Die Gringo City in Schnabelmoos (l.), rechts daneben die Vereinsheime von Torpedos und Harley Club
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Steakhouse, Bodega, Saloon: Die Gringo City in Schnabelmoos nimmt Formen an (l.). Rechts im Bild sind die Vereinsheime von Torpedos und Harley Club zu sehen. Jetzt bekommen die Country Gringos einen eigenen Grundstücksanschluss.

Country-Verein baut Hütten in Schnabelmoos – Gemeinde bezuschusst Grundstücksanschluss

Gringo City nimmt Formen an

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Die Country Gringos bauen gerade ihre Westernstadt in Schnabelmoos auf. Jetzt bauen sie einen zweiten Grundstücksanschluss - und bekommen dafür einen Zuschuss der Gemeinde.

Moosinning/Schnabelmoos – Drei Vereine sind es inzwischen, die gemeinsam ein gemeindliches Grundstück in Schnabelmoos im Norden der Gemeinde Moosinning nutzen. Der Torpedoclub und der Harley Club haben ihre Vereinsheime im südlichen Bereich bereits gebaut und bezogen, aktuell errichten die Country Gringos auf ihren Flächen im Norden verschiedene Vereinsbuden. Dafür bekommen sie einen zweiten Grundstücksanschluss, die Gemeinde bezuschusst die Arbeiten.

Wie in der Gemeinderatssitzung erklärte wurde, regeln Nutzungsverträge mit den Vereinen, dass die Grundstücksanschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom von der Gemeinde bereitgestellt werden. Der Schacht fürs Abwasser wurde im südlichen Bereich des Grundstücks bereits errichtet, Torpedos und Harley Club haben ihre Heime schon angeschlossen. Technisch sei es möglich, dass auch der dritte Verein anschließt.

Der Vorsitzende der Country Gringos, Manfred Böhm, hat hierzu einen Antrag gestellt. Ihm zufolge müsse, um von den Gebäuden der Gringos zum Grundstücksanschluss zu gelangen, ein 35 Meter langer Graben auf dem Vereinsgrundstück gezogen werden, der jedoch den Bereich der Parkplätze des Torpedoclubs kreuzen würde.

Dies komme nach Darstellung Böhms „wirtschaftlich nicht in Betracht“, die Stellplätze sind bereits gepflastert, ergänzte Bürgermeister Georg Nagler (SPD).

Auch die Alternative, die Leitung entlang des Torpedo-Parkplatzes zu verlegen, sei nicht zumutbar. Deshalb beantragt der Verein, dass auf Höhe des nördlichen Areals ein weiterer Grundstücksanschluss gesetzt wird, an den der Verein dann mit einer nur noch 18 Meter langen Leitung anschließen würde.

„Dies würde aber nach den Regeln im Nutzungsvertrag bedeuten, dass die Gemeinde für die entsprechenden Herstellungskosten zuständig wäre“, erklärte Nagler. Diese belaufen sich nach einer Schätzung des Abwasserzweckverbands (AZV) Erdinger Moos auf etwa 9500 Euro.

Außerdem müsse eine Sondervereinbarung zwischen Gemeinde und AZV unterzeichnet werden, in der sich die Kommune unter anderem dazu verpflichte, die Kosten für Unterhalt, Instandsetzung und gegebenenfalls Erneuerung zu übernehmen. Hinzu kommen Überprüfungskosten der gesamten Anschlussleitung einschließlich des Kontrollschachts im öffentlichen Straßenbereich sowie auf dem privaten Grundstück.

Ergänzend zu ihrem Antrag vom September haben die Country Gringos am Tag vor der Sitzung signalisiert, dass sie bereit seien, den zweiten Grundstücksanschluss auf eigene Kosten herzustellen, wenn die Gemeinde nach den Vereinsförderrichtlinien auf die Herstellungskosten einen Zuschuss von 15 Prozent gewähren würde.

Werner Fleischer (Bürgerschaft Eichenried) sagte, seine Fraktion sei mit diesem Vorschlag einverstanden. Andreas Eschbaumer (CSU) erklärte, dass die Gringos bereit gewesen seien, zweimal Grund für andere Vereine abzutreten. „Und jetzt sind sie die Benachteiligten, weil sie nur mit einem Riesenaufwand anschließen könnten“, meinte Eschbaumer und forderte deshalb eine Kostendeckelung für die Gringos.

Wie Geschäftsleiter Bernd Göhler zur Schätzung von gut 9500 Euro ergänzte, sei nach der Sondervereinbarung zwischen Gemeinde und AZV eine Überschreitung der Kosten um zehn Prozent hinzunehmen. Sollten also die Kosten über die Schätzung hinausgehen, müsste die Gemeinde bis zu zehn Prozent übernehmen.

Zusätzlich sei nach der Beitragssatzung des AZV ein Herstellungsbeitrag in Höhe von 13 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche zu entrichten. Die Geschossfläche der Buden sei nicht genau bekannt. Bei einer unterstellten Fläche von etwa 30 Quadratmetern errechne sich ein Beitragssatz von rund 390 Euro. Ein Zuschuss wäre somit auf einen maximalen Herstellungsaufwand von 10 500 Euro zuzüglich des Herstellungsbeitrags von rund 500 Euro zu deckeln, also auf 1650 Euro. Dem stimmte das Gremium zu. Das Geld wird 2021 ausgezahlt.

Vroni Macht

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