Gemeinderat Moosinning 

Wasser-Probleme am geplanten Friedhof

Der Bau eines zusätzlichen Friedhofs in Moosinning gestaltet sich alles andere als einfach. Die Gemeinderäte mussten nun feststellen, dass das vorgesehene Grundstück Am Steinberg doch nicht optimal ist.

Moosinning– Die Gemeinde Moosinning will einen neuen Friedhof bauen. Ein Grundstück dafür hat sie auch im Auge. Doch bereits im Februar wurde im Rahmen eines Gutachtens eine große Menge Schichtwasser auf der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche Am Steinberg festgestellt. Damals wurde empfohlen, dieses durch eine geeignete Drainage abzuleiten.

Ein weiteres Gutachten hat jetzt jedoch ergeben, dass die größte Menge des Wassers von unten kommt und nach oben drückt. Bedingungen, unter denen Landschaftsarchitekt Max Bauer zufolge keine Möglichkeit mehr besteht, das Wasser durch Drainagen abzuleiten. „Das ist natürlich der schlechtmöglichste Fall und ziemlich bescheiden, allerdings müssen wir daraus die Konsequenzen ziehen“, bedauerte er in der Gemeinderatssitzung. Man werde die Struktur des Friedhofs erneut überdenken müssen.

Bisher befinden sich am alten Friedhof um die Kirche vor allem Einzelgräber, in denen zwei Särge übereinander gestapelt werden, sowie Familiengräber mit insgesamt vier Särgen. Eine doppellagige Belegung wäre am neuen Friedhof jedoch unmöglich. „Dafür muss man die Särge zu tief legen. Die stehen dann komplett im Wasser“, begründete der Landschaftsarchitekt. Im neuen Friedhof können zwar Einzelgräber mit einer Doppelbelegung angeboten werden, allerdings müsste man die Särge nebeneinander situieren, was deutlich mehr Platz beanspruchen würde. „Die Familiengräber sollten dann generell auf dem alten Friedhof um die Kirche bleiben und die Einzelgräber am neuen Friedhof“, empfahl Bauer.

Zudem gäbe es die Möglichkeit, sich auf dem neuen Friedhof auf aktuelle Trends vorzubereiten. So sind neben den gewöhnlichen Einzelgräbern auch Stellen für Urnen-Erdbestattungen, Urnen-Stelen und ein Friedwald eingeplant. „Es gibt einfach einen Wandel in der Gesellschaft. Der Trend geht deutlich zu Feuerbestattungen“, erklärte Bauer.

Eine Entscheidung muss bald fallen

Begeisterung löste er mit seinen Ausführungen unter den Ratsmitgliedern nicht aus, obwohl wenigstens das Oberflächenwasser durch Drainagen abgeleitet werden könnte. „Das ist einer der problematischsten Plätze. Es gibt so viel Wenn und Aber. Wir sollten uns nach einem anderen Platz umsehen, denn dort werden wir immer irgendwelche Probleme haben“, meinte etwa Richard Döllel (SPD). Auch Andreas Eschbaumer (CSU), der die Fläche bewirtschaftet, sieht das Vorhaben kritisch. „Ich denke nicht, dass man das in den Griff bekommt.“

Mit der vorgeschlagenen Lösung könne das Problem durchaus in den Griff gebracht werden, erklärte der Landschaftsarchitekt. Er wies darauf hin, die Vorteile dieses Standorts nicht aus dem Blick zu verlieren. Durch die direkte Nähe zur Kirche wäre der Friedhof fußläufig erreichbar, und eine neue Aussegnungshalle wäre nicht notwendig.

„Wenn man diesen Standort aufgibt, muss man auch eine neue Aussegnungshalle bauen, die Platz benötigt. Außerdem muss nach Beerdigungen mit dem Auto zum Friedhof gefahren werden. Dafür braucht man ausreichend Stellplätze“, erklärte Bauer.

„Das ist natürlich eine ganz andere Hausnummer, allerdings brauchen wir Sicherheit“, betonte Vize-Bürgermeister Manfred Lex (CSU), der die Sitzung in Vertretung der erkrankten Rathauschefin Pamela Kruppa (CSU) leitete.

Einigen konnten sich die Gemeinderäte schließlich auf Georg Naglers (SPD) Vorschlag, an den Planungen für das bisher ausgesuchte Grundstück weiterzuarbeiten und sich parallel nach Alternativflächen umzusehen. In zwei bis drei Monaten müsse, so Lex, jedoch eine endgültige Entscheidung fallen. „Auf dem alten Friedhof gibt es nicht mehr viele Plätze. Ich denke, dass uns das spätestens 2020 einholen wird. Alleine die Planungen brauchen schon enorm viel Zeit, bevor man überhaupt bauen kann.“

Von Julia Adam

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