Verkaufen Erinnerungsstücke aus dem Gasthof Maier für den guten Zweck: Seffi Maier und Gaby Umkehr (v.l.)
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Verkaufen Erinnerungsstücke aus dem Gasthof Maier für den guten Zweck: Seffi Maier und Gaby Umkehr (v. l.) mit einem Geschirr-Set des beliebten Pelzwirts. Das behalten sie als Andenken.

Bestand wird gegen Spende für „Licht in die Herzen“ abgegeben

Ansturm aufs Pelzwirt-Inventar

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Im August 2020 hat das Gasthaus Maier – besser bekannt als Pelzwirt oder Schnitzelwirt – seine Pforten geschlossen. Jetzt war dort wieder Betrieb. Allerdings wurden keine Gäste bewirtet, sondern das Inventar verkauft – für eine gute Sache.

Moosinning – „Wir haben vor ein paar Monaten alles ausgeräumt und auch noch viel Geschirr gefunden“, erzählt Wirtin Josefine „Seffi“ Maier, die das Wirtshaus nach dem Tod ihres Mannes noch eine Zeit lang mit den Töchtern Gaby und Susi geführt hat. „Meine Enkelinnen Sabrina und Lena hatten dann die Idee, dass wir doch alles für einen guten Zweck verkaufen könnten.“

Gesagt, getan. Alles wurde in der Wirtschaft aufgebaut – Besteck, Geschirr, Gläser und Mobiliar. „Die Leute konnten durchgehen, alles anschauen und mitnehmen – natürlich mit Abstand und Maske. Einen festen Betrag haben wir nicht verlangt, die Leute sollten einfach was in die Spendenbox schmeißen“, berichtet Seffi Maier. Ihre Tochter Gaby Umkehr hatte den Verkauf auf diversen sozialen Kanälen angekündigt und einige Teile auch auf Ebay angeboten. „Die Resonanz war super“, freut sie sich. „Schon nach einer Stunde kam die erste Rückmeldung.“

Besonders die Neuchinger Buam hätten sich als dankbare Abnehmer von Mobiliar erwiesen. „Einer hat gesagt, er baut sich ein Stüberl und bräuchte eine Eckbank – sein Stüberl ist 7,10 Meter lang“, erzählen Maier und Umkehr. „Und die Eckbank, die ihm gefallen hat, war genau 7,05 Meter lang. Der hat sich total gefreut.“ Ein Mann aus Schwaig habe die Gläserspülmaschine abgeholt, und sogar aus Eggenfelden sei jemand da gewesen. Er habe einige alte Schränke und Tische mitgenommen: „Er hat gesagt, er braucht es für ein altes Haus, das er mit alten Möbeln einrichten will. Das sei sein Hobby.“

Ein Geschirr-Set mit dem Schriftzug des Gasthofs, behält die Familie als Andenken, außerdem ein altes Bild, einen Kupferstich, das die Wirtschaft vor rund 100 Jahren zeigt. „Und dann haben wir noch zwei alte Bilder gefunden: Eins zeigt die Pestkapelle, eins die Moosinninger Kirche, die haben wir der Gemeinde geschenkt“, sagt Maier. Umkehr ergänzt: „Eine alte Speisekarte ist auch aufgetaucht, da hat zum Beispiel das Kalbsschnitzel 3,50 Mark gekostet.“

Wer noch etwas erstehen will, sollte sich beeilen, denn es gibt nur noch Restbestände. „Nur Lampen und Gläser haben wir noch sehr viele“, sagt Maier. Sie freut sie sich, dass ihre Enkelinnen die Idee mit der Spendenbox hatten. „Wir haben uns geeinigt, dass das Geld dem Leserhilfswerk ,Licht in die Herzen’ zugute kommt und so im Landkreis bleibt“, erzählen Maier und Umkehr. Kassensturz wird erst gemacht, wenn alles weg ist.

Wer noch Erinnerungsstücke aus dem Gasthof Maier erstehen möchte, kann sich bei Seffi Maier unter Tel. (0 81 23) 9 88 13 99 oder (0 15 20) 3 40 93 60 melden.

wk

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