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Hier sorgt die DLRG für Sicherheit: Erdings Ortsverbandschef Stefan Miklos an seinem Einsatzgebiet am Moosinninger Weiher.

DLRG Erding am Moosinninger Weiher 

Vom Stein in der Nase bis zum Schulterbruch

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Die DLRG Erding hat eine verhältnismäßig ruhige Wachsaison am Moosinninger Weiher hinter sich. Im Wasser selbst gab es keine Einsätze – dafür kleinere Wehwehchen, aber auch Brüche und Kollapse.

Moosinning– Am Moosinninger Weiher sorgt seit mehr als 50 Jahren der Ortsverband Erding der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für Sicherheit.Dabei spielen Rettungseinsätze direkt im Wasser kaum eine Rolle, wie Vorsitzender Stefan Miklos berichtet. Seine Bilanz für die diesjährige Saison: „Es war recht ruhig.“

Die Helfer mussten Wespenstiche, Schürfwunden, einen Stein in der Nase, einen Fremdkörper im Auge und Schiefer im Finger versorgen. Aber auch eine gebrochene Schulter, ein verstauchtes Handgelenk, diverse Kollapse und eine Unterarmfraktur standen an, „denn wir betreuen auch die nahe gelegenen Fußball- und Tennisplätze“.

Von Mitte Mai bis Mitte September sind die Retter der DLRG in ihrem Vereinsheim am Weiher anzutreffen, bei gutem Wetter von Samstagmittag bis -abend sowie an Sonn- und Feiertagen ganztags. Jeweils ein Wachleiter und zwei sogenannte Wachgänger schieben Dienst. Sie alle haben das Rettungsschwimmabzeichen in Silber und eine Sanitätsausbildung, die Wachleiter zusätzlich eine Führungsausbildung. „Insgesamt engagieren sich bei uns zwölf Wachleiter und rund zehn Wachgänger“, berichtet Miklos. So habe jeder Aktive im Schnitt zwei- bis dreimal Dienst pro Saison.

Noch bevor die losgeht, treffen sich alle zur Wacheinweisung. „Da wird Rechtliches besprochen, etwa zum Thema Unfallverhütung und Fahren mit Sonderrechten. Außerdem gibt es eine Erste-Hilfe-Auffrischung, und wir besprechen neue Vorschriften oder neue Geräte“, erklärt der 42-Jährige.

Neben den üblichen Einsätzen war die DLRG Erding heuer bei der Großübung am Flughafen vor wenigen Wochen dabei. „Wir waren in Kooperation mit den Kollegen aus Wartenberg in der Übungsleitung und haben den Rettungsmittelhalteplatz koordiniert“, erzählt Miklos. Ein paar Mitglieder seien zudem als Mimen bei einer Feuerwehrübung aktiv gewesen.

Auch wenn jetzt im Winter keine Wachdienste anstehen – untätig sind die Ehrenamtlichen nicht. „Wir nutzen die kalten Monate für Fortbildungen. Außerdem gibt es wöchentliches Training im Schwimmbad.“ Am Samstag, 2. Dezember, veranstaltet der Ortsverband zudem eine Spendenaktion beim örtlichen Rewe: Von 10 bis 17 Uhr gibt es Crêpes, Waffeln und Glühwein gegen Spende, dazu eine Materialschau und Erste-Hilfe-Vorführungen.

Tauchtruppe mit eigenen Lehrern

„Das haben wir voriges Jahr erstmals gemacht, und es kam sehr gut an“, erzählt Miklos. Daneben stehen Materialpflege, die Ortsverbandsversammlung, ein Neujahrsempfang sowie jede Menge Verwaltungsarbeiten und freilich Mitgliederwerbung an.

Dabei geht die DLRG auch neue Wege: „Wir haben zum Beispiel unheimlich Nachwuchs bekommen aufgrund der Deutschen Kanu-Meisterschaften in Oberschleißheim. Da haben wir viele junge motivierte Leute gefunden“, berichtet Miklos. Dank einer Kooperation mit der DLRG Oberschleißheim seien die Erdinger Retter auch dort im Einsatz. „Solche großen Events sind sehr öffentlichkeitswirksam. Das muss man ausnutzen“, erklärt Miklos, dessen Frau Claudia sich als stellvertretende Schatzmeisterin ebenfalls im DLRG-Vorstand engagiert.

„Bei uns dürfen sich die Leute verwirklichen“, sagt Miklos. Wer zum Beispiel eine Sanitätsausbildung oder seinen Tauchschein machen will, ist bei der DLRG richtig. Rund zehn Taucher gehören zur Truppe, darunter eigene Tauchlehrer. Die Ausrüstung ist entsprechend vorhanden, und die Taucher suchen regelmäßig den Badebereich zum Beispiel nach Glasscherben ab.

Daneben schulen die Experten auch in Erster Hilfe, „da bauen wir gerade unseren Ausbilder-Stamm aus“, sagt Miklos. Die Kurse werden beispielsweise in Schwimmbädern oder bei Firmen angeboten. Außerdem gehören dem Ortsverband in den Bereichen Kinderschwimmausbildung, Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz weitere fünf, sechs Ausbilder an. Der Rest der rund 120 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche, die regelmäßig schwimmen, berichtet Miklos.

Der Hohenlindener ist seit rund eindreiviertel Jahren Vorsitzender des Ortsverbands. Zu diesem Amt kam der 42-jährige zweifache Familienvater eher durch Zufall. Ein Retter war er schon immer, erzählt Miklos. Jedoch eher zu Lande: „Ich bin im Führungsdienst bei den Johannitern und fahre seit mehr als 20 Jahren auch Einsatzmotorrad.“

Schon vor Jahren habe ihn in Regensburg die Tauchausbildung zur DLRG gelockt. Nach dem Umzug nach München kam Miklos zum Ortsverband Polizei München. „Die DLRG ist eine große Familie“, sagt der selbstständige Coach, Mediator, Trainer und Unternehmensentwickler. Als die Familie vor zwei Jahren nach Hohenlinden zog, sei auch der Kontakt zum Ortsverband Erding entstanden.

Von Vroni Macht

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