Flüchtlinge in Moosinning

Helferkreis fordert einen Asyl-Referenten

Moosinning - Der Helferkreis Asyl hat im Moosinninger Pfarrheim die Bürger über die aktuelle Flüchlings-Situation in der Gemeinde informiert. Dabei wurde auch der Wunsch nach einem Referenten laut.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet das Motto, unter dem der Helferkreis Asyl arbeitet. Über die genauen Tätigkeiten und die aktuelle Situation der in Moosinning lebenden Asylbewerber haben Manfred Böhm und Tillmann Starkloff rund 40 interessierte Gemeindebürger im Pfarrheim aufgeklärt.

Aktuell sind insgesamt 25 Flüchtlinge im Gemeindegebiet untergebracht. Zudem werden in nächster Zeit zwei Babys erwartet. Obwohl alle Asylbewerber aus Afrika stammen, sei dennoch eine große kulturelle Vielfalt vertreten, wie Tillmann Starkloff erklärte. „Wenn sich welche aus Mali und dem Senegal begegnen, heißt das nicht, dass sie sich verstehen. Das ist ungefähr so wie bei den Bayern und den Sachsen. Die sind ja auch sehr unterschiedlich.“

In der Unterkunft im Auweg leben derzeit 18 junge Männer, sieben Personen haben ein Haus in der Lindenstraße bezogen. Dabei handelt es sich um Mütter mit ihren Kindern. Starkloff nutzte die Gelegenheit, um erneut zu betonen, dass es nicht geplant gewesen sei, Unterkünfte zu nutzen, die lediglich wenige Meter voneinander entfernt liegen. Vor dem Hintergrund einiger Beschwerden erklärte er: „Wenn der Eigentümer die Häuser an das Landratsamt vermietet, können wir nichts machen.“ Man müsse sich mit der Situation abfinden.

Auch für die späte Information der Anwohner sei der Helferkreis nicht verantwortlich. Manfred Böhm, Sprecher des Helferkreises, erklärte: „Wir erfahren das auch erst, wenn sie in Erding losfahren.“ Er forderte die Anwesenden auf, unvoreingenommen auf die Menschen zuzugehen und sich mit ihnen zu unterhalten. „Auch wenn es nur mit Händen und Füßen möglich ist. Damit verliert man viel an Angst.“

Das Ziel der engagierten Freiwilligen ist es, den Flüchtlingen auf die Beine zu helfen, „damit sie sich irgendwann selbst helfen können“, sagte Starkloff. Dazu gehöre die Erstversorgung nach der Ankunft, die Sprachförderung, die Begleitung bei Behördengängen sowie die Vorbereitung auf den Asylantrag. Der Ehrenamtliche erklärte: „Die Helferkreise schaffen hier das, was die Politik ganz oben angekündigt hat.“

Insbesondere von der Gemeinde fühlten sich die Beteiligten oftmals im Stich gelassen. „Es wäre gut, wenn sich die Gemeindevertreter mehr informieren würden“, erklärte Böhm und äußerte seinen Vorschlag zur Verbesserung der Situation. Er möchte im Namen des Helferkreises Asyl einen Antrag an die Gemeinde stellen, indem sie aufgefordert wird, einen Verantwortlichen für Themen rund um die Asylbewerber zu benennen. „So ähnlich wie es auch einen Bauausschuss gibt. Das würde die Kommunikation um einiges erleichtern.“

ja

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