Im alten Eichenrieder Schulhaus wird ein Schulkindergarten und ein Hort untergebracht.
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Im alten Eichenrieder Schulhaus wird ein Schulkindergarten und ein Hort untergebracht.

Gemeinde Moosinning richtet in Eichenried vorübergehend einen Schulkindergarten ein

Ein Hort für die „Korridorkinder“

  • Wolfgang Krzizok
    VonWolfgang Krzizok
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Die Gemeinde Moosinning bekommt einen Schulkindergarten.

Moosinning – Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Standort wird im alten Schulhaus in Eichenried sein – allerdings nur vorübergehend. Träger wird das Bayerische Rote Kreuz (BRK).

Als BRK-Vertreter waren neben dem Stellvertretenden Kreisvorsitzenden Albert Thurner noch Monika Poppel und Silvia Makas gekommen, die berichteten, dass das BRK bereits zwei Schulkindergärten in Erding und Dorfen sowie ein Kinderhaus in Erding betreibt. „Den ersten Schulkindergarten hat damals Landrat Martin Bayerstorfer als Leuchtturmprojekt bezeichnet“, erzählte Poppel stolz. Der Schulkindergarten sei eine „vorbereitende Einrichtung“. Er dürfe nur ein Jahr besucht werden, dazu gebe es bestimmte Zugangsbedingungen, erklärte Makas. Prinzipiell sei er für Kinder gedacht, die bei der Schuleinschreibung zurückgestellt werden, die so genannten „Korridorkinder“, aber auch für Kinder, die im letzten Jahr vor dem Schulbesuch noch gezielten Förderbedarf haben. Die Themen seien auf das Alter der Kinder abgestimmt, meinte Makas, und Poppel ergänzte: „Die Vorschule im Kindergarten ist etwas anders als im Schulkindergarten.“ Die Kinder würden gezielt an die Schule herangeführt, das habe sich bewährt.

„Wie intensiv ist der Kontakt zur Schule?“, wollte Andreas Humplmair (CSU) wissen. Der Betrieb am Schulkindergarten laufe immer in Kooperation mit der nächst gelegenen Schule, stellte Makas fest: „Wenn die Schule fußläufig erreichbar ist, wird derKontakt natürlich intensiver sein.“ Wie der Tagesablauf sei, fragte Leo Brenninger (BE)? „Grundsätzlich so, wie in einer 1. Klasse“, erklärte Poppel. „Der Vormittag ist der schulische Teil, dann haben wir festes Mittagessen, und am Nachmittag ist keine Schule, da wird eher gespielt.“ Das Programm sei allgemein eher spielerisch, wobei auf Konzentration viel Wert gelegt werde. Was ganz wichtig sei: „Das Kind darf die Freude nicht verlieren.“

„Das brauchen wir auf alle Fälle“, schwärmte Vize-Bürgermeister Werner Fleischer (BE) und fügt schmunzelnd an: „Ich hätte auch gerne ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinde.“ Als „gute Ergänzung“ sieht es Manfred Lex (CSU). So würden zurückgestellte Kinder keine Kindergartenplätze mehr belegen, die dringend benötigt würden.

Anschließend erläuterte Bürgermeister Georg Nagler (SPD) den Vorschlag der Verwaltung, den Schulkindergarten vorübergehend im alten Schulhaus in Eichenried unterzubringen. Die erste Idee sei natürlich gewesen, den Schulkindergarten an der Schule in Moosinning unterzubringen, „aber das war ein räumliches Problem“. Dann sei die Verwaltung auf das alte Schulhaus in Eichenried gekommen. Der Vorteil: „Es ist keine Nutzungsänderung erforderlich.“ Und so soll dort eine Schulkindergartengruppe mit 20 und eine Hortgruppe mit 25 Plätzen entstehen. Neun Kinder würden derzeit auf der Warteliste stehen, aktuell würden 36 Kinder, darunter 34 Kindergartenkinder, in auswärtigen Einrichtungen betreut. „In Einzelfällen auf Wunsch der Eltern, vielfach aber, weil die benötigten Plätze in der Gemeinde fehlen“, erklärte der Bürgermeister. In der Mittagsbetreuung befänden sich derzeit 97 Kinder.

Ausdrücklich betonte Georg Nagler, dass es sich lediglich um eine vorübergehende Nutzung des alten Schulhauses handle, und er stellte fest: „Wir wollen ein neues Kinderhaus realisieren.“ Schulkindergarten- und Hortgruppe sollen dann dorthin umziehen. Die Kosten, die für die Ertüchtigung des alten Schulhauses auf die Gemeinde zukommen, inklusive des notwendigen Mobiliars, liegen nach einer Kostenschätzung der Verwaltung bei gut 130 000 Euro.

„Ich stehe voll hinter dem Konzept“, sagte Fleischer, und Lex meinte: „Mir ist wichtig, dass Kindergartenaufsicht und Baubehörde zugestimmt haben.“ So stimmten die Gemeinderäte schließlich einstimmig für die vorübergehende Nutzung des alten Eichenrieder Schulhauses als Hort und Schulkindergarten – und dass das BRK die Trägerschaft übernimmt. Der Bürgermeister kündigte abschließend an, dass der Start für den 1. Februar 2022 geplant sei.

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