Ein Pilger trägt während der größten Fußwallfahrt Deutschlands ein Holzkreuz.
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Alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppe pilgern - „Ich denke, genau darin besteht die Chance, aus der Not neue positive Glaubenserfahrungen entstehen zu lassen“, sagt Diakon Dieter Spöttl (Symbolbild).

Corona: Auch Ersatz für Pfingst-Wallfahrt abgesagt – Privater Pilgergang als Alternative

Eine Chance für neue Glaubenserfahrungen

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Wegen Corona hat Diakon und Pilgerleiter Dieter Spöttl auch die Ersatz-Wallfahrt nach Altötting abgesagt. Er will aber Alternativen aufzeigen und meint: „Genau darin besteht die Chance, aus der Not neue positive Glaubenserfahrungen entstehen zu lassen.“

EichenriedDie Eichenrieder Fußwallfahrt, die traditionell an Pfingsten nach Altötting führt, musste heuer aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen – mit Ausnahme der Kriegsjahre, als sie verboten war, zum ersten Mal in ihrer fast 100-jährigen Geschichte. Eigentlich wollte Diakon Dieter Spöttl, seit 1983 Pilgerleiter der Eichenrieder Wallfahrt, den Pilgergang im Herbst gerne nachholen. Auch diesen muss er nun schweren Herzens absagen. Doch der Diakon will den Daheimgebliebenen Alternativen aufzeigen.

Schon im Mai hatte Spöttl angekündigt, die Wallfahrt zur Schwarzen Madonna von Altötting Mitte September nachholen zu wollen – falls die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie es zulassen. „Nach reiflicher Überlegung und Rücksprache mit den Verantwortlichen aus unserer Gruppe und der Wallfahrtskustodie von Altötting habe ich schweren Herzens entschieden, die unter Vorbehalt angekündigte Wallfahrt abzusagen“, erklärt Spöttl nun.

Gruppenwallfahrt ist zu unsicher

Die Situation mit und um Corona habe sich seit Mai nicht deutlich verbessert. Im Gegenteil: Die Fallzahlen steigen wieder. „Eine Gruppenwallfahrt zur momentan Zeit anzubieten und durchzuführen, ist uns, dem Pilgerleitungsteam, zu unsicher, mit einer wesentlich größeren Verantwortung belastet und würde einen größeren organisatorischen Aufwand bedeuten“, bedauert Spöttl.

Die Absage der Pfingstwallfahrt sei durchweg verständnisvoll aufgenommen worden. Dies erhofft er sich auch für die Absage der Ersatzwallfahrt beziehungsweise geht davon aus, „dass auch diese Entscheidung positiv aufgenommen wird“.

Private Wallfahrt bietet „ungeahnte Möglichkeiten“

Aus Gesprächen mit Wallfahrern aus seiner Gruppe habe er erfahren, dass einige sich nicht entmutigen ließen und sich zu zweit oder in kleineren Gruppen auf den Weg nach Altötting gemacht hätten. „Ich denke, genau darin besteht die Chance, aus der Not neue positive Glaubenserfahrungen entstehen zu lassen“, sagt Spöttl. Eine private Wallfahrt alleine, zu zweit oder in Kleingruppen mit vertrauten Personen, also mit einem oder zwei Hausständen, biete „ungeahnte Möglichkeiten, die eine organisierte Wallfahrt nicht bieten könnte“.

Kleingruppen seien zeitlich ungebunden. Art, Strecke und Tempo könnten individuell gestaltet werden. Ebenso die Entscheidung, ob man sich zu Fuß, mit dem Fahrrad, der Bahn, dem Auto oder in Kombination auf den Weg mache.

Oft reicht ein Bibelvers, über den man nachsinnt und sich austauscht

Auch inhaltlich gebe es viele Möglichkeiten: „Ob die Kleingruppe gerne bestimmte Gebete und Lieder einbaut, lieber in Stille geht oder (nur) an Wegkreuzen Station macht, um ein Gebet zu sprechen, ist völlig frei gestellt. Oft ist auch weniger mehr“, rät Spöttl: „Es reicht ein Bibelvers, den man mit auf den Weg nimmt, über den man nachsinnt und sich austauscht.“ Die Stelle aus dem Matthäus-Evangelium „Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,19-20) etwa könne ein Impuls für eine ganze Wallfahrt sein.

Tipps und Hilfe bei der Planung einer privaten Wallfahrt

Spöttl nennt einige Links, die bei der Planung einer privaten Wallfahrt nützlich sein können. Für die individuelle Planung eines Pilgertags in Altötting gibt es auf www.altoetting.de/tourismus/wallfahrt/mein-wallfahrtstag-in-altoetting Informationen und Tipps. Die Fahrplanauskunft der Südostbayernbahn (SOB) gibt es unter www.suedostbayernbahn.de. Und Gebete für unterwegs kann man sich auf www.wallfahrtsservice.de/gebet-unterwegs herunterladen. „Sehr gerne biete ich auf Anfrage auch meine Hilfe bei der Planung an“, sagt Spöttl. Zu erreichen ist der Diakon entweder per E-Mail, d.spoettl@gmx.de, oder unter Tel. (0 81 23) 27 10.

Vroni Macht

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