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Leine ja oder nein? Moosinnings Vizebürgermeister plädiert für eine Anleinpflicht von Hunden im Außenbereich. Auch Jagdverbandschef Thomas Schreder hält es „sinnvoll, darüber nachzudenken“, ob eine Anleinpflicht ins Auge gefasst werden könne und solle.

Gemeinderat Moosinning 

Hunde an die Leine?

Müssen Moosinnings Hundehalter ihre Zamperl im Außenbereich bald per Zwang an die Leine nehmen? Das Thema stieß Vizebürgermeister Manfred Lex an.

Moosinning– Moosinnings Zweiter Bürgermeister Manfred Lex (CSU) möchte die Hunde im Gemeindegebiet mehr an die Leine nehmen. Er stieß das Thema in der Sitzung des Gemeinderats unter Hinweis auf angeblich existierende entsprechende Regelungen in der Nachbargemeinde Finsing an, wo im Außenbereich ein Leinenzwang bestehe. In der Finsinger Verwaltung wird jedoch auf Nachfrage eine solche Satzung über die Anleinpflicht von Hunden im Außenbereich verneint.

Lex gehe es um das Niederwild, dem es durch frei laufende Hunde, deren Jagdtrieb nicht zu leugnen sei, nicht leichter gemacht werde. Er griff damit ein Thema auf, das bundesweit immer wieder diskutiert wird. So haben sich etwa in Nordrhein-Westfahlen in Einmütigkeit Jäger und Bund Naturschutz zusammen getan und eine gemeinsame Aktion gestartet. „Die Natur geht vor die Hunde“, da sind sich beide Organisationen einig. Die „ideologischen Gräben“ zwischen Bund Naturschutz und Jägerschaft seien zugeschüttet worden.

Lex meinte nun in der Ratssitzung sogar, dass das Niederwild immer weniger werde im Raum Moosinning, und dass man etwas tun müsse. Er bezog sich auf eine Versammlung der Jagdgenossenschaft, in der das Problem mit einiger Vehemenz angesprochen worden war. Im Gespräch mit der Heimatzeitung meinte Lex nach der Sitzung: „Das muss wirklich drastisch sein. Das Niederwild geht immer weiter zurück.“ Er war als Vertreter der Gemeinde in der Versammlung und löste mit seiner Wortmeldung das Versprechen ein, mit dem Thema in den Gemeinderat zu gehen. Der hat noch keinen Beschluss gefasst, denn Lex hatte den Leinenzwang zunächst nur als Anregung unter dem Punkt „Wünsche und Anträge“ formuliert.

Wie dringend das ist, macht Thomas Schreder, Chef im Kreisjagdverband, auf Nachfrage deutlich: „In 80 Prozent der Reviere ist das Niederwild stark rückläufig“, warnt er. „Das hat viele Ursachen.“ Ausdrücklich bezeichnet Schreder es als „sinnvoll, darüber nachzudenken“, ob eine Anleinpflicht ins Auge gefasst werden könne und solle.

„Man hat als Hundehalter eine riesige Verantwortung“, so Schreder, der zugleich Verständnis äußert: „Ich habe selbst Hunde, und man will die ja auch mal laufen lassen.“ Eine Zusammenarbeit zwischen Naturschutzverbänden und den Jägern bei diesem Thema könne er sich auch hier sehr gut vorstellen, ergänzte er. Klaus Kuhn

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