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Höchste Konzentration: Dieter Altmann von der SG Treppenterrier aus dem niedersächsischen Bockenem wirft sein Eisen. Die Zuschauer verfolgen die Wettkämpfe gebannt.

Deutsche Meisterschaft im Hufeisenwerfen

Mooseisen Eichenried räumt ab

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Erfolg für die Eichenrieder Gastgeber: Bei den 23. deutschen Meisterschaften im Hufeisenwerfen errangen die Mooseisen-Hufler Gold in der Mannschaft.

Eichenried– Hufeisenwerfen ist keine Sportart, die derart im Licht der Öffentlichkeit steht wie Fußball, Skispringen oder Formel 1. Und dennoch gibt es weltweit eine ganze Reihe von Fans dieses eher ungewöhnlichen Wettbewerbs. Am Wochenende fanden in Eichenried die deutschen Meisterschaften statt – auf dem Gelände der Mooseisen Eichenried. Der Verein beschäftigt sich nicht nur mit Hufeisenweitwurf, sondern gerät auch schon mal durch witzige Aktionen wie Christbaum-Weitwurf in die Schlagzeilen. „Das kostet dann pro Wurf einen Euro, und der Erlös wird gespendet“, beschreibt Mooseisen-Vorsitzender Torsten Grahl dessen sinnvollen Hintergrund.

Aus seiner sächsischen Heimat hat er nicht nur einen unüberhörbaren Dialekt, sondern auch jene Art von bissigem Humor mitgebracht, für den die Sachsen bekannt sind. „Die Mooseisen sind halt ein ziemlich verrückter Haufen“, sagt er und kommt wieder auf das Hufeisenwerfen zu sprechen. „Das ist so was wie Golf für Arme“, erklärt er trocken einer Reporterin vom Bayerischen Rundfunk, die sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen ließ.

Trotz aller Gaudi gelten auch fürs Hufeisenwerfen knallharte Regeln, nach denen in den Wettbewerben die Besten ermittelt werden. Regelmäßig treten die Hufler zu Landesmeisterschaften an, im Jahr 2016 gab es sogar eine Europameisterschaft. Die deutsche Meisterschaft am Wochenende war schon die 23. ihrer Art.Zum zweiten Mal wurde sie von den Eichenriedern ausgetragen, die übrigens von 35 Mitgliedern mit 15 Aktiven auch die meisten Werfer stellten.

Die zweitägige Meisterschaft begann am Samstag mit dem Einmarsch der Aktiven und Fahnenabordnungen der Eichenrieder Vereine. Angeführt wurde der Zug stilecht von einem Ford-Mustang-Cabrio-Oldie inklusive hübscher Mädels auf der Rückbank. Das US-Feeling aus dem Ursprungsland des Hufeisenwerfens darf eben nicht fehlen, auch wenn der penibel aufbereitete Wettkampfparcours bis hin zu den Besen in Schwarz-Rot-Gold gehalten war.

Die Sieger aus Eichenried (v. l.): Adolf Dreiseitel, Richard Fuchs, Martina Schrädobler und Georg Semegi.

In einem feierlichen Akt mit Ansprachen und Singen der Nationalhymne begannen am Samstag die Meisterschaften in der Disziplin German, am Sonntag stand die Disziplin American auf dem Programm. Die beiden unterscheiden sich darin, dass bei German die Wurfdistanz für Männer und Frauen jeweils neun Meter beträgt, bei American werfen die Männer 11,27 Meter, die Frauen 8,27 Meter weit.

Insgesamt traten am Wochenende elf Vereine aus fünf Bundesländern an, 36 Männer und 18 Frauen wetteiferten um die Titel. Dass dabei hart gekämpft wurde, war bei den einzelnen Würfen auch hörbar, wenn das etwa 1200 Gramm schwere Eisen nicht dort landete, wo es eigentlich hin sollte. Am Ende gab es wieder Gold für die Gastgeber, die bei der DM den 1. Platz mit der Mannschaft und ebenfalls mit der Mannschaft den 1. Platz bei der Tourwertung in der Disziplin German gewonnen haben.

Neben dem sportlichen Wettkampf hatten die Veranstalter noch ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, inklusive bayerischen Schmankerln und Party am Abend.

Die Sieger aus Eichenried

Adolf Dreiseitel (4. Platz DM American, 1. Platz Mannschaft DM, 1. Platz Mannschaft Tourwertung), Richard Fuchs (2. Platz DM German, 1. Platz Mannschaft Tourwertung), Martina Schrädobler (2. Platz DM American, 1. Platz Tourwertung American), Georg Semegi (1. Platz Mannschaft Tourwertung).

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