz erfährt es jetzt eine enorme Aufmerksamkeit.

Vor reichlich Medienpublikum wurde das zweieinhalbminütige Video zu dem Song im Bürgerhaus Oberschleißheim vorgestellt. Der in Eichenried lebende Starek hat selbst Regie geführt. Haupt- und Nebendarsteller sind Schüler der beiden Schulen aus Freising und Oberschleißheim. Durch das Engagement der mit Leib und Seele beteiligten sechs- bis zehnjährigen Grundschüler gewinnt das Video an zusätzlicher Legitimation. Teile wurden an den Schulen gedreht, ein Anti-Rassismus-Konzert mit Stareks Kinderrock-Band Schlawindl im Schleißheimer Bürgerhaus bildet die Schluss-Sequenz. „Es ist mir seit etlichen Jahren ein Anliegen, mich mit Kindern zusammen gegen Rassismus stark zu machen“, sagt der Musiker.

„Rassismus trifft nicht nur die schwarze Bevölkerung in den USA“

„Wir stehen nicht auf Rassismus!“ singt Starek in dem Video im Duett mit der aus Indien stammenden Maitli (10). Der Viertklässlerin von der Parkschule Oberschleißheim ist nicht nur eine Sängerinnenstimme gegeben, sie verfügt auch über Überzeugungskraft. Bei der Veranstaltung im Bürgerhaus setzte sie sich wie in dem Video nachdrücklich gegen Rassismus ein.

Starek, der einst als Unterhaltungsmusiker unter anderem auf dem Oktoberfest zu hören war, wechselte aus Überzeugung in die Projekt-Arbeit mit Schlawindl. Seit 2013 gehört er dem Verein Orienthelfer von Christian Springer an. Der Kabarettist sprach in der Pressekonferenz, zu der auch Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler gekommen war, voller Hochachtung über Stareks Engagement. Springer steht für einen bedingungslosen Einsatz gegen jede Form der Ausgrenzung: „Rassismus trifft nicht nur die schwarze Bevölkerung in den USA. Das beginnt auch bei uns mit Ausgrenzung gegen Dicke oder sozial Schwache und endet mitunter mit Mord.“

„Wir sind bunt, und das ist gut so“

Auf besonderes Interesse stößt das Projekt bei beiden beteiligten Schulen, an denen der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund hoch ist. In einigen Klassen der Grund- und Mittelschule Neustift etwa liegt er laut Rektorin Sabine Jackermaier bei bis zu 77 Prozent.

Nationenübergreifendes Miteinander ist auch Rektorin Heike Frenzel ein tägliches Anliegen. Ihre Grundschule in der Parksiedlung Oberschleißheim besuchen Schüler aus 32 Nationen. „Wir sind bunt, und das ist gut so“, erhob sie Humanität zur Leitidee ihrer Schule.

Beide Bildungseinrichtungen sind als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Starek ist Pate dieser internationalen Initiative, der in Deutschland mehr als 3300 Schulen angehören, darunter auch einige im Landkreis Erding. Sie verpflichten sich, aktiv gegen Rassismus vorzugehen. Kinder sind für Starek wie auch für Springer als Adressaten ihrer Botschaft am ehesten geeignet. „Kein Mensch wird als Rassist geboren“, sagte Springer: „So was ist anerzogen!“

Das Video gibt es auf Youtube zu sehen.

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