Als „Bausünde“ im TV berühmt geworden ist das Gebäude an der Erdinger Straße in Moosinning. Bald ist hier nur noch die Verwaltung untergebracht: Im früheren Sparkassenflügel werden dringend benötigte Büros für Rathausmitarbeiter geschaffen. Ende des Jahres startet der Umbau.
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Als „Bausünde“ im TV berühmt geworden ist das Gebäude an der Erdinger Straße in Moosinning. Bald ist hier nur noch die Verwaltung untergebracht: Im früheren Sparkassenflügel (l.) werden dringend benötigte Büros für Rathausmitarbeiter geschaffen. Ende des Jahres startet der Umbau.

Rathaus Moosinning wird erweitert – Nagler: „Optimale Lösung“ für akute Raumnot

Gemeinde Moosinning kauft Sparkassengebäude

  • Wolfgang Krzizok
    VonWolfgang Krzizok
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Schon seit Jahren klagt die Verwaltung der Gemeinde Moosinning darüber, dass das Rathaus räumlich aus allen Nähten platzt. Jetzt ist eine Lösung in Sicht: Die Gemeinde kauft das Sparkassengebäude.

Moosinning - Im Rathaus Moosinning ist es eng. Bürgermeisterin Pamela Kruppa hatte vor etwa drei Jahren einen Anbau angeregt, aber jetzt hat sich „die optimale Lösung“ ergeben, wie ihr Nachfolger Georg Nagler berichtet: Da die Sparkasse die im selben Gebäude befindliche Filiale geschlossen hat, sind die Räume frei geworden, und die Gemeindeverwaltung kann sich vergrößern. Anfang der 1970er-Jahre hatte die Kreis- und Stadtsparkasse Erding das Grundstück an der Erdinger Straße gekauft. Zusammen mit der Gemeinde wurde 1972/73 das Gebäude in seiner jetzigen Form errichtet. In der einen Hälfte zog die Sparkasse ein, in der anderen, die von der Gemeinde Moosinning erworben worden war, die Gemeindeverwaltung, die vom alten Bau an der Neuchinger Straße umzog.

„Architekt Anton Kressierer aus Erding hat es geplant, das war damals eine sehr mutige architektonische Entscheidung“, sagt Nagler. Er muss lachen, als er erzählt, dass das Bayerische Fernsehen Mitte der 70er Jahre einen Beitrag ausgestrahlt habe unter dem Motto „Unser Dorf soll hässlicher werden“, in dem einige „Bausünden“ präsentiert worden seien. Damals sei unter anderem der Sparkassen-/Rathausbau in Moosinning als Beispiel angeführt worden.

Über die Jahre sei die Gemeinde gewachsen, ebenso die Verwaltung. Seit einigen Jahren sei man nun im Rathaus an der Kapazitätsgrenze angelangt. Der Gemeinderat habe sich Gedanken gemacht, in welche Richtung eine Erweiterung am oder im bestehenden Gebäude möglich sei, „aber das ging nicht“, erzählt Nagler. Während der Corona-Pandemie sei die Situation aufgrund der ohnehin schon beengten Verhältnisse wegen der vorgeschriebenen Abstände und Hygienekonzepte nun „noch schwieriger geworden“. Dann aber tat sich „die für mich perfekte, alternativlose Lösung auf“, sagt Moosinnings Bürgermeister.

Die Sparkasse hatte beschlossen, ihre Filiale zum 1. Januar 2021 zu schließen. „Das war eine Win-Win-Situation“, meint Nagler. „Denn die Sparkasse wollte raus, und wir können jetzt im gleichen Gebäude mit einem relativ überschaubaren Aufwand erweitern beziehungsweise umbauen.“ Er lobt die „offenen und tollen Gespräche“ mit den Verantwortlichen der Sparkasse und freut sich darüber, „dass wir erster Ansprechpartner waren“. Und was für den Bürgermeister besonders wichtig ist: „Wir haben das Gebäude gekauft.“

Jetzt geht es an die Planung. Im Gebäude befindet sich auch noch eine Wohnung, „aber die hat selbstverständlich Bestandsschutz“, erklärt er. Ein wichtiges Ziel sei es, „dass wir mittelfristig Barrierefreiheit schaffen, denn das ist im Moment noch ein Problem“. Gespräche mit einem Planungsbüro laufen bereits. „Ende des Jahres soll es mit dem Umbau losgehen“, kündigt Nagler an. Wie lange es danach bis zum Einzug dauert, könne er noch nicht sagen, da es im Moment noch keine endgültige Planung gebe. Was er aber sagen kann: „Das Sparkassen-Terminal mit den Automaten wird bleiben.“

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