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Steht ein Jahr komplett leer: Das Schulhaus Eichenried wird umgebaut. Im September 2017 sollen dort wieder Schüler unterrichtet werden.

Einrichtung in Eichenried

Ganztagesschule soll Schulhaus retten

Moosinning/Eichenried – Das Dauerbrenner-Thema um den Erhalt des Eichenrieder Schulhauses könnte bald vom Tisch sein. Dafür soll das Angebot einer Offenen Ganztagesschule sorgen.

Die Diskussion, ob das ausgelagerte Schulhaus in Eichenried erhalten werden kann, oder ob es wegen Schülermangels geschlossen werden muss, spaltet die Moosinninger Gemeindebürger. Damit soll jetzt Schluss sein.

Bereits im Juni hatte der Gemeinderat beschlossen, die Klassen künftig auf beide Schulhäuser aufzuteilen. So sollen die Erst- und Zweitklässler ab dem Schuljahr 2017/18 stets in Eichenried unterrichtet werden, die dritten und vierten Klassen bleiben in Moosinning.

Im Zuge dieser Umstrukturierung soll auch das Angebot der Offenen Ganztagesschule (OGS) eingerichtet werden. Demnächst starten die dafür notwendigen Sanierungsarbeiten im Eichenrieder Schulhaus. Und Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) ist sich sicher: Die leidige Diskussion um den Erhalt des Hauses ist damit vom Tisch.

„Wir haben uns ausführlich mit dem Schulamt unterhalten, und uns werden steigende Schülerzahlen vorausgesagt. Das Schulhaus in Moosinning würde also in Zukunft wahrscheinlich zu klein sein“, erklärt die Rathauschefin im Gespräch. Denn auch das Konzept hinter den vier Wänden des Hauses dürfe nicht außer Acht gelassen werden. „Zusatzräume für Projekte oder Arbeitsgruppen sind sehr gefragt und sinnvoll. Das wäre allein in Moosinning nicht möglich“, sagt Kruppa. Daraus sei auch der Entschluss entstanden, das Schulhaus nicht nur zu erhalten, sondern auch das Gesamtkonzept zu überarbeiten.

Darin inbegriffen: das Angebot der Offenen Ganztagesschule in beiden Schulhäusern. Auf freiwilliger Basis können die Kinder eine Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr in Anspruch nehmen. Laut Kruppa bietet dieses Angebot einige Vorteile gegenüber der bislang gern genutzten Mittagsbetreuung. „Die Leitung der OGS hat nicht mehr die Gemeinde, sondern die Schulleitung selbst. So können Inhalte des Unterrichts am Nachmittag spielerisch ergänzt werden“, erklärt sie. Zudem spiele auch der Kostenfaktor eine wichtige Rolle. Die OGS würde die Eltern deutlich entlasten, da die Gemeinde die Kosten für Bustransfer und Betreuung übernehmen müsse. In der Mittagsbetreuung kommen die Eltern selbst dafür auf.

Ansonsten bleibt das Prinzip gleich: Nach einem gemeinsamen Mittagessen werden Hausaufgaben gemacht und gespielt. Eines sei jedoch unbedingt zu beachten, wie Kruppa betont. Sobald ein Kind in der OGS angemeldet ist, ist es verpflichtet, daran teilzunehmen. „Man braucht ansonsten eine Befreiung wie im gewöhnlichen Schulunterricht auch.“ Kruppa ist froh, endlich ein „sinnvolles, zukunftsfähiges Konzept“ gefunden zu haben, bei dem beide Schulhäuser optimal genutzt werden könnten.

In die Hand genommen werden dafür vorerst 475 000 Euro, die durch die Generalsanierung des Schulhauses entstehen. 50 bis 60 Prozent davon werden gefördert. Aktuell steht die Eichenrieder Schule leer, denn in den kommenden Wochen sollen bereits die Umbauarbeiten beginnen. Die Kinder sind übergangsweise in Moosinning untergebracht. Im Laufe des Schuljahres wolle man sich zudem erneut mit Schulamt und -personal zusammensetzen, um die inhaltlichen Aspekte zu erarbeiten. Einsatzbereit soll das Schulhaus zum Beginn des nächsten Schuljahres sein.

Julia Adam

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