Helferkreis Asyl 

Flüchtlinge in Wohnungsnot

Der angespannte Mietmarkt entwickelt sich für den Helferkreis Asyl immer mehr zum Problem. Die Ehrenamtlichen sind bei der Wohnungs- und Jobsuche für ihre Schützlinge gefordert.

Moosinning – Die Wohnungs- und Arbeitssuche sind zentrale Aufgaben, mit denen der Helferkreis Asyl in der Gemeinde Moosinning derzeit beschäftigt ist. Sprecher Manfred Böhm informierte den Gemeinderat über die aktuelle Arbeit. Nach seinen Angaben laufen die Mietverträge für die Unterkünfte 2020 aus, und es stelle sich die Frage, wo die Flüchtlinge dann untergebracht würden. Schon jetzt gebe es Wohnungsengpässe. Böhm berichtete von einer Kleinfamilie, die sich ein 15 Quadratmeter großes Zimmer teilen müsse. Eine alleinerziehende Mutter habe nur einen sehr kleinen Raum zur Verfügung.

Der Sprecher ging auf den Wandel der Aufgaben im Helferkreis ein. Habe man früher bei der Mülltrennung, beim Deutschlernen und beim Erlernen des Radfahrens geholfen, so sei nun die Wohnungssuche in den Mittelpunkt gerückt, was sich angesichts des fehlenden Angebots als sehr schwierig gestalte. Zudem unterstütze man die Menschen bei ihrer Jobsuche.

Von 28 Asylsuchenden seien acht anerkannt. Das strikte Arbeitsverbot für nicht Anerkannte mache den Menschen zu schaffen. Aber es sei ruhig in den Unterkünften, und es sei nichts eskaliert. „Unsere Arbeit hat gefruchtet“, bilanzierte Böhm. Viele Asylsuchende, die nicht arbeiten dürfen, würden die Deutschkurse an der Volkshochschule besuchen.

Die Integration in der Schule und im Kindergarten funktioniere „ganz toll“. Die Flüchtlinge hätten sich an das Leben in Deutschland gewöhnt. Um anerkannte Asylsuchende kümmere sich die neue Integrationslotsin des Landkreises, Anja Wosch.

SPD-Gemeinderätin Anneliese Ways fragte, ob sich der Helferkreis verkleinert habe, was Böhm bestätigte. Einigen Helfenden seien die Schicksale der Flüchtlinge so nahe gegangen, so dass sie „mentale Probleme“ bekommen und deshalb das Ehrenamt niedergelegt hätten, berichtete er.

Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) bedankte sich beim Helferkreis, der der Gemeinde vieles abnehme und ehrenamtlich engagiert tätig sei. Böhm verabschiedete sich und verließ eilig die Sitzung: „Ich muss noch eine Mikrowelle organisieren“, sagte er entschuldigend. Vroni Vogel

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