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Bauen im Außenbereich ist halt problematisch

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Eine verträgliche Innenverdichtung wünscht sich Bürgermeister Georg Nagler.
Eine verträgliche Innenverdichtung wünscht sich Bürgermeister Georg Nagler. © Vroni Macht

Manche Bauvorhaben sind halt nun mal problematisch.

Moosinning – Anträge zum Bauen im Außenbereich: In einer Klausurtagung mit nachfolgender Sondersitzung beschäftigte sich der Moosinninger Gemeinderat eingehend mit dieser Thematik und hatte sich dazu auch den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum zur Seite geholt.

Dem Ansinnen der Antragssteller, auf dem eigenen Grund und Boden Baurecht zu erhalten, stehen rechtliche Vorgaben, städtebauliche Ziele sowie der grundsätzliche Schutz des Außenbereichs entgegen. Dieser soll der Landwirtschaft vorbehalten bleiben, um ihr Entwicklungsmöglichkeiten offen zu halten. Angesichts der Wohnungsknappheit und der hohen Baulandpreise steht Moosinning wie viele andere Gemeinden vor der schwierigen Aufgabe, mit diesem Interessenskonflikt umzugehen, ihn zu moderieren und gute Lösungen zu finden. Bürgermeister Georg Nagler nimmt dazu Stellung.

Herr Nagler, wie stark ist der Schutz des Außenbereichs seitens der Gemeinde zu gewichten?

Grundsätzlich ist der Außenbereich durch den Gesetzgeber geschützt, da eine Bebauung nach dem Baugesetzbuch nur für privilegierte Bauvorhaben zulässig ist, zum Beispiel für Landwirte, Gartenbaubetriebe et cetera. Da unser Gemeindegebiet stark zersiedelt ist, sehen wir unsere Zielsetzung in einer städtebaulichen Entwicklung von Innenbereichspotenzialflächen sowie einer maßvollen Entwicklung des Ortsrandbereichs.

Können Sie die Anfragen der Grundstückseigentümer verstehen?

Natürlich kann ich jeden individuellen Wunsch und jede Anfrage verstehen und nachvollziehen – vor allen Dingen vor dem Hintergrund der hohen Bodenrichtwerte innerhalb der Gemeinde Moosinning. Dennoch befinden wir uns hier im Spannungsverhältnis zwischen persönlichem Wunsch und städtebaulicher Zielsetzung.

Dürfen bestehende Gebäude wie Scheunen zur Wohnbebauung umgenutzt werden?

Ja, diese Möglichkeit ist vom Gesetzgeber vorgesehen und wurde mit der Baugesetzbuch-Novelle Anfang des Jahres 2021 erweitert, sodass landwirtschaftlich genehmigte Gebäude derart umgenutzt werden können, dass anstatt drei bis zu fünf Wohneinheiten errichtet werden können.

Wie begegnet die Gemeinde grundsätzlich dem Interessenskonflikt?

Um hier eine transparente Entscheidungsgrundlage dem Gemeinderat zu ermöglichen, werden die Bürgeranträge durch den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München – bei dem wir als Gemeinde Mitglied sind – einer städtebaulichen Einschätzung unterzogen. Dabei werden Möglichkeiten, aber auch städtebauliche Konfliktpotenziale herausgestellt, um dem Gemeinderat eine Abwägungsgrundlage zu bieten, um die jeweilige Einzelfallentscheidung in einen Gesamtzusammenhang einzubetten.

Was wünschen Sie sich für die weitere Entwicklung der Gemeinde Moosinning?

Ich wünsche mir, dass wir als Gemeinderatsgremium weiterhin an unserem Innenentwicklungskonzept festhalten, um eine maßvolle und verträgliche Innenverdichtung zu ermöglichen. Durch diese „modernisierende Bewahrung“ soll der dörfliche und ländliche Charakter unserer liebevollen Gemeinde Moosinning auch für unsere Kinder gewährleistet bleiben.

Das Gespräch führte Vroni Vogel.

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