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Einsatz an den Feldern Moosinnings: Wolfgang Neumair (l., mit Sohn Sebastian) hat die Blühmischung an den Ackerrändern ausgesät – hier an einem Feld Am Vierergraben in Eichenried. Umweltreferent Leo Brenninger (r.) hat die Aktion initiiert.

Blühstreifen-Aktion der Gemeinde Moosinning

Bunte Blumen für Bienen & Co.

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Blühstreifen am Ackerrand sind nicht nur was fürs Auge, sondern auch Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten und Wildtiere. Die Gemeinde Moosinning fördert die Ansaat derartiger Blühflächen heuer erstmals – mit großer Resonanz.

Moosinning– Es vergeht kaum ein Tag ohne weitere Berichte über das fortschreitende Insektensterben. Dafür verantwortlich gemacht wird nicht nur der Einsatz von Pestiziden auf den Äckern. Auch die Verknappung der Nahrungsgrundlage für Bienen & Co., also der Rückgang von Pflanzen, die Nektar und Pollen spenden, trägt dazu bei.

Das will Leo Brenninger ändern. Und dabei hat der Umweltreferent von der Bürgerschaft Eichenried seine Moosinninger Gemeinderatskollegen hinter sich. Sie haben beschlossen, die Aussaat von Blühstreifen auf landwirtschaftlichen und privaten Flächen im Gemeindegebiet zu finanzieren. 1000 Euro wurden für die Samen im Haushalt bereitgestellt, zusätzlich bezahlt die Kommune die Aussaat, die Wolfgang Neumair aus Eching vor einer Woche mit dem Traktor übernommen hat.

Auf die Idee zur bunten Farbenpracht an den Acker- und Waldrändern war Brenninger über einen ehemaligen Schulfreund gekommen:Max Danner, der in Langenpreising im Gemeinderat sitzt, hat bereits ein ähnliches Projekt in seiner Heimatgemeinde initiiert.

„Blühmischungen stellen nicht nur eine Bereicherung der Landschaft dar, sondern bieten auch viele weitere Vorteile für Mensch, Tier und Umwelt“, erklärt Brenninger, der im Garten- und Landschaftsbau tätig und somit vom Fach ist. Durch Besiedelung und Bebauung sowie den Wandel in der Landwirtschaft werde das Nahrungsangebot für Blüten besuchende Insekten immer knapper. „Blühmischungen tragen in erheblichem Maße dazu bei, das Überleben von Blütenbestäubern zu sichern, da sie den ganzen Sommer Pollen und Nektar für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und weitere Insekten spenden“, sagt der Umweltreferent. Darüber hinaus tragen sie auch zum Erosions- und Grundwasserschutz bei, fördern den Humusaufbau und steigern die Bodenfruchtbarkeit. Nicht zuletzt profitieren auch kleinere Tiere wie Rebhuhn und Fasan von den Pflanzen – nicht nur als Nahrungsquelle, sondern auch als Wohn- und Nistplatz.

13 verschiedene Kräuter, Hülsenfrüchtler und sonstige Pflanzen umfasst die einjährige hochwachsende Blühmischung, die Brenninger bei der Bayerischen Futtersaatbau GmbH besorgt hat. „Die Mischung wurde so zusammengestellt, dass die Insekten über einen langen Zeitraum von Ende Mai bis Ende Oktober ein reichliches Nahrungsangebot zur Verfügung haben“, sagt Brenninger. Als Frühblüher startet zum Beispiel Buchweizen, später kommen Borretsch und Kornblume hinzu. Besondere Farbtupfer bringen Kulturmalve, Ringelblume, Klatschmohn und Sonnenblume.

Die insgesamt gut 250 Kilo Saatgut reichen für 17 Hektar. Mehr als zwei Dutzend Landwirte und Privatpersonen sowie die Gemeinde selbst haben die Samen aussäen lassen. „Das sind knapp elf Hektar“, erklärt Brenninger. Der Rest wird an einen weiteren Landwirt gehen, der alleine zwölf Hektar ansäen möchte.

Seit Ende voriger Woche sind die Samen ausgesät. Umweltreferent Brenninger freut sich über die gute Resonanz bei den Landwirten. Jetzt müssen die Pflanzen nur noch gedeihen und dabei helfen, dass Moosinning wieder summt und brummt. Wird die Premiere ein Erfolg, geht die Aktion im nächsten Jahr in die zweite Runde.

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