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Kreative Architektur: Der Anbau der Kindertagesstätte Am Fehlbach (vorne) ist ein Hingucker.

Erweiterungsbau Am Fehlbach 

Ein Kinderreich mit paradiesischer Fassade

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Ein Großprojekt in der Gemeinde Moosinning ist zu Ende: die Erweiterung der Kindertagesstätte Am Fehlbach. Die ersten Kinder haben die neuen Räume schon mit Leben gefüllt. Hinter der Gestaltung der Holzfassade steht ein künstlerischer Gedanke.

Moosinning – Dass die Kinderbetreuung in ihrer Gemeinde ganz oben auf der Agenda steht, das betont Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) immer wieder. Nun hat die Kommune einen wichtigen Schritt gemacht, um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein – für eine Zukunft, die Moosinning mehr Kinder und damit mehr Bedarf an Betreuungsplätzen prognostiziert: Sie hat die Kindertagesstätte Am Fehlbach um einen Anbau mit einem Bruttorauminhalt von 2670 Kubikmetern erweitert. Kostenpunkt inklusive Möblierung (Erstausstattung): rund 2,2 Millionen Euro.

Inzwischen haben die ersten Kinder die neuen Räume bezogen – eine Kindergarten- und eine Krippengruppe. Eine weitere Krippengruppe folgt Anfang Februar. Insgesamt können in dem Anbau 49 Mädchen und Buben betreut werden – 25 Kindergarten- und jeweils zwölf Krippenkinder.

Wie die neuen Räume der Einrichtung unter Trägerschaft des AWO-Kreisverbands Erding aussehen, davon machten sich nun die Gemeinderäte ein Bild. Sie waren zur Besichtigung eingeladen, bei der neben Geschäftsleiter Bernd Göhler auch Gabriele Müller aus dem Bauamt sowie Architektin Geraldine Frisch von Frisch Kruppa Architekten aus Isen den Ratsmitgliedern Rede und Antwort standen. Raum für Raum erkundeten sie Foyer, Gruppen- und Schlafräume sowie die klitzekleinen WCs, deren Trennwände einem Erwachsenen gerade bis zum Hals reichen.

Entstanden ist am Fasanenweg auch ein Verbindungsgang in den Altbau, der von außen sonnengelb erstrahlt. Die jeweils drei Gruppen- und Schlafräume haben große Fensterfronten bekommen, die einen schönen Blick ins Freie erlauben.

„Ursprünglich war im Anbau auch eine Hortgruppe geplant“, erklärte Bürgermeisterin Kruppa. „Doch der Bedarf an Kindergartenplätzen war wesentlich größer.“ Die Einrichtung sei jedoch variabel gestaltet, sodass man in den Räumen auch einen Hort unterbringen könnte, sollte sich der Bedarf ändern. Nach diesem Vorbild werde auch der Anbau am Kindergarten St. Joseph in Eichenried geplant: „Dieses starre System hat man einfach nicht mehr“, sagte Kruppa und erklärte: „Wir sind damit sehr gut aufgestellt.“

Innen ist die Einrichtung sehr schlicht gehalten. „Die Kinder sollen das Leben reinbringen. Sie werden eingeladen, selbst kreativ zu werden“, sagte Frisch. Die großen weißen Wände sind ideal dafür. „Und die AWO macht normal viel mit Farben“, sagte Familienreferentin Anneliese Ways (SPD).

Für den Erweiterungsbau musste ein Teil der Außenanlagen weichen. „Die Eltern hatten sie in Eigeninitiative und mit viel Herzblut ganz toll gestaltet. Es war klar, dass große Teile davon wegkommen. Also hatten wir die Idee, dieses Engagement festzuhalten“, erklärte Frisch – und zwar in Form eines großen Fotos einer bunten Blumenwiese, das in einem Besprechungsraum hängt.

Ein Spruch umhüllt den Kindergarten

Der Spruch „Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder“ von Dante Alighieri ziert das Bild, das die Architekten als Vorbild für die Gestaltung der Fassade gewählt und diese so zum raffinierten Hingucker gemacht haben. „So ist eine Korrespondenz geschaffen, zugleich eine Hommage an die Eltern und deren Leistung“, erklärte Frisch.

Der Alighieri-Spruch wiederum „umhüllt den ganzen Kindergarten“: Er wurde am Computer in einen binären Code umgewandelt, nach dem die Zimmerer die Fassade quasi zur Kunstinstallation gemacht haben: verschieden beschaffene Latten, von denen manche weiter vorstehen als andere, manche gehobelt sind und manche rau.

Der neue Außenbereich ist laut Bauamt weitestgehend fertiggestellt. Alle Spielgeräte sind aufgebaut und vom TÜV geprüft, Tore sind eingebaut, die Flächen bepflanzt, Zugänge und Terrassen gepflastert. Auch die Parkplätze und Fahrradständer sind fertig.

Beim Besuch vor Ort resümierte Vizebürgermeister Manfred Lex (CSU): „18 Monate Bauzeit – das ist eine super Leistung.“ Er bezeichnete den Anbau als „Vorzeigeprojekt“, auch was die Kosten von rund 2,2 Millionen Euro angehe. Sie seien im Rahmen geblieben, „und das trotz teurer Holzständerbauweise“.

Die Bauamtsmitarbeiter hätten alles getan, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. So sei etwa die Ausschreibung der Möbel im eigenen Haus erledigt worden. Oder für spezielle Acrylspiegel, die bruchfest und splitterfrei sind, habe man dank eigener Recherche nur einen Bruchteil dessen gezahlt, was die Sanitärfirma angeboten habe. Man habe jedes Zusatzangebot überprüft, ob man es tatsächlich brauche.

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