Spektakulär sieht es aus, wenn die Feuerwehr ein Auto zerlegt: Um eine eingeklemmte Person aus einem Fahrzeug zu befreien, mussten die Aktiven bei dieser Schauvorführung das Autodach abnehmen. Für die Besucher des Erste-Hilfe-Tags in Eichenried gab es viel zu sehen. Foto: Adam

Aktion von Maltesern und Feuerwehr

Erste-Hilfe-Tag: Premiere gelungen

Eichenried – Wissen schafft Sicherheit. Nicht nur in Schule oder Beruf ist das der Fall, vor allem bei der Leistung der Ersthilfe ist dieser Satz zutreffend. Ihr Wissen auffrischen konnten die Besucher des Erste-Hilfe-Tags im Bürgerhaus in Eichenried.

Einen Führerschein bekommt nur, wer einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat. Sobald dieses Pflichtprogramm absolviert wurde, gerät das Thema jedoch schnell in Vergessenheit, sagt Alena Stotz. Die Eichenriederin weiß nur allzu gut, wovon sie spricht, arbeitet sie doch hauptberuflich als Ausbildungsleiterin beim Malteser Hilfsdienst in Erding.

Viel zu oft hört sie, am letzten Erste-Hilfe-Kurs habe man vor vielen Jahren beim Erwerb der Fahrerlaubnis teilgenommen. Empfehlenswert sei jedoch, das Wissen im Abstand von höchstens zwei Jahren aufzufrischen. „Das sind einfach Dinge, die wirklich jedem Bürger begegnen können“, erklärte die 29-Jährige. Das ist auch der Grund, weshalb sie gemeinsam mit der Feuerwehr Eichenried einen Erste-Hilfe-Tag organisiert hat.

Neben Fachvorträgen zu den Themen Demenz und Herzinfarkt konnten die Besucher ihr Wissen im Bürgerhaus Eichenried an unterschiedlichen Stationen testen. So wurden gemeinsam mit Ehrenamtlichen der Malteser beispielsweise die Herz-Lungen-Massage oder die stabile Seitenlage an einer Puppe geübt.

Eines mussten die Eichenrieder nach diesem Tag zugeben: Eine Wissensauffrischung schadet nie. „Meinen letzten Erste-Hilfe-Kurs habe ich zwar nicht beim Führerschein gemacht, trotzdem ist der auch schon 20 Jahre her“, verrät zum Beispiel Helmut Scherzl (65). Und auch Melanie Birkner (38) hat die Gelegenheit genutzt, ihr Wissen nach zehn Jahren wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

Organisatorin Stotz ist rundum zufrieden mit dem Verlauf des Tags. Für sie war er ein Pilotprojekt. In Zukunft werde man Fall darüber nachdenken, regelmäßig solche Aktionen zu veranstalten.

Präsentiert hat sich zudem die Freiwillige Feuerwehr Eichenried. Die spektakuläre Schauvorführung in Zusammenarbeit mit dem First Responder der Feuerwehr Eicherloh und den Maltesern war für viele Besucher das Highlight des Tages. Simuliert wurde ein Verkehrsunfall mit eingeklemmten Insassen. Von der Ersthilfe und der Alarmierung der Integrierten Leitstelle unter der Telefonnummer 112 bis hin zum vorsichtigen Zerschneiden des Fahrzeugs und der Rettung der Personen, dargestellt von zwei Jugendfeuerwehrlern, wurde der Ernstfall geprobt.

Doch für die Eichenrieder sei die Vorführung nicht nur eine Übung gewesen. Den Mitgliedern liegt es am Herzen, auch die Bürger für die Ersthilfe zu sensibilisieren, sagt Kommandant Franz Demmel. Auch er müsse oft feststellen: „Viele fahren einfach an der Unfallstelle vorbei, ohne zu helfen.“

Julia Adam

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