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Trotz Schneeschmelze wenig Wasser führt die Gfällach zwischen den Gemeinden Finsing und Moosinning. Links ist der Durchlauf zu sehen, in dem das Wasser ins Naturschutzgebiet abgeleitet wird.

Bund Naturschutz in Sitzung eingeladen

Annäherung im Streit um die Gfällach

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Gibt es eine Annäherung zwischen der Gemeinde Moosinning und dem Bund Naturschutz (BN) im Streit um die Gfällach? Zumindest hat der Gemeinderat beschlossen, nicht sofort seine Mitgliedschaft beim BN zu kündigen, sondern zunächst noch einmal das Gespräch mit den Naturschützern zu suchen.

Moosinning– Wie berichtet, hatte Ende vergangenen Jahres der Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinde im Rahmen der örtlichen Rechnungsprüfung empfohlen, die Mitgliedschaft beim BN zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen. Es geht um den seit Jahren schwelenden Streit ums Wasser in der Gfällach beziehungsweise im gleichnamigen Naturschutzgebiet (NSG): Als Begründung wurde das Verhalten des Bund Naturschutz im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Projekt der Gemeinden Finsing und Moosinning, die Wasserzuführung zur Gfällach zu verbessern, aufgeführt.

Laut Tischvorlage hatte der BN in einem Schreiben an die Gemeinde Finsing vorigen September erklärt, dass für die NSG-Versorgung mindestens eine Wassermenge von 50 Litern/Sekunde erforderlich sei. Gerade so viel wird aber über das Projekt zusätzlich generiert. Der BN könne deshalb einer hälftigen Aufteilung dieser Wassermenge nicht zustimmen (wir berichteten). Dazu habe das Moosinninger Gremium in seiner Sitzung vom Dezember die Auffassung vertreten, „dass die Gemeinde die kompromisslose Haltung des Bund Naturschutz in dieser Frage nicht einfach hinnehmen, sondern mit der Kündigung der Mitgliedschaft ein entsprechendes Zeichen nach außen setzen sollte“.

„Löst man das Problem denn mit einer Kündigung?“, warf Richard Döllel (SPD) in der jüngsten Sitzung ein und wollte wissen, ob die Gemeinde mit den Naturschützern schon gesprochen habe. „Wir waren mit ihnen schon vor Jahren zigmal vor Ort, und es hat auch viele Gespräche gegeben. Jetzt führt die Gemeinde Finsing das Vorhaben und auch die Gespräche“, erklärte Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU). „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir das nur mit einem persönlichen Gespräch lösen können, denn das ist eine Moosinninger und keine Finsinger Sache, wenn da Wasser abgeleitet wird“, beharrte Döllel auf weiteren Terminen mit dem BN.

Er schlug zudem vor, zu prüfen, ob man nicht mehr als 50 Liter zusätzlich generieren könne. „Ich bin gegen eine Kündigung. Wenn man als Partner arbeiten will, geht das nur, wenn man miteinander spricht.“ Er vermisse gerade bei diesem emotionalen Thema, dass jemand vom BN in den Rat eingeladen werde, um zu erklären, „was da Sache ist“. Darauf pochte auch Anneliese Ways (SPD). Und Manfred Lex (CSU) fand ebenfalls, dass man nochmals mit dem BN sprechen sollte. Vielleicht finde man eine Einigung. „Man muss miteinander reden, nur Briefe hin- und herschreiben bringt nichts“, sagte der Vizebürgermeister. Kündigen könne man dann immer noch, sollte das Ergebnis nicht ausfallen wie gewünscht. Das sah auch Georg Nagler (SPD) so: „Wir sollten nicht übereinander reden, sondern miteinander. Und wenn sie dann nicht wollen, dann eben nicht.“

„Wir hatten schon so viele Gespräche und Ortstermine. Wenn da eine vernünftige Zusammenarbeit gewollt wäre, dann hätten die schon lange mal was unternehmen können. Die wollen ja gar nicht. Und wenn uns einer ärgern will, dann brauchen wir den nicht noch finanziell unterstützen“, meinte Georg Humplmair (BB). Hubert Scherzl (BE) bezeichnete es als „absolute Frechheit, dass man die Gfällach austrocknen lässt, dass man in Kauf nimmt, dass Koppen und Krebse verenden. Das ist für mich kein Naturschutz mehr, sondern die arbeiten dagegen. Darum sollten wir kündigen“, stellte er fest. Auch Werner Fleischer (BE) meinte ganz deutlich: „Austreten.“ Wenn der BN die Gemeinde von seiner Arbeit überzeugen könne, dann könne sie ja wieder Mitglied werden.

Letztlich entschied sich das Gremium für die umgekehrte Variante: Ein Beschluss über die Kündigung wurde verschoben, ein Vertreter des BN soll in die nächste Ratssitzung eingeladen werden. „Der muss dann aber auch Tacheles reden“, forderte Helmut Scherzl.

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