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Will den Ball nicht aus der Hand geben: Moosinnings Bürgermeisterin Pamela Kruppa – hier beim Merkur-Cup-Bezirksfinale im Sommer in Eichenried – plant eine dritte Amtszeit – gegen beträchtliche innerparteiliche Widerstände.

Kruppa kämpft um ihr Amt

Moosinning-Bürgermeisterin will erneut kandidieren – CSU gespalten

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Pamela Kruppa, amtierende Bürgermeisterin Moosinnings, möchte für 2020 erneut nominiert werden. Bei der CSU stößt das auf unterschiedliche Reaktionen.

Moosinning – In der CSU Moosinning zeichnet sich ein Machtkampf um das Bürgermeisteramt ab, der den Ortsverband offen zu spalten droht. Pamela Kruppa, die intern umstritten ist und selbst von ihrer Fraktion zuletzt immer wieder alleine gelassen oder sogar bloß gestellt wurde, macht keinen Hehl daraus, dass sie ein drittes Mal kandidieren will.

Nicht wenige ihrer Parteifreunde wollen das nicht. Denn Kruppa war in der zu Ende gehenden Legislaturperiode immer wieder wochenlang nicht im Amt und nahm am Gemeindeleben so gut wie nicht teil. Stattdessen führte ihr Parteikollege und Zweiter Bürgermeister Manfred Lex über lange Zeitspannen die Geschäfte. Das spielt seit langem dem politischen Mitbewerber in die Hände.

Kein Plan B

Jetzt stellt sich Kruppa auf die Hinterbeine. Unterstützer haben 53 Unterschriften gesammelt. Ihr Ziel: möglichst schnell eine Nominierungsversammlung einberufen. „Das ist ein Drittel des Ortsverbandes“, sagt Kruppa im Gespräch mit dem Anzeiger.

Ihre Gegner glauben indes, mit der Kurzfristigkeit wolle sie einen internen Gegenkandidaten verhindern. Denn einen Plan B gibt es wohl nicht.

Unterschiedliche Meinungen demokratisches Recht

Im Interview bestätigt Kruppa, den Antrag gestellt zu haben, zügig eine Nominierungsversammlung anzusetzen. Sie stehe bereit: „Ich stelle mich dieser Herausforderung.“ Mit einem internen Gegenkandidaten hätte sie kein Problem.

Allerdings räumt sie ein: „Dass es Spannungen bei uns gibt, ist bekannt.“ Unterschiedliche Meinungen zu haben, sei ein demokratisches Recht. „Doch sollte die Diskussion auf der Sachebene ablaufen.“ Damit gibt sie zu: Bei den Moosinninger Christsozialen ist Feuer unterm Dach. „Ich gehe nicht auf persönliche Attacken ein“, sagt Kruppa dazu nur.

CSU droht Verlust des Bürgermeisteramts

Von dem Streit hat längst der Kreisverband Wind bekommen, der fünf Monate vor der Kommunalwahl zutiefst besorgt nach Moosinning blickt. Denn Kruppa ist im Dorf so umstritten, dass die CSU am 15. März 2020 das Bürgermeisteramt zu verlieren droht. Auch amtierende Räte wollen mit ihr nicht länger zusammenarbeiten.

Vor Kruppa war bis 2008 Rudi Ways Bürgermeister. Der ist von der SPD. Die Genossen haben mit dem jungen und engagierten Georg Nagler bereits einen als aussichtsreich geltenden Kandidaten aufgestellt.

CSU-Ortsvorsitz möchte keine Versammlung zur Personalsituation

Kruppa berichtet von einem internen Treffen von ihr und dem Ortsvorstand mit Kreisvorsitzendem und Landrat Martin Bayerstorfer sowie CSU-Kreisgeschäftsführer Thomas Bauer. Zu dem sei sie einbestellt worden.

Von der Intention der Unterredung dürfte Kruppa kalt erwischt worden sein. Sie sei davon ausgegangen, „dass man den Wahlkampf bespricht“ und nach einem professionellen Umgang mit den parteiinternen Meinungsverschiedenheiten sucht. Stattdessen sei ihr von der CSU-Ortsvorsitzenden Manuela Marheineke signalisiert worden, dass der Vorstand keine Versammlung zur Personalsituation abhalten möchte. Zumindest nicht jetzt.

„Transparenz und Offenheit einzig richtiger Weg“

Bayerstorfer habe geraten, die Versammlung einzuberufen, um Klarheit zu schaffen – per Mitgliederentscheid. Er hat offensichtlich den Ernst der Lage erkannt.

„Transparenz und Offenheit“ hält auch Kruppa für den „einzig richtigen Weg“. Sie sei mit Leib und Seele CSU-Mitglied. Persönlich habe sie die Unterschriftenliste als stärkenden Rückenwind erlebt. Der Vorgang liegt mittlerweile sogar bei der CSU-Landesleitung.

CSU-Mitglieder haben Kruppa angesprochen

Die Bürgermeisterin sieht sich gut gewappnet und berichtet, in den vergangenen Monaten 40 Neumitglieder geworben und „viel Zuspruch“ erlebt zu haben. Dass eine Amtsinhaberin Unterstützerunterschriften sammeln lässt und flugs neue Mitglieder wirbt, ist freilich außergewöhnlich.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass die CSU-Mitglieder auf mich zugegangen sind, um die Versammlung herbeizuführen und explizit mich als Kandidatin unterstützen. Ich werde immer wieder auf den Termin der Nominierung angesprochen.“

Nominierungsversammlung soll fristgerecht stattfinden

Dabei wird erneut deutlich, dass ein Riss durch die CSU geht: Kruppa schildert, die Unterlagen bereits vor knapp zwei Wochen abgegeben zu haben. „Bisher habe ich keinerlei Reaktion bekommen.“ Marheineke betont, eine fristgerechte Nominierungsversammlung sei nie infrage gestellt worden. „Wir haben noch Zeit und sind in der Terminsuche.“ Zum internen CSU-Treffen will sich Marheineke nicht äußern, „um nichts aufzuheizen und zu befeuern“. Freudige Unterstützung klingt anders. Auch zur Kandidatenfrage hält sie sich bedeckt. „Das entscheiden die Mitglieder.“

Auch Lex geht davon aus, dass „die Nominierungsversammlung fristgerecht stattfindet“. Er sehe keinen Grund, diese extra zu beantragen. Zu seinen eigenen Ambitionen oder denen anderer äußert sich Lex nicht. Offen ist auch noch, ob Bürgerblock Moosinning und Bürgerschaft Eichenried eigene Bürgermeisterkandidaten nominieren. Das würde die Situation der CSU noch verschärfen.

Vroni Vogel und Hans Moritz

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